Solidaritätsbekundungen aus der Webgemeinde
Wikileaks: Paypal sperrt Konten der Enthüllungsplattform (Update)
Die Enthüllungsplattform Wikileaks steht weiter unter Druck. Nach dem sich bereits der Versandhändler Amazon und der DNS-Dienstleister EveryDNS weigerten Wikileaks weiter ihre Infrastruktur für den Betrieb der Webseite zu Verfügung zu stellen, sperrte nun am Wochenende der Internet-Bezahldienst Paypal das Konto der Enthüllungsplattform. Das Update vom 9. Dezember finden Sie am Ende des Artikels.

Damit ist es nicht mehr möglich via PayPal dem Projekt Spenden zukommen zu lassen. PayPal, das zum Internetauktionshaus eBay gehört, begründete diesen Schritt wie auch Amazon mit einer Verletzung der Nutzungsbedingungen durch Wikileaks. PayPal sei nicht dazu gedacht Geld für illegale Aktivitäten zu sammeln, heißt es in einem Statement des Unternehmens. Spenden an Wikileaks sind nach diesem Schritt nur noch per Überweisung, Kreditkartenzahlung oder per Brief möglich. Neben Spenden für den Betrieb der Plattform kann auch gezielt für die Verteidigung von Gründer Julian Assange gespendet werden. Der Wikileaks-Chef wird international wegen angeblichen Sexdelikten in Schweden gesucht. Ihm droht ein Prozess in Stockholm.
208 Kopien der Enthüllungsplattform online
Unterdessen hat Wikileaks vorgesorgt: Sollten weitere Internetdienstleister die Zusammenarbeit mit der Seite beenden, wird das Angebot der Enthüllungsplattform nicht aus dem Netz verschwinden. Denn nach einem Aufruf im Kurznachrichtendienst Twitter, liegen Kopien der Seiten-Inhalte auf mittlerweile 208 weiteren Internetseiten.
Der ehemalige deutsche Sprecher von Wikileaks Daniel Domscheit-Berg kündigte im Nachrichtenmagazin Focus an, dass seine Konkurrenzplattform zu Wikileaks bereits im Dezember starten würde. Im Gegensatz zu Wikileaks sollen hier die Informanten bestimmen können, wer ihre Daten veröffentlicht. Gleichzeitig arbeitet Domscheit-Berg an einem Buch über seine dreijährige Mitarbeit bei Wikileaks. Dieses soll im Januar erscheinen. Domscheit-Berg hatte das Projekt Ende September nach einem Streit mit Gründer Assange verlassen.
Update 9. Dezember: PayPal gibt Spenden frei
Der Internetbezahldienstleister Paypal teilte in seinem Firmenblog mit, dass das Wikileaks-Konto weiterhin gesperrt bleibe, die eingegangenen Spenden jedoch an die für Wikileaks Spenden sammelnde Stiftung ausgezahlt werden würde. Zudem verwahrte sich der Internetbezahldienst erneut gegen den Vorwurf, auf politischen Druck gehandelt zu haben.
Ein entsprechendes Statement seines Vizepräsidenten Osama Bedier sei missverstanden worden. Das Unternehmen verstehe zwar, dass die Entscheidung viele Spekulationen anrege, bei dem Entschluss habe aber einzig und allein die Vereinbarkeit von Wikileaks mit Paypals Nutzungsbedingungen eine Rolle gespielt.
Links zum Thema
- Bericht Focus.de (Quelle)
- Wikileaks bei Twtiter (Quelle)
- Liste der Kopien von Wikileaks im Netz (Quelle)
- Blogbeitrag Paypal (Quelle)
- Blogbeitrag 8.12.10 Paypal (Quelle)

PayPal hat ein Rückzieher gemacht. Es sind wieder Spenden möglich. Der Grund liegt in den Angriffen von Hackern bei verschiedene Kreditkarten Unternehmen.
Amazon warf Wikileaks von Ihren Servern. Nun VERKAUFT Amazon die Inhalte von Wikileaks, obwohl diese in jeder Hinsicht als "frei" gelten. amazon(dot)co.uk/gp/product/B004EEOLIU