Rund 10.000 Musikstücke entwendet

Lady Gaga & Co.: Jugendliche stehlen mit Trojaner unveröffentlichte Songs (Update)

Das im Internet aktuelle Songs von US-Popstars illegal angeboten werden ist nicht neu. Zwei Jugendliche aus Nordrhein-Westfalen ist es jedoch Medienberichten zufolge nun gelungen, mittels eines Trojaners in E-Mail Konten und Rechnern von US-Stars wie Lady Gaga oder Justin Timberlake einzudringen. Dabei erbeuteten sie rund 10.000 unveröffentlichte Songs und pikante Fotos. Das Update vom 3. Dezember finden Sie am Ende des Artikels.

Jugendliche Hacker sind in die Computer zahlreicher US-Stars eingedrungen. (Bild: sxc.hu)
Jugendliche Hacker sind in die Computer zahlreicher US-Stars eingedrungen. (Bild: sxc.hu)
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Unter anderem sollen die Beschuldigten, ein 17-Jähriger aus Duisburg und ein 23-Jähriger aus Wesel, Sexfotos einer namhaften Künstlerin erbeutet haben, auch Aufnahmen der frisch operierten Brüste einer Künstlerin gehörten einem Bericht der lokalen Tageszeitung Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung (NRZ) zufolge zur Beute. Wichtigster Fund waren aber wohl rund 10.000 zum Zeitpunkt des Hackerangriffes noch unveröffentlichte Songs, die die Jugendlichen gegen Geld im Internet weiterverkauft haben sollen. Wie hoch der wirtschaftliche Schaden ist, sei derzeit noch unklar. Denn das volle Ausmaß der Cyber-Spionage mittels eines so genannten Trojaners ist noch nicht bekannt. Die Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft umfassen bereits 1.000 Seiten. Neben Lady Gaga und Justin Timberlake seien auch weitere Stars wie Kelly Clarkson betroffen.

Alben überstürzt veröffentlicht

Die beiden Männer sollen mit ihrem Fund auch Künstler, Manager und Plattenfirmen unter Druck gesetzt haben. Als Reaktion hätten Stars beispielsweise Alben früher auf den Markt gebracht, um zu verhindern, dass die Lieder unkontrolliert in Umlauf, beispielsweise über Filesharing-Börsen, kommen. Bereits Anfang des Jahres sorgte ein weltweiter Hackerangriff mit Ursprung in Deutschland für Aufsehen. Wie die US-amerikanische Tageszeitung Wall Street Journal berichtete seien die Hacker in die Computer von mindestens zehn US-Regierungsbehörden eingedrungen.

Update 3. Dezember: Angriff mit manipulierten MP3-Dateien

Im Fall der zwei Jugendlichen Hacker aus Nordrhein-Wesftalen, die tausende unveröffentlichte Songs von US-Popstars gestohlen haben sollen, sind neue Details bekannt geworden. Laut Medienberichten sollen die Beiden manipulierte MP3-Dateien, die einen Trojaner enthielten, an die offiziellen Adressen der Stars, ihrer Manager und Plattenfirmen versand haben. Schrittweise erhielten sie dadurch Zugriff auf immer mehr Star-Rechner. Am Ende sollen sie im Besitz der Kontakte der Top 50 der US-amerikanischen Popmusiker-Szene gewesen sein, berichtet das zur WAZ-Gruppe gehörende Online-Portal DerWesten und die Bild-Zeitung. Die Attacke sei lange Zeit unbemerkt geblieben. Die Duisburger Polizei erklärte nur zehn Prozent der gängigen Anti-Viren-Programme hätten den verwendeten Trojaner erkannt.

Eine Sängerin soll zumindest einer der beiden Hacker mit einem Nacktfoto erpresst, und sie dazu gebracht haben ein so genanntes Shout out aufzunehmen, eine Art Widmung, in der der Name des Hackers genannt wurde. Wie einer der beiden beschuldigten gegenüber der Bild-Zeitung sagte, sei es ihm nur um Ruhm und Anerkennung in der Hackerszene gegangen. Die Staatsanwaltschaft sieht das anders. Gegenüber der Bild-Zeitung erklärte der zuständige Staatsanwalt, die Jugendlichen hätten mit dem Verkauf der erbeuteten Songs allein in der ersten Jahreshälfte einen fünstelligen Umsatz gemacht. Die Ermittlungen dauern noch an, mit einer Anklage Anfang kommenden Jahres ist zu rechnen.

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Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Filesharing hier.

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Beiträgeinsgesamt 10 Beiträge

@fooman Danke für das Posting - wieder was gelernt!

Hat ja nix mit Programmieren zu tun, jeder 12 Jährige kann ein RAT (Trojaner) erstellen und Crypten gib ja genug tuturials bei YouTube. Denke mal das die es durch Phishing Mails gemacht haben. Nur wenn...

#Das würde #1. heißen, daß die Hacker die privaten Email-accounts der betreffenden #"Stars" kannten, denn die Autogramm- und Fan-mail-accounts werden ja #wohl kaum auf deren privaten Rechnern zu Hause...

Zitat: ... sondern wohl die Rechner selbst mit Trojanern infiziert, so dass auch Dateien auf dem Rechner zugänglich waren. ... Das würde 1. heißen, daß die Hacker...

@Dafoe: Unseren Informationen zufolge läuft ja ein Ermittlungsverfahren und es sind ja nicht nur E-Mail Konten geknackt worden, sondern wohl die Rechner selbst mit Trojanern infiziert, so dass auch Dateien auf dem...

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