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One for All: Universalfernbedienung Xsight Plus im Test
Für Fernseher, DVD und HiFi

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Die Xsight Plus ist eine neue Premium-Universalfernbedienung aus dem Hause One for All. Das Modell steuert bis zu 12 Geräte und bietet Makroprogrammierungsfunktionen. Im netzwelt-Test zeigte das Modell bei der Konfiguration aber ein paar Unzulänglichkeiten.

Mit der Xsight Plus steuern Sie alle Geräte im Wohnzimmer: vom Fernseher über den DVD-Player bis hin zum neuen Blu-ray-Player. Insgesamt zwölf Geräte lassen sich parallel verwalten. Für den nötigen Überblick sorgt dabei das 1,44 Zoll große Farbdisplay. Die Einrichtung der Xsight Plus ist aber nicht so unkompliziert wie vom Hersteller versprochen.

Mit der Xsight Plus präsentiert der Hersteller One for All das neuste Modell seiner Xsight-Produktlinie, die sich an Anwender aus dem High-End Bereich richten soll. Er verspricht umfangreiche Funktionen zu einem konkurrenzlosen Preis. Den kompletten Funktionsumfang nutzen können jedoch nur echte Microsoft-Fans.

Verarbeitung: Elegant und robust

Der Hersteller One for All hat den Signalgeber gut ausbalanciert und dank der gummierten Unterseite liegt die Xsight Plus auch angenehm in der Hand. Der 1,44 Zoll große Farbdisplay wird zudem durch einen Metallrahmen betont. Insgesamt strahlt das Modell dadurch eine schlichte Eleganz aus.

Die Tasten sind ausreichend groß und bieten einen klaren Druckpunkt, wackeln jedoch in ihrer Verankerung etwas umher. Dennoch ist die Xsight Plus robust und übersteht Stürze aus geringer Höhe ohne Probleme.

Bedienung: Gelungenes Tastenlayout, aber fehlende Grundfunktionen

Gelungen ist auch die Anordnung der Tasten. Die Xsight Plus wirkt trotz 49 Drückern keineswegs überfrachtet sondern äußerst übersichtlich. Unter dem Display findet der Nutzer alle Tasten zur Bedienung der Universalfernbedienung, darunter befinden sich die Tasten für Fernsehmenüs und zum Regeln der Lautstärke, gefolgt von den Abspieltasten für DVD-Player oder Videorekorder und abschließend die Zifferntasten. Gut ist auch, dass der Nutzer nicht immer genau auf das zu steuernde Gerät zielen muss, damit Eingaben erkannt werden. Der Infrarot-Sender verfügt also über einen großzügigen Abstrahlwinkel.

Xsight Plus im Test

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Die Xsight Plus ist ein brandneues Modell aus dem Premium-Segment des Universalfernbedienungsherstellers One for All.

Was jedoch fehlt, ist eine Taste zum direkten Aufrufen und Schließen des DVD- oder CD-Players, diese Funktion müssen die Nutzer stattdessen über das Display aufrufen. Denn hier können so genannte Bildschirmtasten angelegt werden, die mit Funktionen belegt werden können für die es auf der Fernbedienung kein Bedienelement gibt.

Gerätecodes: Weniger als bei der Konkurrenz

Die Datenbank an Gerätecodes umfasst bei One for All laut eigenen Angaben mehr als 3.300 Marken und mehr als 25.000 Befehle. Damit ist die Sammlung kleiner als etwa beim Konkurrenten Logitech, der laut eigenen Angaben mit rund 5.000 verschiedenen Herstellern in seiner Datenbank aufwartet. Auf der Fernbedienung selbst sind die Codes der beliebtesten Marken aus dem jeweiligen Produktsegment gespeichert. Zugriff auf die volle Datenbank erhält der Nutzer aber nur über das Internet.

Im netzwelt-Test fiel die kleinere Datenbank jedoch nicht ins Gewicht. Von drei Testgeräten erkannte die Xsight Plus zwei ohne Probleme. Dabei handelte es sich um einen sechs Jahre alten Fernseher der Marke Tevion sowie ein vier Jahre alten Xoro DVD-Player. Lediglich eine drei Jahre alte SEG-Stereo Anlage ließ sich mit der Universal-Fernbedienung nicht steuern, auch nicht über eine Online-Anbindung.

Einrichtung: Ohne Microsoft geht nur wenig

Die Xsight Plus lässt sich über mehrere Wege konfigurieren: Zum einen kann sie mittels der Original- Fernbedienung angelernt oder über den eigenen Code Speicher konfiguriert werden. Wer jedoch alle Funktionen nutzen will, der kommt nicht daran vorbei, seine Xsight Plus über das beiliegende USB-Kabel mit dem PC zu verbinden und auf das Online-Tool EZ RC zurückzugreifen. Ohne dieses lassen sich beispielsweise keine Makros programmieren oder Favoriten festlegen. Auch ist nur mit dem Programm die komplette Gerätecode-Datenbank nutzbar, da auf der Fernbedienung nur die gängigsten Gerätemarken gespeichert sind.

Das Online-Tool kann leider nur mit dem Internet Explorer aufgerufen werden. (Quelle: Screenshot)

Dicker Minus-Punkt: Leider lässt sich das Online-Programm EZ RC nur unter Windows und auch nur mit dem Microsoft Internet Explorer nutzen. Denn obwohl es sich um ein Online-Tool handelt, muss auf den Rechner ein Treiber für die Verbindung mit der Fernbedienung installiert werden - und diesen gibt es auf der beiliegenden CD nur für Windows. Zudem hat Microsoft auch die Entwicklung des Internet Explorer für Mac längst eingestellt. Mac-Nutzer schauen also in die Röhre.

Nervig ist die Datensammelwut von One for All beim Anlegen eines Nutzerkontos, was ebenfalls zwingend für die Konfiguration erforderlich ist. Neben Namen, Postleitzahl und Bundesland soll der Nutzer auch angeben, wo er die Xsight Plus gekauft hat und wo er sie vornehmlich nutzen will, im Wohnzimmer oder im Schlafzimmer. Zwar verlangt das niederländische Unternehmen nicht auf alle Fragen eine Antwort, dennoch wirkt der Registrierungsprozess unnötig lang und aufgebläht.

Ist der Nutzer nun endlich registriert und mit seinem Konto bei EZ RC eingeloggt, muss er dann wieder einem Active X Steuerelement den Zugriff auf die Fernbedienung erlauben und mitunter noch ein Programmupdate erdulden, ehe er endlich mit der Einrichtung seiner Xsight Plus beginnen kann. Hierbei sind die Anweisung des Programms nicht immer präzise. Hat der Nutzer Marke und Gerät ausgewählt, wird er aufgefordert die Fernbedienung vom PC abzutrennen und zu testen. Wer nun vorschnell nach erfolgreichem Test denkt, er könne das Browserfenster wegklicken und fröhlich drauf los zappen, sieht sich getäuscht. Zum Test wurde nämlich nur ein Bruchteil des Gerätecodes kopiert. Für den Rest muss die Xsight Plus wieder an den Rechner gestöpselt werden. Hat der Nutzer das Browserfenster schon geschlossen, muss er den Einrichtungsprozess von vorne beginnen.

Komfortfunktionen: Makros und Favoriten

Die Xsight Plus bietet wie für Universalfernbedienung in diesem Preissegment üblich die Möglichkeit Befehlsketten, so genannte Makros, zu programmieren oder Lieblingssender als Favoriten festzulegen. Dies ist ebenfalls nur über das Programm EZ RC möglich. Mac-Nutzer müssen also hierauf verzichten. Bei der Makroprogrammierung kann der Nutzer auch aus bereits vorgefertigten Makros wählen, die er nur an seine Bedürfnisse anpassen muss. So gibt es zum Beispiel Vorlagen, mit denen sich alle Geräte auf einmal abschalten lassen. Es steht dem Nutzer aber auch frei, Makros von Grund auf selbst mittels EZ RC zusammenzustellen. Dies geschieht an Hand einer übersichtlichen Oberfläche, in der der Nutzer festlegt, in welcher Reihenfolge bestimmte Infrarot-Codes an ausgewählte Geräte gesendet werden. Es schaltet sich beispielsweise erst der Fernseher ein, der anschließend etwa auf den AV-Kanal wechselt und zuletzt wird der Receiver hinzugeschaltet.

Favoriten legt der Nutzer ebenfalls über die Software fest, allerdings ist auch dies ein wenig umständlich: Denn der Nutzer muss zunächst seine Region auswählen, dann erhält er eine Liste der in seiner Region verfügbaren Sender. Hieraus wählt er einen Sender aus und gibt noch die Programmtaste an, auf dem er den Sender auf seinem Fernseher gespeichert hat.

Der Vorgang ließe sich auch abkürzen, in dem der Nutzer den Sendernamen und die Nummer direkt in der Fernbedienung eingibt. Ebenfalls wären eine Datums- und Uhrzeitanzeige im Display wünschenswert gewesen. Dafür bietet die Fernbedienung einen Bewegungssensor, der sie automatisch anschaltet, wenn der Nutzer sie anhebt.

Fazit: Mit Einschränkungen zu empfehlen

Die Xsight Plus zeigte im netzwelt-Test leichte Schwächen bei der Einrichtung. Im Vergleich mit der Konkurrenz, etwa von Logitech, ist das Konfigurieren via Web etwas umständlicher. Vor allem das Koppeln der Einrichtung an den Internet Explorer war im Test nervtötend und ist auch nicht mehr zeitgemäß.

Auch wäre es begrüßenswert, einfache Funktionen wie zum Beispiel das Festlegen von Favoriten auch ohne Anschluss an den PC erledigen zu können. In Punkto Bedienung und Verarbeitung sowie verfügbare Gerätecodes zeigte sich das neue One for All-Modell jedoch von seiner guten Seite. Wer also eine günstige Premium-Universalfernbedienung sucht und kein Mac-Nutzer ist, kann die Xsight Plus in die engere Wahl einbeziehen. Eine Alternative ist die etwas ältere Philips Prestigo SRT9320. Die inzwischen auch deutlich im Preis gesunken ist. Auch Logitechs Harmony-Reihe sollten Interessierte in Betracht ziehen.

Die Xsight Plus ist seit September in Deutschland erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers liegt bei rund 70 Euro. Für rund 50 Euro bietet One for All zudem das Modell Xsight Lite an, das einen ähnlichen Funktionsumfang bietet. Mit ihm lassen sich allerdings nur sechs anstatt zwölf Geräte steuern. Zudem bietet die Xsight Lite weniger Speicherplatz für Favoriten und Makros. Weitere Universalfernbedienung aus allen Preisklassen finden Sie in unserem Einkaufsberater.

Kommentare zu diesem Artikel

Die Xsight Plus ist eine neue Premium-Universalfernbedienung aus dem Hause One for All. Das Modell steuert bis zu 12 Geräte und bietet Makroprogrammierungsfunktionen. Im netzwelt-Test zeigte das Modell bei der Konfiguration aber ein paar Unzulänglichkeiten.

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  • Kai Peter schrieb Uhr
    AW: Alles fernsteuern: Universalfernbedienung Xsight Plus im Test

    Ich habe mir die kleine Xsight gekauft (im Media Markt für 39 Euro) und ich bin total begeistert. Ich kann mit der Aktivitätenfunktion (nur eine Taste) meine Leinwand runterfahren, meine Anlage, HD Reciver und Beamer starten und alle Tasten sind so eingestellt wie ich es will (muss dann nicht zwischen den Geräten wechseln) Die Verarbeitung ist Top. Für das Geld super empfehlenswert. Hab meinem Dad auch gleich eine gekauft, riesen Vorteil er kann sie auch ohne Computer installieren, dass geht bei teuer Logitech nicht. Absolute Kaufempfehlung von mir. Grüße Kai Peter



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One for All: Universalfernbedienung Xsight Plus im Test
One for All: Universalfernbedienung Xsight Plus im Test
Mit der Xsight Plus präsentiert Hersteller One for All eine neue Premium-Universalfernbedienung. Die Konfiguration ist aber etwas umständlich.
http://www.netzwelt.de/news/84672-one-for-all-universalfernbedienung-xsight-plus-test.html
2010-11-10 16:19:05
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One for All: Universalfernbedienung Xsight Plus im Test