Privatsphäre - was für ein altmodisches Wort
Kommentar: Das Comeback des Überwachungsstaats
Ein alter deutscher Schlager heißt "Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett". In der Tat, wir Deutsche lieben Krimis. Egal ob "CSI:" oder "24" oder "Tatort". Wir lieben es, der Gerechtigkeit bei der Arbeit zuzusehen. Fast in jedem Krimi gibt es eine Szene wie diese: Kommissar oder Inspektor ruft Assistent an: "Ich brauche eine Liste mit sämtlichen Anrufen, die der Soundso in den letzten 24 Stunden von seinem Handy aus gemacht hat." Oder: "Eine Liste aller Kunden, die im letzten zwei Wochen das Produkt XY gekauft haben." Oder: "Besorg mir alle Kontoauszüge von Soundso".
Inhaltsverzeichnis
- 1Verlängerte Vorratsdatenspeicherung
- 2Privatsphäre ist ein altmodisches Wort
- 3Bessere Technik, bessere Überwachung
Und kurze Zeit darauf ruft der Assistent auf dem Handy an und gibt die gewünschten Infos durch. Und dann fährt der Kommissar wieder zurück zu dem großkotzigen Villenbesitzer, der ihn am Anfang so arrogant abgefertigt hatte und sagt ihm ins Gesicht, dass er gelogen hat und mit wem er vorgestern Abend telefoniert hat. Wir Zuschauer freuen uns, weil der Großkotz plötzlich ganz kleinlaut geworden ist.
Nur leider ist der unsympathische Villenbesitzer im Krimi nie der Mörder. Am Ende ist es immer der, der vorher zwei- oder dreimal als unauffällige Nebenfigur durchs Bild gelaufen war. Wenn am Schluss der echte Mörder gefasst wird, dann haben wir schon vergessen, dass die Polizisten die ganze Zeit über Datenschutzgesetze verletzt haben und in die Privatsphäre eingedrungen sind.
Unter dem Aspekt des Datenschutzes gesehen zeigen Krimis fast immer Angriffe auf die Privatsphäre. Da es nur ein Film ist, kann uns Zuschauer das egal sein. Aber wie ist das in der Realität?
Verlängerte Vorratsdatenspeicherung
Gerade wird wieder über den Datenschutz diskutiert. Zum Beispiel darüber, ob man angesichts der Terrorgefährdung die Vorratsdatenspeicherung nicht doch ein bisschen ausdehnen sollte. Erleichtertes Abhören von Telefonaten wünscht sich der Innenminister auch gerade. Solange man gedanklich auf Seiten der Ermittler steht, die Verbrechern das Handwerk legen wollen, ist dagegen eigentlich nichts einzuwenden. Niemand wird sich über Abhörmaßnahmen beschweren, wenn dadurch ein Verbrechen verhindert wurde.
Auf der anderen Seite sollte man den aktuellen Trend zum Überwachen und Datensammeln sehr skeptisch sehen. Denn Staat und Ermittlungsbehörden werden dadurch immer mächtiger. Wissen ist Macht und Daten können gefährliche Waffen sein.
Und das sollte schon ein gewisses Unbehagen erzeugen.

@Backend: Du hast ja keine Meinung vertreten, sondern Behauptungen in die Welt gesetzt.
Zitat: In der aktuellen Diskussion um mögliche Terroranschläge kommen auch die Vorratsdatenspeicherung und das verstärkte Abhören von Telefonaten und E-Mails wieder ins Gespräch. Gefahr droht...
@Markus Henkel : Jeder soll die Meinung kundtun die er vertritt.
@Backend Deine Aussage, dass jedes Jahr Tausende Geräte beschlagnahmt und deren Daten kopiert werden, ist im Zusammenhang "Datenschutz" schlichtweg falsch. Auch werden keine Bürger regelmäßig abgehört. Letztes...
So abwegig ist der Artikel überhaupt nicht. Polizei und Zoll beschlagnahmen jedes Jahr zigtausend Computer, Smartphones usw. und kopieren deren Daten. Regelmäßig werden täglich Anträge durch Gerichte genehmigt...