Macht, Monarchen und Märchen
Im Test: Fable 3
Erst die Revolution, dann das königliche Vergnügen: Im Action-Rollenspiel "Fable 3" lassen die britische Games-Eminenz Peter Molyneux und sein Entwicklerteam Lionhead Xbox-360-Besitzer im Fantasy-Reich Albion gegen ihren despotischen Bruder aufbegehren - nur um sie anschließend selbst mit der Macht eines Monarchen in Versuchung zu führen.
Fable 3 - Call to Action Trailer: Fable 3 bietet dem Spieler wieder viel Freiraum zur eigenen Entfaltung. Wie weit diese geht wird in diesem Trailer von den Entwicklern beschrieben. Angefangen bei Peter Molyneux persönlich haben viele Mitarbeiter von Lionhead die Möglichkeit sich zu Fable 3 zu äußern. Erschienen ist das Action-Rollenspiel für die Xbox 360 und den PC. Zum Video: Fable 3 - Call to Action Trailer
Der Hauptdarsteller im jüngsten Teil der populären Rollenspielreihe ist kein Geringerer als der Spross jenes Helden, den man in "Fable 2" gesteuert und zum Herrscher über Albion gemacht hat. Leider ist es nach dem Tod des Königs nicht an ihm, sondern an seinem älteren Bruder Logan, den Thron zu besteigen. Und der erweist sich als Tyrann, der Albion mit eiserner Hand regiert und das Volk knechtet. So bleibt dem Prinzen und seinen Getreuen nur die Flucht in den Untergrund: Hier will er das Helden-Erbe seines alten Herrn antreten und den Despoten stürzen. Doch bevor es so weit ist, muss der Spieler erst Land und Leute für sich gewinnen - und das nicht nur mit flotten Action-Manövern oder gefährlichen Missionen!
Denn auch das neue "Fable" steht wieder ganz im Zeichen des Heldenkults: Albions Frontfiguren werden gefeiert wie Rockstars oder gefürchtet wie der Leibhaftige persönlich - je nachdem, welche Entscheidungen sie treffen und wie sie dem kleinen Mann gegenüber treten. Die Designer widmen diesem Charakter-Bürger-Verhältnis gleich eine ganze Latte von Optionen und Ausdrucksmöglichkeiten, mit denen man sich beliebt oder unbeliebt machen kann. So darf der Held jeden Bewohner der Spielwelt zum Tänzlein bitten, ihn herzlich umarmen, durch fiese Kitzel-Attacken zum Losprusten bringen oder in einen höflichen Plausch über das Wetter verwickeln. Es geht aber ruppiger und rüder: Permanentes rülpsen, furzen und rumpöbeln verärgert auf Dauer selbst den glühendsten Verehrer.
Wer unbedingt möchte, der darf eine für Avancen empfängliche Person so sehr umwerben, dass die sich anschließend zum Traualtar führen lässt. Aber auch wer dabei gleichgeschlechtliche Ehen bevorzugt, dessen Liebesglück muss nicht kinderlos bleiben: Ein Waisenhaus in der Reichshauptstadt Bowerstone beherbergt quirlige Dreikäsehochs, die nur darauf warten, adoptiert und in einen ordentlichen Helden-Haushalt integriert zu werden.
Ein Helden-Haushalt übrigens, dessen Kasse nicht nur klingelt, weil der Familienvorstand regelmäßig Monster erschlägt und dafür Gold und Erfahrungspunkte einstreicht: In Albion kann man sich als Bäcker, Schmied oder Spielmann verdingen und sogar tüchtig in Immobilien und Betriebe investieren. Und dank des feinen Riechers des eigenen Hundes lassen sich zudem zahlreiche Schätze bergen ...
Bei so vielen Nebenbeschäftigungen rückt die Geschichte zunächst arg in den Hintergrund. Aber wie bereits der Vorgänger macht auch "Fable 3" ab der Hälfte eine entscheidende Plot-Kehrtwende: Dann spielt das Abenteuer einmal mehr seine erzählerischen Trümpfe aus und versetzt Xbox-360-Helden nach einer packenden Rebellion in die juwelenbesetzten Stiefel eines Monarchen. Und als solcher muss er bald erkennen, dass nichts ist, wie es scheint - und in jedem noch so netten Kerl ein ganz mieser Tyrann steckt.
All das und die grandios benutzerfreundliche Handhabe, die ohne Menüs auskommt, machen auch das neue "Fable" zu einem ungewöhnlichen Genre-Mix, bei dem jedes Echtzeit-Gefecht mit Schwert, Pistole und Magie zum Hochgenuss und jede Exkursion zum Sightseeing-Erlebnis wird. Ausgesprochene Rollenspiel-Profis mögen Lionheads Meisterwerk nicht ganz ernst nehmen und als netten Zeitvertreib abtun. Aber auch sie werden sich der Faszination und den Möglichkeiten Albions nur schwerlich entziehen können.
Im Test: Fable 3
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Bild vergrößern Auch im dritten Teil der "Fable"-Reihe bleibt Entwickler Lionhead dem Erfolgskonzept treu. (Bild: Lionhead) - Bild 2 von 11
Bild vergrößern Der Weg auf den Thron von Albion ist mit jeder Menge guter Absichten und manchmal bösen Taten gepflastert. (Bild: Lionhead) - Bild 3 von 11
Bild vergrößern Ob man in die Fußstapfen seines tyrannischen Bruders treten will oder lieber den barmherzigen König spielt, bleibt jedem selbst überlassen. (Bild: Lionhead) - Bild 4 von 11
Bild vergrößern Während des Kampfes um die Krone steigen die Fertigkeiten im Umgang mit Waffen und Zaubern. (Bild: Lionhead) - Bild 5 von 11
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Kleiner Tipp: die englische Tonspur von "Xbox Live" herunterladen! Darin leiht Monty-Python-Star John Cleese dem Butler des Helden die Stimme. Aber auch die aufwendige deutsche Synchronisation kann sich hören lassen.
Datenblatt
| Fable 3 | |
| Spielname | Fable 3 |
| Hersteller | Lionhead |
| Vertrieb | Microsoft |
| Genre | Rollenspiel |
| Erhältlich ab | 29.10.2010 |
| Preis | ca. 60 Euro |
| EAN Code | 0885370197518 |
| Schwierigkeit | Für Fortgeschrittene |
| Alter | ab 16 Jahren |
| Multiplayer | 1-2 |
| Sonstiges | |
| Bewertung Grafik | gut |
| Bewertung Steuerung | sehr gut |
| Bewertung Sound | gut |
| Bewertung Spielspass | sehr gut |
| Bewertung Gesamt | sehr gut |
| System | Xbox 360 |
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insgesamt 1 BeitragGrafisch ist der Titel total altmodisch.Die Charakteure sehen total comichaft aus. Sry aber das Spiel wird ein Reinfall. Nicht mehr zeitgemäß find ich.