Weitere Datenpannen entdeckt

Facebook und MySpace: Werbung verrät persönliche Daten (Update)

Beim sozialen Netzwerk Facebook ist eine neuerliche Datenpanne aufgetreten. Studien zeigen, dass Werbetreibende die sexuelle Einstellungen von Nutzern auslesen können, auch wenn diese diese Information nur ihren Freunden offenbaren. Beim Konkurrenten MySpace senden Anzeigen und Applikationen Nutzerinformationen an die Werbeindustrie weiter. Das Update vom 2. November finden Sie am Ende des Artikels.

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Werbung

Die sozialen Netzwerke Facebook und MySpace sind für ihre Nutzer kostenlos. Ihr Geld verdienen die Firmen mit Werbung. Hier setzt eine Studie der Stanford University an. Sie hat das Werbesystem von Facebook auf Schwachstellen hin untersucht, die zum Ausspionieren von Nutzerdaten zu missbrauchen sind. Das Ergebnis ist erschreckend: Werbetreibende haben mit einigen Tricks Zugang zu so sensiblen Informationen wie sexuelle Ausrichtung oder Beziehungsstatus der Mitglieder. Die Forscher hatten ihre Entdeckungen Facebook im Juli mitgeteilt - die sozialen Netzwerke haben daraufhin das Werbesystem geändert und das Ausspionieren von Nutzerdaten erschwert. Mit ein paar Anstrengungen sei dies aber immer noch möglich, erklärte das Forscherteam um Aleksandra Korolova.

Auch MySpace verrät Nutzerdaten

Auch der Facebook-Konkurrent MySpace, der besonders bei Musikfans beliebt ist, hat mit einer Datenpanne in seinem Werbesystem zu kämpfen. Denn sobald Nutzer auf eine Werbeanzeige klicken wird eine Identifikationsnummer übertragen, die dem Werbetreibenden ermöglicht auf das Profil des Nutzers zu zugreifen und die dort verfügbaren Informationen zu sammeln.

Ebenso versenden verschiedene Applikationen Nutzerdaten an die Werbeindustrie, berichtet die US-amerikanische Tageszeitung Wall Street Journal. Bislang ist jedoch nicht klar, ob die Daten hier auch genutzt werden. Das gleiche Problem war zuletzt auch im weltweit größten sozialen Netzwerk Facebook entdeckt worden. Sowohl MySpace als auch Facebook haben in diesem Jahre neue Funktionen angekündigt, um die Privatssphäre ihrer Nutzer zu schützen.

Update 2.11.2010: Facebook sperrt Entwickler

Das soziale Netzwerk Facebook hat einigen App-Entwicklern für einen Zeitraum von sechs Monaten den Zugang zu seinem Netzwerk gesperrt. Die Programmierer sollen in ihren Applikationen Daten von Nutzern gesammelt und an Dritte weitergegeben und dafür Geld erhalten haben. Zudem habe Facebook sich mit einigen betroffenen Unternehmen geeinigt, dass diese die gesammelten Daten löschen. Das teilte das Unternehmen in seinem Entwickler-Blog mit.

Ebenso kündigte Facebook Änderungen in den Entwickler-Richtlinien an. Künftig dürfen die Identifikationsnummer von Nutzern Applikationen nicht mehr verlassen. Falls dieses unausweichlich ist, um beispielsweise Inhalte von Partnern einzubinden, müssen die Programmierer die Identifikationsnummer anonymisiert übertragen. Eine entsprechende Funktion dafür will das soziale Netzwerk in der nächsten Woche vorstellen. Facebook hatte zuletzt zahlreiche neue Funktionen zum Schutz der Nutzer vorgestellt, etwa Wegwerf-Passwörter oder neue Privatssphären-Einstellungen.

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