In dieser Woche stehen Sozial- und Familiendramas hoch im Kurs

Neue Filme: Familie, Freunde und viel Leidenschaft

Im Gegensatz zu den Neuerscheinungen der vergangenen Wochen haben die aktuellen Empfehlungen sehr viel gemeinsam: In allen Produktionen geht es um Eifersucht, Freundschaft und auch die Sehnsucht nach Zuneigung und Liebe. Ein wenig aus der Reihe fällt lediglich ein Horrorfilm, dessen Handlung aber durchaus für eine sinnvolle Diskussion über soziale Fragen taugt. Ganz allgemein ist die Darstellung von sozialen Geschehnissen für Regisseure eine ganz besondere Herausforderung: Nicht nur das Drehbuch muss passen, auch die richtigen Schauspieler sind für einen gutes Sozial- oder Familiendrama sehr wichtig.

?
?


Inhaltsverzeichnis

  1. 1Amelia
  2. 2Red Mist
  3. 3Sin Nombre
  4. 4Hier kommt Lola
  5. 5Es kommt der Tag
  6. 6Noch mehr Filme ...
Werbung

Amelia

In der ersten Neuerscheinung dieser Woche spielt Hilary Swank die ehrgeizige Fliegerin Amelia Earhart, die dem Film seinen Namen gegeben hat. An ihr hätte Alice Schwarzer ihre wahre Freude: In einer Welt, in der Männer das Sagen haben, erwirbt sie als eine der ersten Frauen eine Fluglizenz und hetzt zu immer neuen Rekorden. Sie möchte unter anderem die erste Frau sein, die den Atlantik alleine überfliegt. Im Film steht an ihrer Seite stets George Putnam, der in Gestalt von Richard Gere als zuverlässiger Geschäftspartner sowie als Verleger und Liebhaber fungiert. Die Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren ist so eng, dass nicht einmal eine kurze (aber sehr ernste) Affäre von Amelia die Beziehung ins Wanken bringen kann.

Die zweifache Oscar-Preisträgerin Hilary Swank lebt über den gesamten Film den amerikanischen Traum in seiner höchsten Vollendung: Amelia hat ihr Hobby zum Beruf gemacht, kann sich durch Werbeverträge auch finanziell über Wasser halten und ist der weibliche Star schlechthin. Ganz wie das historische Vorbild, über dessen Tod bei einem Flug über den Pazifik im Jahr 1937 bis heute nur wenig bekannt ist, hat Amelia in der Produktion unter Regie von Mira Nair ein sehr eigenwilliges Bild von vollkommener Freiheit: Nicht nur durch ihre zahllosen Liebeleien, sondern auch ihre unmissverständliche Inkonsequenz macht die Hauptfigur nicht nur den Protagonisten, sondern auch dem einen oder anderen Zuschauer gehörig zu schaffen.

Der Film "Amelia" geht den Wiedersprüchen im Leben des historischen Vorbilds nur unzureichend nach, der Streifen aber insgesamt dennoch sehr gute Unterhaltung und taugt beinahe als Fortsetzung für "Aviator" mit Leonardo DiCaprio. Die beeindrucken Bilder in Flugszenen gefallen genauso wie die Dialoge.