Neuerungen im Detail
iLife 11: Apples Multimedia-Suite im Test
Vor kurzem hat Apple eine neue Version seiner Multimedia-Suite iLife 2011 vorgestellt. Neue Funktionen gibt es vor allem für GarageBand, andere Bestandteile der Software hingegen wurden kaum überarbeitet. Erfreulich ist der geringe Preis: iLife 2011 kostet deutlich weniger als die Vorgängerversion.

Inhaltsverzeichnis
- 1Installation dauert lange
- 2Kaum Neuerungen in iPhoto
- 3iDVD und iWeb
- 4Fazit: Schwache Leistung, geringer Preis
Apple hat ein Kunststück geschafft, dass nur wenigen Technologiekonzernen gelingt: Die Aufregung um die Produkte aus Cupertino ist so groß, dass schon Wochen vor einer Pressekonferenz stets die Gerüchte überschlagen, welche bahnbrechende Neuerung der Kult-CEO Steve Jobs denn nun wieder vorstellen wird. Genauso war es auch am 20.10.2010: Schon vor der Veranstaltung unter dem Titel "Back to the Mac" wurde spekuliert, Apple könnte eine neue Version von Mac OS X zeigen.
Das ist auch tatsächlich geschehen, mehr als die Hälfte der Zeit widmete sich Apple aber einem ganz anderen Produkt: iLife 11. Nach Aussage von Steve Jobs gibt es dafür auch sehr gute Gründe: Es stehe fest, dass die iLife Multimedia-Suite einer der wichtigsten Gründe sei, warum einige Menschen einen Mac und eben keinen regulären PC mit Windows oder Linux erwerben würden. Die Anhänger der in iLife enthaltenen Anwendungen iPhoto, iMovie, iDVD, iWeb und GarageBand haben schon lange auf eine Aktualisierung gewartet, die seit Ende Oktober endlich in den Läden steht.
Installation dauert lange
Apple ist nicht unbedingt für niedrige Preise bekannt, doch zumindest bei iLife 11 hat sich etwas getan: Im Gegensatz zum Vorgänger iLife 09 für 79 Euro kostet die aktuelle Fassung nur noch 49 Euro. Dabei ist jede verkaufte Lizenz von iLife 11 eine Update-Ausgabe, da Mac-Benutzer ja bereits automatisch über eine bestehende iLife-Version verfügen. Wenn man diese nicht auf seinem Mac installiert hat, kann man mit der iLife-DVD eine Neuinstallation durchführen.
Apropos Installation: Wie gewohnt liefert Apple einen Assistenten auf der DVD aus, die zusammen mit einer kleinen gedruckten Schnellstartanleitung in der bekannten Papphülle "designed by Apple in California" verkauft wird. Derzeit gibt es keine Download-Fassung von iLife, sodass Anwender eines MacBook Air zwingend ein externes Laufwerk benötigen. Ansonsten schreibt Apple nur vor, dass für iLife 11 zwingend ein Intel-basierter Mac mit dem Betriebssystem Snow Leopard vorhanden sein muss. Außerdem sollte man gute fünf Gigabyte Speicherplatz auf der Festplatte frei haben.
Auffällig war im Test war auffällig, dass die Installation sehr lange braucht: Ein weißes MacBook (aktuelle Generation) benötigte über zwanzig Minuten, um knapp vier Gigabyte an Daten auf die Platte zu schaufeln. Dabei wurde, wie erwartet, ein älteres iLife problemlos überschrieben – allerdings ohne Rückfragen durch den Assistenten. Zum Abschluss war kein Neustart nötig, was typisch für Apple ist.
Bildergalerie: Installation der Suite
Bevor die Installation losgeht, sollte der Nutzer die Hinweise im beigefügten Dokument aufmerksam lesen.
Zu Beginn der Installation wird erst einmal erklärt, welche Programme überhaupt in iLife 11 enthalten sind.
Für die gesamte Suite sind über 4,2 Gigabyte an freiem Speicherplatz nötig.
Wer nicht so viel Platz hat, kann einzelne Komponenten auf Wunsch abwählen.
Mehr als 25 Minuten sind nötig, bis alle Dateien auf den Mac kopiert sind.
GarageBand mit neuen Tonstudio-Funktionen
Eine der beliebtesten Programme aus iLife ist mit Sicherheit GarageBand. Apple versucht auch in der neuen Fassung weiterhin, das Programm zum professionellen Tonstudio für Einsteiger umzubauen. Dazu hat GarageBand 11 die Funktionen Flex Time und Groove Matching von den großen Vorbildern Logic Express und Logic Pro geerbt. Mit Flex Time ist es nun möglich, einzelne Töne aus Aufnahmen mit echten Instrumenten in einer Zeitleiste beliebig zu verschieben. Dabei können diese nicht nur an eine andere Stelle gesetzt werden, sondern auch innerhalb der gleichen Spur gestaucht und gestreckt werden. Im Test führte die Funktion allerdings zu mehrfachen Abstürzen der Anwendung.
Für die weitere Arbeit mit Musikern, denen etwas das Gefühl für den Rhythmus fehlt, sorgt Groove Matching: Über den Klick auf den Stern neben den Instrumentensymbolen lässt sich festlegen, dass die jeweilige Spur als Taktgeber für ein Musikstück dient. Die anderen Instrumente lassen sich mit einem einzigen Klick einpassen: GarageBand 11 richtet diese nach der taktgebenden Tonspur aus, was mit guter Qualität gelingt. In der Praxis ist die Funktion hilfreich, um zum Beispiel eine fehlende Gitarre nachträglich einzuspielen, sofern der Groove etwa über das Schlagzeug schon vorgegeben ist. Groove Matching arbeitete im Test anders als Flex Time ohne Abstürze.
GarageBand 11 ist aber nicht nur ein Ton-, sondern auch ein Lernstudio: Wie in der älteren Ausgabe können Einsteiger in der virtuellen Musikschule das Spielen von Piano und Gitarre erlernen. Dabei hat mit der Aktualisierung eine neue Kontrollfunktion Einzug gehalten, die Nutzern eine Rückmeldung zu ihrer Spielqualität gibt. Schade ist, dass Apple mit GarageBand gerade einmal zwei Basiskurse liefert – den Rest muss man zusätzlich aus dem Store kaufen (rund 4,95 Euro je Kurs) und laden.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Apple MacBook hier.
