Bitkom-Studie
Hightech in Schulen: PC und Internet kommen einfach zu kurz
Einer repräsentativen Umfrage zufolge werden Computer selten an deutschen Schulen eingesetzt, obwohl sie vorhanden sind. Der Branchenverband Bitkom hatte die Studie in Auftrag gegeben und die Ergebnisse jetzt vorgestellt.

500 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 14 und 19 Jahren wurden für die Studie befragt. In 43 Prozent der Fälle werden Computer entweder nie oder seltener als einmal pro Woche eingesetzt. Zu 41 Prozent werden PCs mindestens einmal in der Woche verwendet und lediglich 15 Prozent der Schüler nutzt den Computer täglich. Bitkom-Präsident Scheer sieht darin die Gefahr, dass sich Schulen immer weiter von der Lebenswirklichkeit ihrer Schüler entfernen würden.
Vorhandene Technik wird nicht voll ausgenutzt
Mit 88 Prozent wird das Internet von Schülern am häufigsten zu Recherchezwecken verwendet. Immerhin 82 Prozent präsentieren ihre Lernergebnisse am Computer via Beamer vor der Klasse. Spezielle Lernprogramme kommen bei der Hälfte der Schüler zum Einsatz und jeder Dritte programmiert im Unterricht. Webseiten werden sehr selten gestaltet, so gab dies nur ein Fünftel an.
Die Mehrheit der befragten Schüler zeigte sich unzufrieden mit der derzeitigen Situation. So wünschen sich 84 Prozent, dass elektronische Medien verstärkt im Unterricht eingesetzt werden. Die Vorteile sehen die Schüler einerseits darin, dass der Unterricht dadurch interessanter wird. Andererseits würden sie das bessere Verständnis der Inhalte fördern. Schwächen sehen die Befragten in der Medienkompetenz ihrer Lehrer. Zwei Drittel fordert deshalb eine bessere Schulung der Lehrer und knapp die Hälfte denkt, dass den Lehrern einfach die Lust fehlt Computer und Internet im Unterricht einzusetzen.
Bitkom macht Verbesserungsvorschläge
Bitkom stellt auf Grundlage der Ergebnisse die Forderung, dass Informatik als Pflichtfach eingeführt wird. Der Arbeitsmarkt verlange schließlich zunehmend nach PC-Kompetenzen, die über reine Anwenderkenntnisse hinausgehen. Bisher belegen etwa zwei Drittel der Schüler den Informatikunterricht. Gleichzeitig macht der Verband Vorschläge, wie der Einsatz von Computern und dem Internet forciert werden kann. Dazu zählt unter anderem die Ausstattung von Klassenräumen mit interaktiven Tafeln - sogenannten Whiteboards - und einem schnellen Internetzugang. Auch sollten Schüler öfter mit Laptops oder Tablet-PCs arbeiten und häufiger E-Books nutzen.
