Netzwelt sagt Ihnen wie es geht
Verkehrte Netzwelt: Ewiges Leben im Server
Unsterblich werden, das wünschen sich viele Leute. Manche lassen sich einfrieren und hoffen, das die Medizin in 100 Jahren so weit sein wird, dass man sie wieder beleben kann. Es geht auch einfacher und billiger. Nämlich mit Digitaltechnik. Die digitalen Geräte bieten heute schon die Technik, die nötig ist um das Leben ins nahezu Unendliche zu verlängern. Dieser netzwelt-Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie mit PC-Technik unsterblich werden.

Inhaltsverzeichnis
- 1Phase I: Daten sammeln
- 2Phase II: Sehen, Hören und Fühlen
- 3Phase III: Denken, Diskutieren, Logik
- 4Phase IV: Der fertige Bauplan
- 5Phase V: Das ewige Leben
Sie brauchen dazu:
• eine Videokamera
• ein gutes Stereomikrofon
• diverse Sensoren (GPS, Beschleunigungssensor, Puls- und Blutdruckmesser, Thermometer)
• viel Festplattenspeicher
Später kommen noch weitere Elemente hinzu: Datenbanken, Analyse-Software, Rendering- und 3D-Programme, Großrechner und vor allem: noch viel mehr Speicherplatz.
Phase I: Daten sammeln
Sie fangen mit dem an, was Sie sowieso schon sehr oft machen. Fotos machen, Filme aufnehmen. Am besten nehmen Sie einen kleinen Camcorder, den man am Kopf befestigen kann. Moderne Camcorder lassen sich unauffällig am Kopf befestigen und machen trotzdem gute Aufnahmen. Den Camcorder lassen Sie einfach den ganzen lieben langen Tag laufen. Er filmt das, was Sie sehen. Ein Audiorekorder ist auch ununterbrochen auf Aufnahme geschaltet. Er nimmt auf, was Sie hören. Per Spracherkennung kann Ihre eigene Stimme Ihnen später richtig zugeordnet werden.
Abends, vor dem Schlafengehen wird das aufgenommene Video- und Audiomaterial per Highspeed-WLAN auf eine Festplatte übertragen. Daneben wandern auch alle Dokumente, die Sie produziert haben, auf die Festplatte: E-Mails, Texte, einfach alles. Nicht zu vergessen, alle biomedizinischen Daten der Körpersensoren. Durch den Beschleunigungssensor beispielsweise werden auch Ihre Bewegungsabläufe gespeichert.
Sie merken schon, worauf das hinausläuft.
Phase II: Sehen, Hören und Fühlen
Einmal im Monat schicken Sie alle Daten an einen Großrechner, auf dem verschiedene Analyse-Tools laufen. Die Software analysiert alle Daten, die zusammengekommen sind nach bestimmten psychologischen Kriterien. Sie kombiniert beispielsweise bestimmte Situationen, die auf Video sind, mit der Reaktion der Körpersensoren. Haben Ihre Füße unruhig hin- und hergewippt, als Sie sich mit dem ungeliebten Kollegen im Büro unterhielten? Schlug Ihr Herz höher, als Sie neben der kurvenreichen Rothaarigen im Lift standen? Ballte sich die Faust in der Tasche, als der Chef eine seiner spitzen Bemerkungen machte? Die Sensoren haben alles genau aufgezeichnet, nun kombiniert die Analyse-Software Bio-Daten mit Video- und Tonaufzeichnungen und zieht daraus logische Schlüsse. Die Software kann auch den Tonfall Ihrer Stimmer aus den Audiodateien analysieren und weiß, wann Sie sich ärgern und wann Sie sich langweilen.
Auch die Bücher, die Sie gelesen, Filme, die Sie gesehen, Musik die Sie gehört oder Moderne Kunst die Sie gesehen haben. Alles wird gespeichert und dient als Futter für die Analyse-Software.

Super! Jetzt brauche ich nur noch ein Interface für meine Seele, damit die dann, wenn sie meinen Körper verlässt, auch den Weg in den Großrechner findet.