Gespräche zu teuer

Sparmaßnahmen in Großbritannien: Polizisten sollen Simsen statt funken

Großbritanniens Polizisten sind dazu angehalten, so oft wie möglich ihren Kollegen Textnachrichten zu schreiben, anstatt den Polizeifunk zu nutzen. Der Grund: Der Netzbetreiber Airwave Solution erhebt für Gespräche horrende Kosten, berichtet die britische Tageszeitung DailyMail.

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Angeblich sollen bis zu zwei Pfund (circa zwei Euro) pro Sekunde für Gespräche fällig werden, sobald die Summe der Gespräche ein bestimmtes Limit überschritten haben. Deshalb schickt die Polizei ihre Streifenpolizisten nun in so genannte Schreibtrainings. Zudem gibt es sechszehn vorgefertigte Codes, die eine bestimmte Nachricht an den Zentralcomputer senden. Hiermit sollen die Polizisten der Zentrale schnell melden können, was sie gerade tun.

Nur im Notfall soll Funkkontakt mit der Basis aufgenommen werden. Kritiker befürchten nun, dass die Aufmerksamkeit der Streifenpolizisten darunter leiden könnte. Außerdem wüssten sie nicht, ob ihre Nachricht wirklich angekommen ist und ihre Kollegen im Notfall wissen, wo sie sich gerade aufhalten. Das sei der große Unterschied zu Gesprächen über Funk.

Mehr Umsatz als Vodafone

Wie viel die britische Polizei im Jahr an den Netzbetreiber insgesamt zahlen muss konnte DailyMail nicht in Erfahrung bringen. Die Rechnungen für einzelne Polizeibezirke beliefen sich aber im letzten Jahr auf durchschnittlich rund 600.000 britische Pfund, berichtet die Zeitung. Dass die Sparmaßnahmen notwendig sind, belegt auch die Bilanz von Airwave Solutions. Zuletzt machte das Unternehmen sogar mehr Profit als der britische Netzgigant Vodafone. Airwave selbst will in seine Tarifstruktur keine Einblicke gewähren, bezeichnete die Angabe von 2 Pfund pro Sekunde aber als inkorrekt und irreführend. 

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