Zum Wochenende

Neue Filme: Rom, Rockmusik und Jean Reno

Für die Regisseure und Produzenten ist es bei den meisten Filmen nicht leicht, einen geeigneten Ort für die Aufnahmen zu finden: Die klassischen Filmstudios wie Babelsberg in Potsdam oder die Münchner Bavaria Filmstudios bieten zwar neueste Technik und viel Platz, lassen im Endergebnis viele Filme aber etwas steril und klinisch wirken. Die Authentizität geht in der Filmbranche, die immer stärker durch Investoren und deren Glauben an Rendite gehetzt wird, verloren.

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Mit Jean Reno und Ben Stiller zeigt sich Hollywood-Glanz in dieser Woche. (Bilder: Amazon)
Mit Jean Reno und Ben Stiller zeigt sich Hollywood-Glanz in dieser Woche. (Bilder: Amazon)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Ajami
  2. 2Rock it
  3. 3Greenberg
  4. 4Inside Ring
  5. 5When in Rome
  6. 6Noch mehr Filme
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Nur wenige Regisseure gehen radikal neue Wege: In einzelnen Fällen bieten Laiendarsteller wie in der ersten Neuerscheinung der Woche eine sehr gute Möglichkeit, direkt auf der Straße die Eindrücke des wirklichen Lebens festzuhalten. Schon alleine der Wechsel in eine Region wie Passau, die nicht gerade für ihre Filmbranche bekannt ist und wo dennoch die zweite Empfehlung der Woche gedreht wurde, bietet für die Qualität und Handlung eines Films großartige neue Möglichkeiten.

Ajami

Die erste Empfehlung der Woche spielt in Ajami, einem Stadtteil von Jaffa bei Tel Aviv. Hier sind Terror, die Angst vor politischer und religiöser Verfolgung genauso Realität wie die großen sozialen Probleme. Auf sehr engem Raum leben Juden und Muslime, aber auch Christen und Menschen anderer Religionen zusammen, die sich über Jahre bekämpft haben. Die Produktion "Ajami" erzählt fünf völlig unabhängige Geschichten: In dem Film tritt zu Beginn Omar auf, der sich in die junge Hadir verliebt hat und dadurch in den Streit zweier mächtiger arabischer Familien hineingezogen wird. Er muss um sein Leben fürchten und lehnt trotzdem die Flucht in eine andere Stadt ab - er will die Liebe zu Hadir nicht wegen eines Bandenkriegs aufgeben.

Omars Freund Malek dagegen hat ganz andere Sorgen: Er benötigt dringend eine größere Summe Geld, da seine Mutter schwer krank ist und sich nicht die nötigen Behandlungen leisten kann. Deshalb arbeitet Malek illegal in Israel und fürchtet jeden Tag staatliche Repressalien. Das Leben Dandos dagegen, der als Polizist mit seiner jüdischen Herkunft hadert, wird durch das spurlose Verschwinden seines Bruder vollkommen aus der Bahn geworfen. Dabei ist sich Dando sicher, dass der Bruder Opfer von Arabern geworden ist - und er schwört Blutrache. Die Wege der Protagonisten kreuzen sich, als Malek und Omar auf ein sehr lukratives Drogengeschäft eingehen, bei dem jedoch alle Beteiligten Personen die Kontrolle verlieren.

"Ajami" zeigt eine Welt, die in Israel nur selten thematisiert wird: Das Leben von Arabern im Land. Dabei hat der Regisseur viele Rollen mit Laiendarstellern besetzt, die dem Film eine große Authentizität verleihen. Die spannenden Dialoge machen den Gesamteindruck der Oscar-Nominierung perfekt.