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Operation Payback: Wikileaks-Anhänger starten Cyberattacken
Mastercard, Visa und Co. unter Beschuss

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Wikileaks-Chef Julian Assange sitzt in Haft. Die Enthüllungsplattform selbst wird vermehrt Opfer von Cyber-Attacken. Nun sympathisieren sich Hacker mit Wikileaks und startet Gegenangriffe auf Staatsanwaltschaften und Unternehmen, die die Zusammenarbeit mit der Plattform beendet haben.

Nach der Verhaftung von Wikileaks-Chef Julian Assange starten Internet-Aktivisten nun Hacker-Angriffe auf Organisationen und Unternehmen, die in den letzten Wochen gegen Wikileaks vorgegangen sind. So wurde unter anderem die Webseite der Kreditkartenunternehmen Mastercard und Visa sowie die Webseite der schwedischen Staatsanwaltschaft angegriffen.

Weitere Attacken auf die Webseiten des Internetbezahldienstes Paypal sowie des Versandhändlers Amazon sind geplant. Paypal sei das nächste Ziel, um Amazon erfolgreich anzugreifen sei die Gruppierung im Moment noch nicht stark genug, erklärte einer der Aktivisten gegenüber dem britischen Fernsehsender BBC. Unterdessen wurde in den Niederlanden ein 16-Jähriger verhaftet, der sich an den Attacken beteiligt hatte. Die Aktivistengruppe, die dem Sicherheitssoftware-Hersteller Panda Security zufolge aus der 4 Chan Internet-Community entstanden ist, führt koordinierte, so genannte Denial of Service-Attacken auf die Server der jeweiligen Webseiten durch. Dabei werden die Rechner durch Überlastung zum Absturz gebracht.

Angriffe richteten sich ursprünglich gegen Filesharing-Gegner

Die Attacken laufen unter dem Motto "Operation Payback". Diese ist bereits seit einigen Monaten im Gange und hatte ursprünglich nichts mit Wikileaks zu tun. Wie Panda Security berichtet, richteten sich die Angriffe zunächst gegen große Hollywood-Studios, die Software-Firmen damit beauftragt hatten ähnliche Attacken gegen Filesharing-Seiten durchzuführen. Im Gegenzug attackierten die Aktivisten nicht nur Seiten der Studios, sondern auch von Abmahn-Kanzleien. Dabei gelangten durch eine Panne auch die fragwürdigen Geschäftspläne der britischen Kanzlei ACS:LAW ins Netz. Nach der Verhaftung von Assange wäre die Aktion auf Wikileaks Gegner ausgedehnt worden, da Assange und die Aktivisten die gleichen Ziele verfolgen würden: Ein offenes Internet, das frei von Zensur ist.

Paypal, Mastercard und Visa gerieten ins Visier der Aktivisten, da sie die Konten von Wikileaks sperrten. Amazon verbannte dagegen die Enthüllungsplattform von seinen Web-Servern. Gerüchten zufolge sollen die Unternehmen auf Druck der US-Regierung gehandelt haben. Die Firmen bestreiten dies und begründen die Entscheidung mit Verstoß gegen ihre Nutzungsbedingungen durch Wikileaks. Das wird im Netz angezweifelt. Der angesehen Journalistik-Professor und Blogger Jeff Jarvis schrieb beispielsweise via Twitter: "Ich kann meine Visa und Mastercard nutzen um Pornos zu bezahlen, oder fanatische Abtreibungsgegner, homosexuellen-feindliche Organisationen oder den Ku Klux Klan zu unterstützen. Aber ich kann sie oder Paypal nicht nutzen, um Wikileaks zu unterstützen, das sich für Pressefreiheit, Transparenz und eine wirkliche Regierungsreformen einsetzt." Wikileaks-Gründer Julian Assange wartet dagegen in einem britischen Gefängnis auf seine nächste Anhörung.

Kommentare zu diesem Artikel

Wikileaks-Chef Julian Assange sitzt in Haft. Die Enthüllungsplattform selbst wird vermehrt Opfer von Cyber-Attacken. Nun sympathisieren sich Hacker mit Wikileaks und startet Gegenangriffe auf Staatsanwaltschaften und Unternehmen, die die Zusammenarbeit mit der Plattform beendet haben.

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  • an-on schrieb Uhr
    AW: Operation Payback: Wikileaks-Anhänger starten Cyberattacken

    "People should not be afraid of their governments. Governments should be afraid of their people." — V.
  • sic! schrieb Uhr
    AW: Operation Payback: Wikileaks-Anhänger starten Cyberattacken

    Jeff Jarvis hat sowas von Recht.

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Operation Payback: Wikileaks-Anhänger starten Cyberattacken
Operation Payback: Wikileaks-Anhänger starten Cyberattacken
Hacker nehmen mit Cyber-Attacken Wikileaks-Gegner ins Visier.
http://www.netzwelt.de/news/85030-operation-payback-wikileaks-anhaenger-starten-cyberattacken.html
2010-12-10 09:59:47
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Operation Payback: Wikileaks-Anhänger starten Cyberattacken