Samsung PS-63 C 7790: Gigantisch großer 3D-Plasma-TV im Test

HDTV-Bildqualität

Bei Blu-rays läuft der PS-63 C 7790 erwartungsgemäß zur Hochform auf. Die Darstellung von Details gelingt dank des riesigen Bildes wesentlich entspannter als wie bei kleinen Fernsehern. Schnell wird deutlich, dass die Bildverarbeitung keine Details verschluckt und feinste Pixelmuster ohne Kontrastverlust oder Einfärbungen darstellt. Auch die Farben zeichnen sich durch eine hohe Neutralität aus und brauchen sich vor keinem anderen Fernseher zu verstecken.

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Spielt man hingegen 24p-Signale zu, macht sich ein unerwartetes Problem bemerkbar: Im YCbCr-Farbraum treten fehlerhafte Farben auf - Grüntöne wirken zu intensiv, Rottöne hingegen zu flau. Der Fehler lässt sich zwar mittels Farbmanagement minimieren, aber man muss sich schon sehr gut auskennen, um das hinzubekommen. Deswegen empfiehlt netzwelt eine elegantere und einfachere Lösung: Blu-ray-Player mit umschaltbarem HDMI-Farbraum. Auf diese Weise erspart man sich die komplizierte Justierung. Obwohl der 63-Zöller nur einen durchschnittlichen Im-Bild-Kontrast aufweist, gelingen ihm bei düsteren Filmen erstaunliche Ergebnisse. So wirkt das Schwarz in "Krabat" gleichmäßig und satt.

3D-Bild

Um ein optimales 3D-Bild zu erzielen, sollte man ein paar kleine Modifikationen vornehmen. Zunächst einmal sollte man - wie auch bei 2D - den "Film"-Modus wählen und der Kontrast sollte von 100 auf 80 abgesenkt werden, damit helle Bildbereiche nicht überstrahlen. Dann erscheint ein ausgewogenes Bild mit gleichmäßiger Farbbalance - auch dann, wenn man den Kopf bewegt, was zum Beispiel Sony-LCD-TVs mit schlechterer Bildqualität quittieren.

Negativ fällt hingegen die geringe Helligkeit auf, die auch schon bei den 3D-Plasmas von Panasonic auftrat. Die Helligkeit des Samsung beträgt im 3D-Modus nur noch 15 Prozent des ursprünglichen Wertes. Dennoch reicht die Helligkeit aus, um in dunkler Umgebung ein ausreichend sattes Bild zu ermöglichen. Nachteil an der Sache: Sobald Raumlicht auftritt, sieht das Bild saft- und kraftlos aus. Die Samsung-Shutterbrille sitzt sicher und bringt verhältnismäßig wenig Gewicht auf die Waage, seitlich einfallendes Licht wird von den schmalen Bügeln aber kaum abgehalten. 

Typisch Samsung ist die Konvertierungsfunktion von 2D- in 3D-Material, die "normalen" Bildern eine verblüffende Räumlichkeit verleiht. Auf der anderen Seite hat die Konvertierung auch Nachteile, vor allem die häufigen Bildfehler, die das Auge verwirren, fallen unangenehm auf. Fehler dieser Art treten bei echtem 3D-Material - netzwelt sah sich die "Monster und Aliens"-3D-Blu-ray an - nicht auf. Die Tiefenwirkung wirkt jederzeit glaubwürdig, und auch die Anstrengung für die Augen hält sich in Grenzen.

Bei besonders kontrastreichen Motiven können gelegentlich Doppelkonturen auftauchen, die durch das Übersprechen zwischen den Teilbildern verursacht werden. Leichte Schwächen zeigt auch die Bewegungswiedergabe: Bei deaktivierter Glättung spielt der TV-Gigant 50-Hertz-Signale mit 60 Hertz ab, wodurch Objekte, die sich schnell und gleichmäßig bewegen, schnell stottern. Bei eingeschalteter Bewegungsglättung verschwindet das Ruckeln zwar, aber dafür ärgerte sich netzwelt dann über Artefakte in Form von Rauschsäumen. Das irreguläre Stottern tritt auch bei Spielfilmen auf, fällt dort aufgrund der niedrigeren Bewegungsauflösung aber kaum auf.

Fazit: Riesenspaß für Filmfreunde

Dieses TV-Monster wird Filmfreunden ein fettes Grinsen aufs Gesicht zaubern. Die Bilder, die es in dunkler Umgebung ins Heimkino zaubert, weisen eine hervorragende organische Gesamtwirkung mit nur wenigen digitalen Bildartefakten auf. Dafür sind 3.500 Euro wirklich nicht zu viel, zumal es den 3D-Plasma im Internet schon wesentlich preiswerter gibt. Da kann man beim hohen Stromverbrauch, der geringen Helligkeit und der fehlerhaften Farbmatrix bei YUV-24p schon mal ein Auge zudrücken. 

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