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Smartphone inklusive Flatrate: Base Lutea im Test
Einsteiger-Handy aus China

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Das Base Lutea ist ein solides Einsteiger-Smartphone. Der Mobilfunkanbieter Base vermarktet es mit einer gratis Internet-Flatrate. Vor den Kauf sollten Interessierte jedoch ihr Surfverhalten hinterfragen.

Mit dem Lutea präsentiert der zur E-Plus-Gruppe gehörende Mobilfunkanbieter BASE sein erstes eigenes Smartphone. Gefertigt wird das Gerät vom chinesischen Hersteller ZTE. Erhältlich ist es in Verbindung mit einem Zwei-Jahres-Vertrag für 14 Euro im Monat, inklusive Internet-Flatrate. Netzwelt prüft, ob das Handy mit "eingebauter" Flatrate einen Blick wert ist.

Das Base Lutea basiert auf dem auf dem Mobil World Congress im Februar vorgestellten ZTE Modell Blade. Das Blade ist seit Anfang November auch in anderen europäischen Ländern erhältlich. In Großbritannien wird es vom Netzbetreiber Orange unter dem Namen San Francisco vermarktet. In Frankreich firmiert es dagegen unter dem Namen ZTE Blade. Der Hersteller verspricht bei dem Modell gute Leistung zu einem geringen Preis. Bei Base kostet das Lutea, den Preis für die Internet-Flatrate herausgerechnet, gerade einmal 96 Euro.

Verarbeitung: Plastik soweit das Auge reicht

Für den geringen Preis können Käufer keine hochwertigen Materialien erwarten. Das Base Lutea besteht nahezu vollständig aus Plastik und erinnert von Aussehen und Haptik her an Samsungs Einsteiger-Smartphone Galaxy 3. Wie das Konkurrenzprodukt ist auch das Lutea ganz in Schwarz gehalten. Die Rückseite des Gerätes fühlt sich ebenso wie beim Galaxy 3 ein wenig wie ein Stück Seife an, zieht Schlieren und Fingerabdrücke nahezu magisch an. Dementsprechend oft muss das Gerät gereinigt werden. Mit den Maßen 114 x 56 x 11,9 Millimetern ist das Smartphone aber äußerst handlich und passt bequem in die Hosentasche, wo der Nutzer es beim Gehen kaum spüren dürfte. Das Gewicht gibt der Hersteller mit 130 Gramm an, dies erscheint netzwelt aber deutlich zu hoch. Ein Blick auf die Waage ergab im Test nur ein Gewicht von 114 Gramm.

Die Akkuabdeckung lässt sich ohne großen Druck abnehmen und gibt den SIM- und microSD-Kartenslot frei. Die SIM-Karte kann nur gewechselt werden, in dem der Akku aus dem Gerät genommen wird. Ein Wechsel der microSD-Karte ist dagegen auch während des Betriebes möglich. Eine zwei Gigabyte fassende microSD-Karte liegt dem Gerät bereits bei. Ein häufiger Wechsel der Karte ist jedoch nicht zu empfehlen, die Verriegelung des Kartenschachts hinterließ im Test nicht den stabilsten Eindruck. Insgesamt wirkt das Gerät nicht wirklich robust. Zwar überstand es Stürze aus geringer Höhe unbeschadet, doch platzte dabei schon mal der Akkudeckel ab.

Bedienung: Kleine Menü-Tasten

Der Touchscreen des Base Lutea reagiert auf Eingaben sehr präzise und schnell. Auch Multitouch, also Eingaben mit mehreren Fingern, unterstützt das Handy. Weniger gelungen sind die physikalischen Tasten. Unterhalb des Bildschirms befinden sich drei Tasten: eine führt ins Hauptmenü, die mittlere Taste ruft das jeweilige Kontextmenü auf, mit der dritten Taste navigiert der Nutzer zurück durch die Menüs. Die drei Tasten sind sehr klein und verschwinden nahezu vollständig unter dem großen Display. Sie sind zudem nicht beleuchtet, so dass sie bei ungünstigen Lichtverhältnissen kaum noch zu erkennen sind. Es fehlt ebenfalls ein klarer Druckpunkt.

In Ordnung ist dagegen die virtuelle Tastatur. Die Tasten sind zwar ebenfalls etwas klein, im netzwelt-Test kam es aber nur zu wenigen Tippfehlern. Wer beim Nachrichten schreiben auf Vorschläge zur Vervollständigung des Wortes lieber verzichtet, wird sich zudem freuen, dass diese von Werk aus nicht angezeigt werden. Diese Funktion muss der Nutzer zunächst aktivieren. Das kann er bequem über die virtuelle Tastatur: Mit nur einem Fingertipp lässt sich das Wörterbuch ein- oder ausschalten. Weniger gelungen ist dagegen das Tastaturlayout, denn für das Setzen eines Kommas muss der Nutzer erst in das Zahlen- und Zeichenlayout wechseln, oder den Buchstaben "j" länger gedrückt halten. Lediglich der Punkt lässt sich direkt von der virtuellen QWERTZ-Tastatur ansteuern. Ebenfalls unschön: Der Lagesensor reagierte nur, wenn das Smartphone um 90 Grad gegen den Uhrzeigersinn gedreht wurde.

Base Lutea im Test

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Das Base Lutea ist das erste Smartphone von Base. Es basiert auf dem Modell Blade des chinesischen Herstellers ZTE.

Software: Kommt das Froyo-Update oder nicht?

Als Betriebssystem kommt Googles Android in der mittlerweile veralteten Version 2.1 auf den Markt. Aktuell ist die gerade erschiene Version 2.3. Auf Fragen, ob es für das Base Lutea zumindest ein Update auf die Version 2.2 mit dem Codenamen Froyo geben wird, reagiert der Hersteller ausweichend. In einem Blogbeitrag erklärt ein Base-Netzbotschafter, dass derzeit noch nicht klar sei, ob eine Aktualisierung auf die Version 2.2 möglich sei. Auf der chinesischen Webseite des Herstellers ZTE wird das Basismodell ZTE Blade allerdings bereits mit der Version 2.2 geführt. Lutea-Besitzer dürfen also hoffen.

Um auf das Base Lutea vom PC aus zuzugreifen muss der Nutzer keine Software installieren, nach Anschluss an den USB-Port erscheint das Handy wie ein USB-Stick im Explorer. Nutzer sollten sich jedoch nicht von der Meldung wie etwa "Der Treiber für das Gerät konnte nicht gefunden werden" abschrecken lassen. Das Smartphone wurde trotzdem von Windows erkannt. Auch auf einem Mac lässt sich das Lutea problemlos nutzen.

Leistung: Ordentliche Leistung trotz schwachen Prozessors

An der Leistung des Base Luteau gab es im netzwelt-Test nichts auszusetzen - und das obwohl der Prozessor mit gerade einmal 600 Megahertz getaktet ist. Mit 31 Sekunden startet das Smartphone mit einer für Android-Handys typischen Zeit. Einmal in Fahrt geht auch das Surfen und Spielen auf dem Lutea ohne größere Wartezeiten von der Hand. Auch ein 3D-Autorennspiel gab das Smartphone ohne Leistungseinbrüche wieder.

Der Akku bot ebenfalls eine für Smartphones typische Leistung. Bei geringer Nutzung hält er bis zu zwei Tage durch. Bei starker Nutzung muss es dagegen nach einem Tag an die Steckdose. Base selbst gibt die maximale Sprechzeit für das Modell mit rund sechs Stunden an. Die Sprachqualität war im netzwelt-Test befriedigend. Jedoch war stets ein leichtes Rauschen zu hören.

Kamera: Auslösbar nur über den Touchscreen

Die Fünf-Megapixel-Kamera des Base Lutea machte im netzwelt-Test einen soliden Eindruck. Zwar war die Detailgenauigkeit der Fotos gering, dafür war aber kein nennenswertes Farbrauschen zu erkennen. Problematisch ist dagegen das Fehlen einer Kamera-Taste. Stattdessen wird die Kamera über den Touchscreen ausgelöst. Der Auslöser reagiert jedoch mit Verzögerung. Das erhöht die Verwackelungsgefahr.

Auf der Homepage von ZTE wird das Basismodell Blade bereits mit Android 2.2 geführt. Lutea-Käufer können also auf ein Froyo Update hoffen. (Quelle: Screenshot)

Multimedia: Geeignet für den Musikgenuss unterwegs

Vom Klang her konnte das Base Lutea im netzwelt-Test überzeugen. Der Standard-Musik Player bietet zudem die rudimentären Funktionen eines MP3-Players, so dass bei kurzen Trips auch dieser einmal zu Hause bleiben kann.

Fazit: Solides Einsteiger-Smartphone

Angesichts des Preises müssen Käufer beim Base Lutea von vornherein Abstriche bei der Verarbeitung machen. Das Gerät hinterließ im Test nicht den robustesten Eindruck, auch die Haptik überzeugte nicht. Diese Mängel weisen aber auch andere Modelle in dieser Preisklasse, etwa das Samsung Galaxy 3 auf. Kleine Abzüge muss das Lutea jedoch für einige Schnitzer in der Bedienung hinnehmen. In Sachen Funktionalität und Leistung kann es aber ohne Probleme mit anderen Einsteiger-Smartphones mithalten ohne sich jedoch in den Vordergrund zu spielen.

Wichtigstes Verkaufsargument dürfte deshalb die Kombination mit der Internet-Flatrate sein, die für andere Smartphones bei Base ansonsten für 10 Euro gebucht werden muss. Zu Bedenken ist hier allerdings, dass der schnelle Standard HSPA im E-Plus-Netz zurzeit vergleichsweise noch gering verbreitet ist. Für Vielsurfer dürfte zudem die Grenze von 200 Megabyte zu gering sein. Vor dem Kauf sollten Nutzer deshalb ihr Surfverhalten hinterfragen und Tarife vergleichen. Alternative Geräte zum Base Lutea sind das Samsung Galaxy 3 und das HTC Wildfire, dass für die Preisklasse eine exzellente Verarbeitung bietet.

Kommentare zu diesem Artikel

Das Base Lutea ist ein solides Einsteiger-Smartphone. Der Mobilfunkanbieter Base vermarktet es mit einer gratis Internet-Flatrate. Vor den Kauf sollten Interessierte jedoch ihr Surfverhalten hinterfragen.

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  • L.Gerlach schrieb Uhr
    AW: Smartphone inklusive Flatrate: Base Lutea im Test

    Vielleicht hilft dir in dem Fall das hier: play.google.com/store/apps/details?id=uk.co.senab.blueNotifyFree Das ist FriendCaster eine Alternative Möglichkeit auf Facebook zuzugreifen.
  • Doris Hagen schrieb Uhr
    AW: Smartphone inklusive Flatrate: Base Lutea im Test

    Habe Probleme mit meinem Smartphone. Nach den neuesten Facebook-Updates kann ich keine Fotos mehr posten, das Problem bestant schon einmal und nach einem Update funktionierte es wieder. Letzte Woche kamen wieder neue Updates und leider klappt es nicht mehr, kann mir jemand sagen was ich tun kann ?
  • L.Gerlach schrieb Uhr
    AW: Smartphone inklusive Flatrate: Base Lutea im Test

    Hallo Guerillapuschel,

    Laut Base-Blog gibt es das Update auf Froyo 2.2 bereits: BASE lutea: Update auf Android 2.2 (Froyo) | Das BASE Blog

    Das Update erfolgt jedoch, wie üblich, auf eigene Gefahr des Nutzers.

    Ob sich das Update auf Froyo lohnt muss dabei jeder Nutzer für sich selbst entscheiden. Was die einzelnen Versionen bieten, zeigt folgender Artikel: http://www.netzwelt.de/news/84963-android-update-guide-welche-version.html
  • guerillapuschel schrieb Uhr
    AW: Smartphone inklusive Flatrate: Base Lutea im Test

    Das es ZTE möglich ist, ein Froyo-update fürs Lutea zu bringen heisst doch noch lange nicht, daß es BASE auch möglich ist. Woher kommt dieser Optimismus? Ich habe diesbezüglich ganz andere Erfahrungen machen müssen...
  • Franky Hamburg schrieb Uhr
    AW: Smartphone inklusive Flatrate: Base Lutea im Test

    Ich kann einigen Punkten nicht so ganz zustimmen. Nach einem Jahr mit dem Lutea, muß ich sagen,ich hätte als Einsteiger nichts Besseres für so wenig Geld kaufen können. Das mit dem "nur Komma" auf der Tastatur, stimmt nicht. Es lassen sich nämlich zwei verschiedene Tastaturen einstellen. Natürlich sind bei Smartphones die Erwartungen hoch, aber dieses Handy ist top ausgestattet und man kann es nicht mit einm Iphone vergleichen. Die Verarbeitung ist gut. Nichts ist lose, abgeplatzt oder wirkt billig. Bisher haben alle, die dieses Handy noch nicht kannten, gestaunt und die elegante und flache Form gelobt. Es ist leicht, passt in jede Tasche und ist für mich super zu bedienen. Der Akku muss tatsächlich täglich geladen werden. Ich kann das Handy beruhigt empfehlen.

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Smartphone inklusive Flatrate: Base Lutea im Test
Smartphone inklusive Flatrate: Base Lutea im Test
Das Base Lutea präsentiert sich im netzwelt-Test als solides Einsteiger-Smartphone. Dennoch will der Kauf gut überlegt sein.
http://www.netzwelt.de/news/85007-smartphone-inklusive-flatrate-base-lutea-test.html
2010-12-10 16:22:11
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/purer-luxus-trotzdem-schnaeppchen-52-high-end-surround-set-nubert-nuvero-9500-euro-bild-netzwelt4353.jpg
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