Nicht alles an der digitalen Technik ist schlecht

Kommentar: Jugend 2.0 - verdummt durch Web 2.0?

Die Debatte um die schädliche Wirkung von Internetsurfen, Facebook und Computerspielen auf Jugendliche hört niemals auf. Die Sorgen sind aber nur teilweise berechtigt. Denn Web 2.0, SMS und PC-Spiele können Bildung und Intelligenz auch fördern. Es kommt nur auf den Blickwinkel an.

Spiele wie das neue Assassin´s Creed Brotherhood benötigen Konzentration, Geduld und Kombinationsfähigkeit. (Bild: Ubisoft)
Spiele wie das neue Assassin´s Creed Brotherhood benötigen Konzentration, Geduld und Kombinationsfähigkeit. (Bild: Ubisoft)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Auch Erwachsene lesen weniger
  2. 2Gamer brauchen Grips
  3. 3Internet ist ein Kommunikationsmedium
  4. 4Bücher als Kulturverlust
  5. 5Die Intelligenztests der Zukunft
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Die Jugend von heute. Immer nur Internet und Videospiele. Machen drei Sachen gleichzeitig und keine davon richtig. Youtube, Facebook und gleichzeitig telefonieren. Spielen stundenlang Ego-Shooter. Die können sich nicht mehr konzentrieren. Kein Buch mehr lesen. So oder so ähnlich lauten die Klagen über den Einfluss der neuen Medien auf Jugendliche. Je nachdem, wer darüber berichtet, fällt auch das Urteil aus. Kulturkonservative Kreise beklagen den Niveauverlust der kommenden Generation. Wenn Onlineredakteure berichten, heißt es oft, hier würden Internet & Co wieder mal zum Sündenbock gemacht und in Wirklichkeit sei das alles kein Problem.

Alles kein Problem? Wirklich?

Hirnforscher behaupten, dass das Gehirn der Jugendlichen durch das ständige multimediale Gezappe sozusagen anders verdrahtet werde, als das der Erwachsenen. Sie würden sich daran gewöhnen, schnell zwischen verschiedenen Reizen umzuschalten. Logischerweise fällt es dann schwer, sich für längere Zeit auf eine Sache zu konzentrieren. Das klingt ziemlich einleuchtend.

Auch Erwachsene lesen weniger

Jeder, der die digitalen Medien wie Internet, Smartphone, Web 2.0 und so weiter seit Jahren intensiv nutzt, weiß, dass das Gerede über die geistige Verdummung vielleicht übertrieben, aber nicht völlig abwegig ist. Auch Erwachsene jammern, dass sie kaum mehr Zeit fänden für anspruchsvolle Beschäftigungen. Man müsste wieder mehr ins Theater gehen. Man müsste wieder mal ein "gutes Buch" lesen. Aber leider, leider keine Zeit und abends ist man so abgespannt. In Wahrheit nehmen sich viele diese Zeit gar nicht mehr. Weil es beileibe nicht nur Jugendlichen, sondern eben auch Erwachsenen zunehmend schwer fällt, sich längere Zeit auf ein Buch oder einen anspruchsvollen Film zu konzentrieren.

Stimmt es also doch, dass der von Facebook, iTunes und Co diktierte Lebensstil uns langsam aber sicher in intellektuelle Hohlköpfe verwandelt, die sich keine zwei Minuten mehr konzentrieren können? Dann sollten wir anfangen, uns Sorgen zu machen. Schließlich geht es hier nicht allein um geistige Luxusgüter wie Lyrik, Ballett und Theater. Konzentration, Geduld, Lernfähigkeit und Aufmerksamkeit sind auch in Zukunft wichtig für ein erfolgreiches Berufsleben.

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