Russische Alternative zum GPS
Russland: Drei Glonass-M-Satelliten gehen verloren (Update)
Eigentlich wollte Russland den Start ihres Navigationssystem "Glonass" mit drei Satelliten vervollständigen. Allerdings sind die Glonass-M-Satelliten in einen nicht geplanten Orbit eingetreten.
Inhaltsverzeichnis
- 1Russische Alternative zum GPS
- 2EU arbeitet an eigenem System
- 3Update 06.12.: Software-Fehler
Die Proton-M-Rakete ist am vergangenen Sonntag pünktlich gestartet. Sie sollte drei Glonass-Satelliten in eine feste Erdumlaufbahn transportieren. Dieses Vorhaben schlug allerdings fehl und die Satelliten befinden sich in einem nicht geplanten Orbit. Wie die russische Raumfahrtagentur Roskosmos berichtet, werde der Grund für den Fehler gesucht und die nächsten Schritte bestimmt.
Russische Alternative zum GPS
Glonass ist das russische Gegenstück zum amerikanischen "Global Positioning System" (GPS) und soll sowohl für militärische als auch zivile Zwecke genutzt werden. Damit das russische Navigationssystem funktioniert, werden insgesamt 24 Satelliten benötigt. Derzeit befinden sich 26 Glonass-Satelliten in der Erdumlaufbahn, von denen drei allerdings nicht in Betrieb sind.
Die drei neuen Glonass-M-Satelliten sollten das Netz vervollständigen und ihre Arbeit in rund sechs Wochen aufnehmen. Durch den Verlust der Satelliten dürfte sich der Start von Glonass um einige Zeit verzögern. Das Navigationssystem ist offiziell bereits 1993 in Betrieb genommen worden, allerdings reicht die Anzahl der Satelliten noch nicht für eine flächendeckende Ortsbestimmung aus.
EU arbeitet an eigenem System
Europa plant hingegen ein eigenes Navigationssystem. So soll "Galileo" im Jahr 2013 den Regelbetrieb aufnehmen. Die EU will damit von den bestehenden Systemen GPS und Glonass unabhängig werden. In Deutschland wurde bereits das Projekt "SAPOS" ins Leben gerufen - ein Netz aus permanent betriebenen Stationen, die GPS- und Glonass-Signale für die Positionsbestimmung auswerten. Einige Behörden aber auch private Firmen zum Beispiel aus der Energiebranche nutzen bereits die SAPOS-Daten.
Amerika hat Ende November den weltweit größten Satelliten ins All geschickt. Der Spionagesatellit dient nicht der Navigation, sondern hilft dabei mögliche Konfliktherde zu entdecken, militärische Operationen zu planen und hört die Umgebung ab.
Update 06.12.: Software-Fehler
Wie die Nachrichtenagentur RIA Novosti berichtet ist die Trägerrakete Proton-M wegen einem Software-Fehler um acht Grad von ihrer Bahn abgewichen. Die Agentur beruft sich dabei auf einen informierten Sprecher der russischen Raketen- und Raumfahrtindustrie. Dieser gibt an, dass der Fehler dazu geführt hat, dass die Triebwerke der Rakete einen viel höheren Impuls als notwendig gegeben hätten. Als Folge daraus konnte der Beschleunigungsblock mit den drei Glonass-Satelliten nicht die geplante Umlaufbahn erreichen.
Für die Software sollen Spezialisten des Piljugin-Forschungs- und Produktionszentrums zuständig gewesen sein. Während es von Roskosmos weiterhin heißt, dass die Satelliten in einen falschen Orbit gebracht wurden, berichtet die Nachrichtenagentur, dass die Satelliten inoffiziellen Quellen zufolge in den Pazifik gestürzt seien.


In Südkorea ist unmittelbar nach dem Start eine Trägerrakete explodiert, die einen Satelliten in die Erdumlaufbahn bringen sollte. Russland und Südkorea hatten rund 347 Millionen Euro in das Projekt investiert.
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