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Potentes Gegenmittel: Cowon J3 im Test
Klangstarker MP3-Player

von Michael Knott Uhr veröffentlicht

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Wer den dünnen Klang seines Mobiltelefons satt ist und auch unterwegs nicht auf hochwertige Audio-Ausgabe verzichten möchte, sollte einen Blick auf den neuen Cowon J3 werfen.

Braucht die Welt überhaupt noch klassische MP3-Player? Musik quillt doch mittlerweile auch aus jedem Handy, jedem Netbook. Netzwelt vertritt klar die Meinung: Ja - wer auf Musik steht und diese nicht nur nebenbei sondern bewusst konsumiert, kommt an einem ausgewiesenen MP3-Player wie dem Cowon J3 nicht vorbei.

Auf den ersten Blick geht der J3 sogar fast als Smartphone durch. Keine einzige Taste ist auf der Vorderseite zu sehen, die zum größten Teil von einem berührungsempfindlichen AMOLED-Display, ähnlich wie beim ebenfalls von netzwelt getesteten Cowon S9, eingenommen wird. Im Gegensatz zu den meisten Musik-Telefonen am Markt bietet der Cowon zusätzlich physikalische Tasten an der Seite, mit denen der Nutzer Titel wechseln, die Lautstärke ändern und die Musik pausieren kann.

Ausstattung und Verarbeitung

Der 56 x 106,5 x 9,9 Millimeter große J3 ist leicht, gerade einmal 75 Gramm bringt er auf die Waage. Das geringe Gewicht hat der Player seiner Kunststoffhaut zu verdanken. Dennoch liegt das Testgerät gut in der Hand. An der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen. Alles sitzt unverrückbar an seinem Platz, schüttelt man den Player kräftig, gibt er keinen Laut von sich.

Vier verschiedene Speicherausführungen sind erhältlich. Neben der im Test befindlichen Variante mit 16 Gigabyte großem Flash-Speicher sind auch Versionen mit 8 und 32 Gigabyte verfügbar. Alle Ausführungen weisen einen MicroSD-Kartenschacht auf und lassen beim Speicherausbau Luft nach oben. Die unverbindlichen Preisempfehlungen beginnen bei 179 Euro für die günstigste Variante und enden bei stolzen 259 Euro für den J3 mit 32 Gigabyte Kapazität.

Cowon J3 im Test

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Wer auf einen guten Klang viel Wert legt, sollte nicht allein auf sein Mobiltelefon vertrauen.

Als Schnäppchen geht der J3 damit keinesfalls durch, eher ist der schlanke MP3-Player im Premiumbereich anzusiedeln. Schade, dass das Gadget angesichts des hohen Preises nicht mit einem WLAN-Modul aufwarten kann - ein Surfen im Netz ist daher mit dem J3 nicht möglich. Dafür ist die übrige Ausstattungsliste mit eingebautem Mikrofon, SD-Karten-Schacht, AMOLED-Display, Flash-Unterstützung, TV-Ausgang und Bluetooth nahezu komplett.

Bedienung

In nur vier Sekunden erwacht der J3 aus dem Tiefschlaf und ist einsatzbereit. Sofort fallen die gute Auflösung und die leuchtenden Farben des Displays auf - hier kann die AMOLED-Technik ihre Stärken voll ausspielen. Auch kleinere Schrift lässt sich dank der vergleichsweisen hohen Auflösung von 480 x 272 Bildpunkten gut entziffern.

Der Nutzer wird mit einem aufgeräumten Startbildschirm begrüßt, klare, mit Text unterlegte Symbole weisen den Weg zu den einzelnen Funktionen. Symbolsprache und Aufmachung des Menüs lehnen sich stark an aktuelle Smartphones an - einzelne Symbole lassen sich etwa auf eine zweite Startseite verschieben - daher dürften die wenigsten Nutzer Probleme bei der Bedienung haben. Manche Bildschirme sind jedoch aufgrund der Fülle an Informationen überfrachtet.

Eine kleine Besonderheit bietet der etwas zu fix reagierende Lagesensor, der nicht nur den Bildschirminhalt an die jeweilige Haltung des Players anpasst, sondern sogar die Schrift unterhalb der Programm-Icons. So viel Liebe zum Detail kennt man von bisherigen Playern der Koreaner nicht. Leider bleibt es auch beim J3 nicht aus, dass der Nutzer über nicht selbsterklärende Icons stolpert - dann hilft nur Ausprobieren. Wünschenswert wären zudem separate Navigationstasten für das Menü, etwa unterhalb des Displays, wo genügend Platz dafür ist, gewesen.

Den Cowon J3 gibt es ab sofort im Handel. Die günstigste Variante mit einem acht Gigabyte großen Speicher kostet 179 Euro. (Quelle: Hersteller)

Klang

Der Cowon J3 kommt wie die übrigen MP3-Player von Cowon mit den meisten Audio-Formaten zurecht. Lästiges Konvertieren entfällt somit. Als einer von ganz wenigen portablen Geräten kommt er auch mit Gapless Playback, der kontinuierlichen Musikwiedergabe ohne Unterbrechung zwischen einzelnen Titel, zurecht. Neben dem obligatorischen MP3-Format kann das Testgerät auch WMA-, FLAC-, OGG, APE- und WAV-Musik wiedergeben. Auch beim Abspielen von Titeln mit dem Kopierschutz DRM10, den viele legale Download-Portale verwenden, gibt es im Test keine Probleme.

Die im Lieferumfang enthaltenen Kopfhörer erfüllen ihren Zweck, sollten aber dringend gegen ein höherwertiges Exemplar ausgetauscht werden, denn erst dann kann der J3 seine volle Klangpower standesgemäß entfalten. Netzwelt verwendete für diesen Test die Shure E500PTH In-Ear-Kopfhörer.

Bereits in der Grundeinstellung, mit deaktivierten Klangpolierern, gibt der kompakte Unterhaltungskünstler einen lupenreinen Klang ab, dem es jedoch ein wenig an Durchschlagskraft und Brillanz fehlt. Dem kann der Nutzer entgegenwirken, indem er einen der vielen Klangverbesserer aktiviert.

35 voreingestellte Equalizer-Presets, darunter gleich vier vom Nutzer frei konfigurierbare Klangfelder, geben enormen Spielraum für den eigenen Lieblingsklang. Unter den Einstellmöglichkeiten finden sich auch die von anderen Cowon-Playern bekannten Effekte BBE+ und JetEffect 3.0, die genau wie bei den anderen von netzwelt getesteten Cowon-Playern auch beim J3 eine reife Leistung abliefern. Kurzum: Einen solchen Sound, wie ihn der J3 auf die Kopfhörer holt, liefert derzeit definitiv kein Smartphone oder Musik-Handy ab.

Weitere Funktionen

Kaum etwas gibt es bei der Video-Wiedergabe zu beanstanden - bis auf die Tatsache, dass eine Bildschirmdiagonale von 8,4 Zentimetern nicht unbedingt für ausgiebigen Filmgenuss gebaut ist. Abgesehen davon erfolgt die Videowiedergabe flüssig. Einmal mehr kann das leuchtstarke AMOLED-Display seine Stärken mit hohen Blickwinkeln und gutem Kontrast ausspielen.

Auch eine Dokumenten-Funktionen bringt der J3 mit. Texte lassen sich so lesen und stellenweise auch bearbeiten - eine nette Zusatzoption. Weitaus praktischer dürfte für die meisten Nutzer aber das eingebaute Mikrofon sein. Dieses nimmt Stimmen und Umweltgeräusche auf, die allerdings nicht allzu weit entfernt sein dürfen. Immerhin sind die Aufzeichnungen im WMA-Format frei von Störgeräuschen, sofern man den J9 mit ruhiger Hand aufzeichnen lässt.

Aufzeichnen lässt sich im übrigen auch das Radioprogramm. Für den Empfang sind angeschlossene Kopfhörer zwingend notwendig, da der Cowon-Player diese als Antenne zweitverwertet.

Ein ebenfalls nett gemeintes Gimmick ist die Flash-unterstützung, die dem J3-Besitzer eine Hand voll Spiele für seinen Player beschert. Die vorinstallierten Titel eignen sich aber nur für den ganz kurzen Zeitvertreib und lassen sich nicht etwa mit den Apple iPod-Titeln vergleichen. Dafür gibt Cowon eine Akkulaufzeit im reinen Musikbetrieb von bis zu 64 Stunden an; elf Stunden sollen es bei der Videowiedergabe sein.

Fazit

Wer Wert auf lupenreinen Klang legt und von dem Gedudel aus dem Handy genervt ist, findet im Cowon J3 ein potentes Gegenmittel. Er bietet brillanten Klang, den Nutzer zudem auf vielfältigste Art und Weise verändern können. Hinzu kommt die große Anzahl abspielbarer Audio-Formate, die wohl ebenfalls kein Smartphone bieten kann. Wer diese Vorteile erkennt und zu schätzen weiß, wird auch in Kauf nehmen ein Extra-Gerät im Alltag mit sich zu führen.

Kommentare zu diesem Artikel

Wer den dünnen Klang seines Mobiltelefons satt ist und auch unterwegs nicht auf hochwertige Audio-Ausgabe verzichten möchte, sollte einen Blick auf den neuen Cowon J3 werfen.

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  • L.Gerlach schrieb Uhr
    AW: Potentes Gegenmittel: Cowon J3 im Test

    ... müsste der Preis (...) runter gegangen sein. Ich kann mir das nur so erklären: Der Cowon J3 wird nicht mehr im großen Stil produziert, die Vorräte neigen sich dem Ende zu. Trotzdem gibt es weiterhin eine vergleichsweise große Nachfrage. Vielleicht weil er nach wie vor im Internet glorifiziert wird. Du sagst ja selbst, dass du gelesen hast: Der Cown J3 soll ja jetzt noch der beste Mp3-Player sein Leider kann ich dir nicht mit einem Anbieter dienen, der den Cowon J3 für 180€ im Angebot hat. Allgemein sehe ich den Cowon derzeit nur bei Anbietern im Angebot, bei denen ich bisher selbst noch gar nicht bestellt habe. Ich kann dir also auch da keinen Anbieter empfehlen. Aber hier ist ein Tipp von unserem MP3-Player-Fachmann Michael Knott: Cowon ist prinzipiell schon eine gute Wahl. Der iAudio 9 wäre in deinem Fall eine gute Alternative: www.netzwelt.de/news/81244-schlank-robust-gut-cowon-iaudio-9-test.html. Der ist auch beim großen Internet-Versender mit "A" zu finden und kostet dort rund 150€ in der 16GB Variante.
  • Jessica.J schrieb Uhr
    AW: Potentes Gegenmittel: Cowon J3 im Test

    Hallo,

    ich war gerade mal im Internet auf der Suche nach einem neuen Mp3-Player, bis ich auf diesen Artikel hier gestoßen bin. Der Cown J3 soll ja jetzt noch der beste Mp3-Player sein, mal abgesehen von den netten Internet-Feauters. In dem Video konnte man ja am Anfang sehen wie viel der so kostet und da stand dann 179 Euro, so jetzt meine Frage, weil ich gerne mir einen neuen "sehr guten" Mp3-Player ohne schnick, schnack wie Internet... usw. kaufen möchte dachte ich nach dem Bericht an den Cown J3 und der Preis war/ist wie ich finde für 8GB und und und, ziemlich gut. Dann habe ich mal so nachgeschaut, finde aber nur Angebote von 300 Euro. Und 300 Euro sind mir dann wiederum zu viel Geld. Wo genau bekommt man den für ca. 180 Euro wie im Video angegeben, weil ich meine den gibt es jetzt ja auch schon um die 2 Jahre da müsste der Preis normal schon ordentlich runter gegangen sein. Dem scheint aber nicht so.. Bitte um Antwort (:
  • Michael Knott schrieb Uhr
    AW: Potentes Gegenmittel: Cowon J3 im Test

    ja das würde mich auch sehr intressieren! kann man auf dem player eine playlist erstellen?? :) bitte um schnelle antwort :) Hallo, das geht so weit ich weiß mit nahezu allen Cowon-Playern, also auch mit dem J3. Viele Grüße aus der Redaktion
  • Jakob schrieb Uhr
    AW: Potentes Gegenmittel: Cowon J3 im Test

    ja das würde mich auch sehr intressieren! kann man auf dem player eine playlist erstellen?? :) bitte um schnelle antwort :)
  • Unregistriert9874 schrieb Uhr
    AW: Potentes Gegenmittel: Cowon J3 im Test

    Eine kleine Frage: Hat der Cowon J3 eine Funktion, mit der ich zum Beispiel bevor ich joggen gehe aus ein paar Liedern eine Playlist erstellen kann? Wenn nein, hat der Cowon X7 eine solche Funktion, oder handelt es sich um das genau gleiche Betriebssystem?
  • Michael Knott schrieb Uhr
    AW: Potentes Gegenmittel: Cowon J3 im Test

    Oh - im Video. Danke für den Hinweis!
  • Michael Knott schrieb Uhr
    AW: Potentes Gegenmittel: Cowon J3 im Test

    Cowon ist ein koreanischer Hersteller... :) Hallo Seppi, das stimmt, Cowon kommt aus Korea. Behaupten wir im Artikel etwas anderes? Viele Grüße aus der Redaktion
  • seppi schrieb Uhr
    AW: Potentes Gegenmittel: Cowon J3 im Test

    Cowon ist ein koreanischer Hersteller... :)

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Potentes Gegenmittel: Cowon J3 im Test
Potentes Gegenmittel: Cowon J3 im Test
Kein Vergleich zum oft dünnen Handy-Sound: Der Cowon J3 ist ein MP3-Player für Kenner und die, die es werden wollen.
http://www.netzwelt.de/news/84510-potentes-gegenmittel-cowon-j3-test.html
2010-10-29 16:38:58
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/all--one-free-studio-vereint-41-kostenlosen-programme-dvdvideosoft-paket-bild-dvdvideosoft4109.png
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