Konzern weist Schuld von sich
Telekom: Netzbetreiber fälschte Kundenbewertungen
Beim Einkaufen im Internet vertrauen zahlreiche Nutzer auf die Bewertungen anderer Kunden. Diesen Umstand hat sich offenbar die Deutsche Telekom zu Nutze machen wollen. Nach einem Bericht von Spiegel Online ließ der Konzern von einer Textagentur rund 1.000 Kundenbewertungen für ein Shopping-Portal auf T-online.de schreiben.
Die Texte sollten dabei möglichst realistisch sein und auch negative Bewertungen enthalten. Die vermeintlichen Kritiker sollten sich beim Schreiben an bereits im Internet kursierenden Kommentaren zu den Produkten orientieren, berichtet das Nachrichtenmagazin. Veröffentlicht wurden die Texte auf dem Shopping-Portal "Einkaufswelt" der Telekom-Tochter T-online. Offenbar war es nicht das Ziel mit den Texten die Käufer irreführen zu wollen, vielmehr sollten angeregte Nutzerdebatten und damit eine hohe Nutzeraktivität auf dem Portal vorgetäuscht werden, berichtet Spiegel Online. Mittlerweile sind die Texte von der Internetseite gelöscht worden.
Telekom schiebt die Schuld auf Dritte
Der Telekom-Konzern bestätigte die in dem Text erhobenen Vorwürfe des Magazins, wies die Schuld allerdings von sich. Ein übereifriger Dienstleister hätte der Textagentur Textprovider den Auftrag ohne Wissen des Konzerns erteilt. "Hier ist der Dienstleister deutlich über das Ziel hinausgeschossen", erklärte eine Konzernsprecherin gegenüber Spiegel Online. Zudem handele das Shopping-Portal in seinen Geschäftsbeziehungen autark und unabhängig von der Telekom.
In der vergangenen Woche hatten gefälschte Rezensionen zum deutschen iPad-Konkurrenten WeTab beim Internethändler Amazon für Aufsehen gesorgt. Diese waren vom damaligen Geschäftsführer Helmut Hoffer von Ankershoffen unter falschen Namen verfasst worden und hatten das Produkt überschwänglich gelobt. Von Ankershoffen trat daraufhin zurück.


Der Deutschen Telekom wurden erneut Kundendaten gestohlen. Im Gegensatz zur letzten Datenpanne im Jahr 2008 wechselten diesmal auch Informationen zu Kontoverbindungen den Besitzer. Ausländische Callcenter-Betreiber setzen die Daten ein, um deutschen Kunden Telekom-Verträge zu verkaufen.
Die Online-Community Stayfriends.de gerät in die Kritik weil Mitarbeiter derzeit überall im Bundesgebiet Schulen fotografieren. Eine Erlaubnis dafür wolle man sich erst später einholen. Einem Realschullehrer wurde Gewalt angedroht, weil er sich das Kennzeichen eines Fotografen notierte - das berichtet der Spiegel.
Neue Peinlichkeiten um den Berliner iPad-Konkurrenten WeTab: Geschäftsführer Helmut Hoffer von Ankershoffen tritt zurück, nachdem bekannt wurde, dass er bei Amazon unter falschen Namen positive Rezensionen zum WeTab verfasste.
Für das WeTab ist ein größeres Firmware-Update erschienen, das die gröbsten Fehler der Vorgänger-Version ausbessern soll. Unter anderem ist der Browser nun auch Multitouch-fähig.
Kundenrezensionen sind hilfreich bei der Produktauswahl, doch nicht immer vertrauenswürdig. Ein Ratgeber des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft will helfen, gefälschte Rezensionen zu erkennen.
Über die Webseite der Unesco waren offenbar wochenlang Unterlagen von Bewerbern öffentlich einsehbar. Die Organisation reagierte erst nach mehreren Hinweisen auf das Datenleck - und schweigt bislang zu der Panne.
Gegen die Deutsche Telekom haben zwei Betreiber von Auskunftsportalen Strafanzeige gestellt. Der Netzbetreiber steht unter Verdacht, jahrelang Kosten für den Aufbau und die Pflege einer Kunden-Datenbank doppelt abgerechnet zu haben.




