Mikrochip wird durch die Magensäure aktiviert
"Chip in a pill": Neue Technologie überträgt Daten aus dem Körper
Das Schweizer Unternehmen Novartis AG arbeitet an einer Pille, die einen Mikrochip enthält. Dieser übermittelt Informationen an ein Art Pflaster, das an der Haut des Patienten angebracht ist. In einem nächsten Schritt sendet dieser "Patch" die Daten an ein Smartphone oder via Internet direkt an einen Arzt.

Die Novartis AG möchte den "Ingestible Event Marker (IEM)" innerhalb der nächsten 18 Monate bei den Behörden für eine Abnahme anmelden. Der Einsatz soll dann bei Transplantationspatienten erfolgen, um eine Abstoßungsreaktion der Organe zu vermeiden. Der Chip soll mit der konstanten Überwachung sicher stellen, dass die Patienten die Medikamente zur richtigen Zeit und in der richtigen Dosis einnehmen. Aktiviert wird der Chip wenn er mit der Magensäure in Kontakt kommt.
Herzfrequenz und Temperatur wird gemessen
24 Millionen Dollar hat Novartis im Januar diesen Jahres ausgegeben, um Zugang zu der "Chip-in-a-pill"-Technologie der kalifornischen Firma Proteus Biomedical sicherzustellen. Der Proteus-Chip kann unteschiedliche biometrischen Daten sammeln, wie zum Beispiel die Herzfrequenz und die Körpertemperatur messen. Diese Informationen können aufzeigen, ob Medikamente so wirken, wie sie sollen.
Trevor Mundel, Entwicklungs-Chef bei Novartis, erklärte, dass Novartis nicht davon ausgehe umfangreiche klinische Tests für die Abnahme des neuen Produktes durchführen zu müssen, da der Chip in bereits existierende Medikamente eingefügt wird. Stattdessen sollen nur sogenannte Bioäquivalenz-Tests durchgeführt werden, die zeigen, dass die neuen Medikamente keine Auswirkung auf die Wirkungsweise der Pillen haben.
Mundel führte weiter aus, dass die Behörden alle das Konzept mögen und unterstützen. Aber sie möchten verstehen, wie der Datenschutz gewährleistet wird. Schließlich werden die persönlichen, medizinischen Daten von Patienten mittels WLan oder Bluetooth an Dritte übertragen.
In der Medizin finden Mikrochips immer häufiger Verwendung. So wurde erst küzlich eine Studie über einen neuen Netzhautchip veröffentlicht. Mit Hilfe der Technologie können Blinde wieder schemenhaft Gegenstände erkennen.
