Fonts in Webprojekten können zu einem großen Problemen werden
Hintergrund: Typografie und Font-Technologien im Web
Das Leben eines Webdesigners könnte so einfach sein: Nach dem Frühstück geht der moderne Webworker in das Cafe seiner Wahl, genießt einen Cappuccino und spielt dann etwas mit HTML, CSS und den vielen anderen Webtechnologien herum, um seine Ergebnisse später teuer an den Kunden weiterzuverkaufen. Die Realität sieht aber ganz anders aus: Trotz der Bemühungen, das WWW immer mehr allgemein akzeptierten Standards zu unterwerfen, sind die Implementierungen von HTML, CSS und JavaScript in den Browsern so unterschiedlich, dass man jede Webseite auf mehreren Systemen genau testen muss.
Inhaltsverzeichnis
- 1Die Qual der Font-Auswahl
- 2Größe: Pixel, Zoll und mehr
- 3Courier, Times und Verdana
- 4OpenType, TrueType und EOT
- 5Neue Freiheit: Mozilla WOFF
- 6Google Font und Konkurrenz
- 7Fazit
Hat man ein passables Aussehen gefunden und sich durch alle technologischen Untiefen gekämpft, besteht trotzdem noch eine unkalkulierbare Größe: Die Schriftarten. Fehlt der festgelegte Font auf dem System der Surfer, kann dies ein sorgsam ausgewähltes Design komplett zerstören. Anders als die Kollegen im Bereich des Desktop Publishing ließ sich das Endprodukt "Webseite" nicht zusammen mit den genutzten Fonts zum Kunden bringen. Seit einiger Zeit arbeitet die Webgemeinde aber an einer Lösung.
Die Qual der Font-Auswahl
Die richtige Schriftart kann entscheidend für den Erfolg oder Misserfolg einer Webseite sein: Große Firmen wie Daimler oder die Deutsche Telekom haben längst erkannt, dass zu einem vereinheitlichen Firmendesign auch eine eigene Hausfont gehört. Dabei setzen die meisten auf eine Schriftart ohne Serifen, die sich direkt am Bildschirm besser lesen lässt als das jeweilige Pendant mit Serifen. Sehr unglücklich erscheint die Wahl aber, wenn der Anwender eine Webseite ausdruckt: Auf gedruckten Papier lassen sich längere Texte besser lesen, wenn sie mit Serifen versehen wurden. Einige Webseiten gestalten das über die CSS-Steuerung des Ausgabegerätes so, dass die Schriftart dann in der Druckvorschau einfach gewechselt wird.
Ein wesentlich größeres Problem stellt aber das eigentliche Layout der Seite dar: Während des im Bereich des Desktop Publishing längst üblich ist, im Blocksatz mit automatischer Silbentrennung zu publizieren, gibt es im Web praktisch keine vernünftige Möglichkeit für eine sinnvolle Trennung. Es ist dabei auch keine Hilfe, die Silbentrennung manuell zu erledigen: Ist die vorgegebene Schriftart, bei der das Design schön aussah, auf dem Zielsystem nicht vorhanden, verändert sich mitunter die Laufweite und die manuellen Trennungen verlieren ihren Sinn. Eine Zwischenlösung ist hier, die Silbentrennung von der Schriftart zu entkoppeln: Wer auf dem Client die automatische Trennung erledigen möchte, ist mit der JavaScript-Bibliothek Hyphenator.js gut beraten. Für die serverseitige Nutzung ist phpHyphenator die derzeit stärkste Lösung.
Sowohl Hyphenator.js als auch phpHyphenator haben einen großen Vorteil gegenüber anderen Lösungen: Sie sind weitgehend unabhängig von der verwendeten Sprache und so auch in multilingualen Webprojekten eine exzellente Wahl. Wo möglich sollte die Trennung stets auf dem Server erfolgen.
