Intergalaktischer Vergnügungspark

Im Test: Sonic Colours

Zurück zu den Wurzeln: Segas rasender Igel besinnt sich in "Sonic Colours" wieder auf seine Stärken und prescht durch einen farbenfrohen Jump&Run-Hochgeschwindigkeits-Parcours für Wii.

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Sonic Colours - Opening Trailer: Dieser abgedrehte und bunte Trailer zu Sonic Colours ist das Opening-Video des Nintendo Wii Jump-&-Runs mit dem schnellen Igel. Spieler erhalten so einen Eindruck vom Spielgeschehen und können sich an der gelungenen Cinematic erfreuen. Zum Video: Sonic Colours - Opening Trailer

Nintendo-Klempner Mario ist seit seiner Geburt vor 25 Jahren extrem gemütlich unterwegs: Da wird in aller Ruhe sondiert, bequem angepeilt und dann in nachvollziehbarem Tempo gehopst. Ganz anders dagegen Segas stachliges Maskottchen: Der rasende Igel Sonic wurde von Anfang an auf Hochgeschwindigkeit gezüchtet, zischt wie eine lebendige Flipperkugel von einem Bumper zu anderen und wetzt durch Achterbahn-artige Loopings. Aber warum eigentlich? Wieso machte man aus einem Igel, der augenscheinlich nicht zu den flottesten Lebensformen auf Mutter Erde gehört, einen ausgesprochenen Flitzer?

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Der Grund ist Segas damaliges Konsolen-Flaggschiff: Um gegen Nintendos übermächtiges Super NES bestehen zu können, warb Sega mit der Geschwindigkeit des Mega-Drive-Prozessors - und der war immerhin doppelt so flott wie das Herzstück der Klempner-Konsole. Was war also naheliegender als die Etablierung eines Maskottchens, das diese Geschwindigkeit transportiert?

Knappe 20 Jahre später hat das Image des Igels ein wenig gelitten, weil er sich zu sehr auf Genre-Experimente eingelassen hat, die ihm nicht gut zu Gesicht standen. Mit "Sonic Colours" will Sega die Reputation der Frontfigur wieder aufpolieren und den Igel seiner ursprünglichen Bestimmung zuführen: Ab sofort wird wieder in alter Serien-Manier gnadenlos aufs Gaspedal gedrückt.

Klar, dass wieder mal Erz-Ekel Dr. Robotnik den Ausschlag gibt: Angeblich ist der Oberschurke geläutert - und um sich für seine Missetaten in den vergangenen Spielen der Reihe zu entschuldigen, baut er im Erdorbit eine gewaltige Vergnügungsraumstation mit unterschiedlichsten Themenparks. Aber Robotnik wäre nicht Robotnik, würde hinter diesem vermeintlichen Anfall von Samaritertum nicht ein fieser Plan stecken: In Wahrheit sammelt Robotnik gigantische Mengen kleiner niedlicher Aliens aus einer anderen Galaxie. Mithilfe deren kosmischer Energie will er endlich die Macht erlangen, seinen Nemesis zu schlagen - den rasenden Igel!

Der und sein mehrschwänziger Fuchskumpel Tales tummeln sich indes in Robotniks Themenparks: Zunächst prescht Sonic aus purer Vergnügungslust durch die geradlinig gehaltenen Parcours - aber mit jedem weiteren Level kommt er dem Doktor mehr auf die Schliche. Schließlich wird aus dem vermeintlichen Ausflug eine groß angelegte Rettungsaktion, in deren Verlauf der kleine Flitzer nicht nur die knuffigen "Wisps" befreit, sondern auch gegen kolossale Endgegner besteht.

"Sonic Colours" mutet wie eine Kombination aus den klassischen 2D-Episoden und "Sonic Adventure" an: Man rennt, springt, prallt von Bumpern ab und zertrümmert allerlei Level-Interieur. Allerdings fehlt trotz packender Kameraschwenks und dritter Dimension die Bewegungsfreiheit eines "Sonic Adventures". Stattdessen steht geradlinige Jump&Run-Kost auf dem Programm, die aber durchweg charmant, witzig und blitzgescheit präsentiert wird.

Eine Übersichtskarte zeigt bereits zu Spielbeginn alle verfügbaren Themenparks und Welten, die jedoch erst nach und nach freigeschaltet werden müssen. Interessante Neuerungen wie der Laserstrahl, der den Igel förmlich durch den Level schießt, verleihen dem Abenteuer zusätzlichen Pepp. Serien-Fans freuen sich über den besten Sonic seit Langem, alle anderen über ein angenehm unkompliziertes und effektvolles Hüpfspielchen. "Unkompliziert" heißt allerdings nicht "einfach": Während Einsteiger einfach nur durchwetzen, frohlocken Genre-Haudegen wegen all der versteckten Extras und Bonus-Herausforderungen, die sich oft nur bestehen lassen, wenn Sonic die Fähigkeiten der unterschiedlichen Wisps richtig einsetzt. So verwandelt ein gelbes Alien den Igel in einen Bohrer, ein grünes macht Sonic zum Luftikus und ein lilafarbener lässt Sonic rot sehen...

Im Test: Sonic Colours


Fazit: Endlich ist Sega ein zeitgemäßes und ungeheuer abwechslungsreiches "Sonic"-Abenteuer gelungen, das auf der Wii fast mit dem ewigen Dauerkonkurrenten Mario gleichziehen kann - auch weil sich Sega von dessen letztem "Galaxy"-Trip manchmal spürbar inspirieren ließ.

Datenblatt

Sonic Colours
SpielnameSonic Colours
HerstellerSega
VertriebSega
GenreJump & Run
Erhältlich ab12.11.2010
Preisca. 50 Euro
EAN Code5055277008643
SchwierigkeitFür Einsteiger und Fortgeschrittene
Alterab 6 Jahren
Multiplayernein
Sonstiges 
Bewertung Grafikgut
Bewertung Steuerunggut
Bewertung Soundgut
Bewertung Spielspasssehr gut
Bewertung Gesamtsehr gut
SystemWii
SystemNintendo DS

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