Ungewöhnliche Allianz
MeeGo: AMD beteiligt sich an Entwicklung
Chiphersteller Advanced Micro Devices (AMD) beteiligt sich künftig an der Entwicklung des offenen Betriebssystems MeeGo, erklärte der Hersteller in einem Blogbeitrag. Das Betriebssystem ist aus einer Kooperation von Handy-Hersteller Nokia und AMDs Hauptkonkurrenten Intel entstanden. Daher überrascht die Beteiligung von AMD.
"MeeGo stellt ein spannendes, quelloffenes mobiles Betriebssystem dar, das unseren Erwartungen nach in der nächsten Zeit von vielen Herstellern mobiler Geräte übernommen werden wird", begründete AMD Vizepräsident für Software-Entwicklung Ben Bar-Haim die Entscheidung des Chip-Herstellers. Das Unternehmen erhofft sich durch MeeGo erweiterte Absatzmöglichkeiten für kommende Prozessoren, fügte er hinzu.
Fusion aus Moblin OS und Maemo
MeeGo wurde im Februar 2010 auf dem Mobil World Congress in Barcelona vorgestellt. Es ist als Fusionsprojekt aus Intels Open-Source-Plattform Moblin und Nokias mobilem Internet-Projekt Maemo hervorgegangen und speziell auf die Nutzung mit mobilen Geräten, von Smartphones bis Netbooks, ausgelegt. Als eines der ersten Geräte basiert der in Deutschland entwickelte Tablet-Computer WeTab auf dem MeeGo-Betriebssystem. Auch der Nachfolger von Nokias neuem Smartphone N8 das N9 soll auf MeeGo basieren. Bereits jetzt gibt es eine MeeGo-Version für das Nokia N900 sowie eine inoffizielle Variante für das Nokia N800.
Die MeeGo-Entwicklung wird derzeit von Nokia zusammen mit der Linux Foundation verantwortet. AMD ist seit längerem bereits Mitglied der Stiftung. Der Chiphersteller aus Kalifornien ist einer der schärfsten Rivalen im Desktop- und Notebookbereich für Marktführer Intel. Gerade im Bereich der Notebooks steht AMD aber noch im Schatten des großen Rivalens. Eine Übersicht über Laptop-Prozessoren von AMD finden sie hier bei netzwelt.


Acht Monate nach Beginn ihrer Partnerschaft stellten Nokia und Intel auf dem Mobile World Congress in Barcelona ihr Gemeinschaftsprojekt MeeGo vor. Das mobile Betriebssystem soll als offene Plattform für die optimale Nutzung verschiedener Geräte dienen.
Auf der Computermesse Computex in Taiwan stellte das Softwareunternehmen Novell eine neue Linux-Distribution für Netbooks vor. "Suse MeeGo" soll innerhalb der nächsten zwölf Monaten auf verschiedenen Gerten einiger Hersteller vorinstalliert werden und dessen Hardware vollständig unterstützen.
Der finnische Handy-Hersteller Nokia hat für den Mobile World Congress in Barcelona zwei heiße Eisen im Feuer. Zum einen soll das Unternehmen das Nokia N9 präsentieren, welches wohl von einem 1,2 Gigahertz starken Intel-Prozessor angetrieben wird, zum anderen soll Nokia auch an einem MeeGo-Tablet arbeiten.
Nokia arbeitet Medienberichten zufolge bereits an vier WP7-Handys. Zudem plant der Hersteller einen neuen Tablet-Computer. Hier ist die Entscheidung über das Betriebssystem trotz der Kooperation mit Microsoft aber noch nicht gefallen.
Intel erhält bei der Entwicklung von MeeGo weitere Unterstützung. Unter anderem beteiligen sich LG und ZTE aktuell an MeeGo-Arbeitsgruppen. Zumindest LG schloss aber einen Einsatz des Systems auf Handys des Herstellers zunächst aus.
MeeGo statt Windows, SSD statt Festplatte - Asus bringt mit dem Eee PC X101 ein dünnes und leichtes Netbook für Einsteiger auf den Markt. Der Preis beträgt 169 Euro. Erhältlich ist es ab Mitte August.
Intel gibt MeeGo auf und entwickelt zusammen mit Samsung und der Linux Foundation ein neues Betriebssystem namens Tizen. Auch das Samsung-OS Bada könnte für Tizen eingestellt werden.




