Kampagne für legale Downloads
Frankreich: Jugendliche laden Musik auf Staatskosten
Das französische Kulturministerium will Jugendliche dazu animieren, Musik legal aus dem Internet zu laden. Dazu spendiert der Staat in den nächsten zwei Jahren der französischen Jugend bis zu 25 Euro für Musik-Downloads.

Dazu müssen sich Jugendliche im Alter zwischen 12 und 25 Jahren im so genannten Musikkarten-Portal registrieren und ihre Musikkarte mit einem Geldbetrag zwischen 5 und 25 Euro aufladen. Der Staat verdoppelt dann den Aufladebetrag um bis zu maximal 25 Euro. Songs können mit der Musikkarte bei rund 20 Online-Shops gekauft werden, darunter auch bei Apple iTunes und Amazon.
Minister Frédéric Mitterrand setzt damit einen Vorschlag der Kommission "Kreativität und Internet" um. Die Europäische Union hat Frankreich für die Musikkarte bereits grünes Licht erteilt. Begleitet wird die Aktion mit einer umfangreichen Werbekampagne unter anderem auch im Musikfernsehen MTV, das ab Januar 2011 zum Pay-TV Kanal wird. Die staatlich subventionierte Musikkarte wird es für zwei Jahre geben. Pro Jahr können eine Million Jugendliche am Programm teilnehmen. Auf den Staat kommen damit kosten von rund 50 Millionen Euro zu.
Illegale Downloads in Deutschland rückläufig
In Deutschland ist die Zahl der illegalen Musikdownloads rückläufig. Laut einer aktuellen Studie der Musikindustrie sanken illegale Downloads von 316 Millionen im Jahr 2008 auf 259 Millionen im Jahr 2009. Ein Trend der sich auch in den Vorjahren bereits zeigte. Dennoch ist diese Zahl fünfmal so hoch wie die der legalen Musik-Downloads, diese beziffert der Branchenverband Bitkom für 2009 auf 51 Millionen.
Die Mehrheit der illegalen Downloads geht hierzulande aber auch nicht auf Jugendliche zurück. Der typische Filesharer ist nämlich laut Musikindustrie männlich und zwischen 20 und 39 Jahre alt. Unter den 10- bis 19-Jährigen nutze nicht mal jeder zehnte Jugendliche illegale Angebote. Ob das französische Beispiel auch hierzulande Schule machen wird, ist deshalb fraglich. Das Angebot überrascht zudem auch, denn Frankreich war in den vergangenen Jahren durch einen besonders harten Umgang mit Filesharern aufgefallen. Unter anderem wurde diskutiert, Filesharern den Internetzugang zu kappen, wenn sie zum dritten Mal erwischt werden. Ähnliche Pläne gab es auch in Großbritanien.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Filesharing hier.
Links zum Thema
- Brennerstudie 2010 der Musikindustrie (Quelle)
- Musikkarten Portal
- Bitkom-Umfrage: Legale Musik-Downloads (Quelle)

Ich find es ist ein sehr pfiffiger Ansatz, ob damit aber illegale Downloads auf Dauer eingeschränkt werden, ist fraglich.
so kann man auch die staatlichen subventionen den lobbyisten-nutzniessern zukommen lassen.......