Konzern weist Schuld von sich

Telekom: Netzbetreiber fälschte Kundenbewertungen

Beim Einkaufen im Internet vertrauen zahlreiche Nutzer auf die Bewertungen anderer Kunden. Diesen Umstand hat sich offenbar die Deutsche Telekom zu Nutze machen wollen. Nach einem Bericht von Spiegel Online ließ der Konzern von einer Textagentur rund 1.000 Kundenbewertungen für ein Shopping-Portal auf T-online.de schreiben.

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Bis zu 1.000 Kundenbewertungen in der T-Online Einkaufswelt sollen laut Spiegel Online gefälscht gewesen sein. (Bild: Screenshot)
Bis zu 1.000 Kundenbewertungen in der T-Online Einkaufswelt sollen laut Recherchen von Spiegel Online gefälscht gewesen sein. (Bild: Screenshot)
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Die Texte sollten dabei möglichst realistisch sein und auch negative Bewertungen enthalten. Die vermeintlichen Kritiker sollten sich beim Schreiben an bereits im Internet kursierenden Kommentaren zu den Produkten orientieren, berichtet das Nachrichtenmagazin. Veröffentlicht wurden die Texte auf dem Shopping-Portal "Einkaufswelt" der Telekom-Tochter T-online. Offenbar war es nicht das Ziel mit den Texten die Käufer irreführen zu wollen, vielmehr sollten angeregte Nutzerdebatten und damit eine hohe Nutzeraktivität auf dem Portal vorgetäuscht werden, berichtet Spiegel Online. Mittlerweile sind die Texte von der Internetseite gelöscht worden.

Telekom schiebt die Schuld auf Dritte

Der Telekom-Konzern bestätigte die in dem Text erhobenen Vorwürfe des Magazins, wies die Schuld allerdings von sich. Ein übereifriger Dienstleister hätte der Textagentur Textprovider den Auftrag ohne Wissen des Konzerns erteilt. "Hier ist der Dienstleister deutlich über das Ziel hinausgeschossen", erklärte eine Konzernsprecherin gegenüber Spiegel Online. Zudem handele das Shopping-Portal in seinen Geschäftsbeziehungen autark und unabhängig von der Telekom.

In der vergangenen Woche hatten gefälschte Rezensionen zum deutschen iPad-Konkurrenten WeTab beim Internethändler Amazon für Aufsehen gesorgt. Diese waren vom damaligen Geschäftsführer Helmut Hoffer von Ankershoffen unter falschen Namen verfasst worden und hatten das Produkt überschwänglich gelobt. Von Ankershoffen trat daraufhin zurück.

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