Sie sind hier:
 

Navi und Handy: Garmin Asus nüvifone A50 im Test
Navi und Smartphone im Einen

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

Diesen Artikel weiterempfehlen
SHARES

Das nüvifone A50 ist das erste Gerät auf dem deutschen Markt aus der Herstellerkooperation zwischen Garmin und Asus. Es soll Smartphone und Navigationsgerät miteinander vereinen.

Navigationsgeräte und Smartphones verschmelzen immer mehr. Mit Garmin und Asus haben nun auch zwei Hersteller aus dem jeweiligen Bereich ihre Expertise in einem Joint-Venture vereint. Das nüvifone A50 ist dabei das erste Produkt, das es auf den deutschen Markt schafft.

Hardware: Nicht mehr ganz aktuell

Von der Hardware ist das nüvifone A50 fast schon ein Einsteigersmartphone: Der Prozessor ist lediglich mit 600 Megahertz getaktet, der Arbeitsspeicher ist 256 Megabyte groß. Zudem bietet es einen vier Gigabyte großen internen Flashspeicher. Auch die integrierte Digitalkamera bietet gerade einmal drei Megapixel, Standard sind mittlerweile fünf.

Mit HSDPA und WLAN unterstützt das nüvifone dafür alle Zugangswege zum Internet, auf den aktuellen schnellen WLAN n-Standard müssen die Käufer jedoch verzichten.

Software: Update in der Mache

Als Betriebssystem setzt Garmin Asus auf Googles Android. Ab Werk ist jedoch nur die Version 1.6 installiert. Aktuell ist derzeit die Version 2.2. Für das vierte Quartal 2010 hat der Konzern bereits die Version 3.0 des mobilen Betriebssystem angekündigt. Garmin und Asus haben der alten Android-Version aber ein paar Extra-Funktionen spendiert, wie zum Beispiel Exchange Active Sync. Ein Update auf die Android-Version 2.1 existiert zudem bereits in einer Beta-Version und soll voraussichtlich Ende Oktober erscheinen. Garmin Asus bohrt die Version zudem um die eigentlich erst in Version 2.2 verfügbaren Funktionen Tethering via USB sowie Sicherheitseinstellungen für Exchange auf.

Überzogen wurde Android mit einer "Breeze" genannten Oberfläche. Diese ist auf den ersten Blick etwas verwirrend. Der Startbildschirm ist dreigeteilt: Neben den Hauptfunktionen Anruf, Zieleingabe, Karte folgt eine Leiste mit weiteren häufig genutzten Apps, etwa dem Browser oder der Kamera. Dann folgt noch ein App-Bereich, indem weitere Programme zu finden sind. Beide App-Bereiche sind zudem unabhängig voneinander scrollbar. Diese ungewohnte Bildschirmaufteilung führte bei den ersten Gehversuchen mit dem nüvifone dazu, dass nach bestimmten Apps zunächst intensiv gesucht werden musste. Die Kamera findet sich zum Beispiel im zweiten Bildschirmteil, wenn der Nutzer ganz nach unten scrollt. Gut dagegen ist, dass das Mobiltelefon den Nutzer beim Ausschalten warnt, dass ausstehende Alarme nicht ausgegeben werden, wenn er das Smartphone ausschaltet.

Verarbeitung: Robust aber unhandlich

Im Praxistest zeigt sich das nüvifone A50 robust. Stürze aus geringen Höhen, etwa vom Amaturenbrett im Auto hält das Gerät ohne Problem aus. Dafür wirkt das Gerät trotz Metallrahmen nicht edel, sondern durch die kantige Bauform eher wie ein Klotz. So liegt es auch in der Hand. Denn mit ermittelten 142 Gramm übertritt das nüvifone A50 das Gewicht von Apples iPhone 4 um fünf Gramm und gehört damit eindeutig zu den Schwergewichten unter den Smartphones.

Kein Wunder, dass der Hersteller keine offiziellen Angaben zum Gewicht macht. Zum Telefonieren empfiehlt sich deshalb ein Headset, denn komfortable längere Zeit ans Ohr halten lässt sich das nüvifone A50 nicht. Ebenfalls nicht ganz gut gelungen ist die Anordnung des SIM-Karten Schachtes, denn die SIM-Karte kann nicht bei eingelegtem Akku gewechselt werden.

Display: Kaum Spiegelungen

Das Display des nüvifone A50 kann insgesamt als gelungen betrachtet werden. Zwar reagiert der Touchscreen nicht immer sofort auf jedes Tippen der Finger, die Bildschirminhalte sind aber auch bei direkter Lichteinstrahlung noch zu erkennen, denn der Bildschirm spiegelt nur minimal. Mit 3,5 Zoll (8,9 Zentimeter) ist das Display zudem sehr groß und ermöglicht ein angenehmes Surfen. Auch verdreckt das Display im Vergleich zu anderen Smartphones weniger schnell.

Garmin Asus nüvifone A50 im Test

Bild 1 von 8
Die SIM-Karte lässt sich bei eingelegtem Akku nur schwer wechseln.

Multimedia: Zweckmäßige Komponenten

Lautsprecher und Kamera erfüllen ihren Zweck. Ein Hochgenuss ist das Musikhören mit dem nüvifone A50 jedoch bauartbedingt nicht. Mit der verbauten Kamera lassen sich zwar schnelle Schnappschüsse erzeugen, diese sind jedoch aufgrund eines leichten Blaustiches nur begrenzt vorzeigbar. Der Kameraauslöser braucht etwas mehr Druck als die Auslöser anderer Smartphone-Modelle, zudem kann eine Videoaufnahme nur über einen virtuellen Knopf gestartet und gestoppt werden, der hardwareseitige Kameraknopf ist im Videmodus deaktiviert. Auch in Punkto Sprachqualität kann das Smartphone nicht überzeugen. Beim Telefonieren war im Test ein leichtes Rauschen zu hören und die Stimmen klangen etwas blechern.

Navigation: Schnelles GPS

Auf dem Kerngebiet des Herstellers Garmin, der Navigation, kann das nüvifone dagegen voll überzeugen. Dank Assisted GPS, Aided GPS und eigenständigem GPS findet das Gerät schnell und zuverlässig den Weg. Vorausgesetzt es liegt nicht ein Software-Problem vor, denn das erste netzwelt-Testgerät konnte in Mitten Hamburgs kein passendes Kartenmaterial für den Standort finden und zeigte nur eine Europakarte an. Beim zweiten Test-Modell trat dieses Problem nicht mehr auf.

Die Kamera des nüvifone A50 ist nur für Schnappschüsse geeignet.

Nervig bei der Navigation ist die unnatürliche Computerstimme, die extrem künstlich und roboterhaft klingt. Ein Vorteil gegenüber anderen Android-Smartphones ist beim nüvifone dagegen, dass sämtliches Kartenmaterial, ähnlich wie bei Nokia Handys mit OviMaps, bereits auf dem Smartphone lagert und nicht wie bei Google Maps zunächst über eine kostenpflichtige Internetverbindung nachgeladen werden muss. Für registrierte Geräte bietet der Hersteller sogar vier Mal im Jahr ein kostenloses Update des Materials an. Das leistungsstarke GPS kann zudem häufig auch in geschlossenen Räumen mit Hilfe von aGPS eine Standort-Ermittlung herstellen.

Lieferumfang: Alles fürs Navigieren

Mit Saugnapfhaltung, Amaturenbrett-Klebeplatte und KFZ-Ladekabel spendieren Garmin und Asus dem Käufer das Rüstzeug, um das nüvifone als Navigationsgeräteersatz im Auto zu benutzen. Bei anderen Herstellern muss dieses Zubehör dagegen meist erst kostenpflichtig erworben werden.

Weiterhin im Lieferumfang enthalten ist ein Ladekabel und ein USB-Kabel. Es fehlt dagegen eine microSD-Karte, mit der sich der interne Speicher des Gerätes erweitern lässt.

Fazit: Mehr Navigationsgerät als Smartphone

Das nüvifone A50 kann seine Ursprünge im Navigationsgerätebereich nicht verleugnen. Hersteller Garmin hat trotz der Partnerschaft mit Asus deutlich mehr Wert auf die Navigationsfunktionen als auf die Smartphone- Eigenschaften gelegt. Weder Betriebssystem noch Hardware sind hier zurzeit auf dem aktuellen Stand. Auch fehlt die integration von Sozialen Netzwerken, wie etwa beim HTC Wildfire oder dem Sony Ericsson X10 mini -  gerade für jüngere Käuferschichten ein Muss. Hierfür muss der Kunde selber Applikationen suchen.

Wer jedoch viel unterwegs ist, gelegentlich Smartphone-Funktionen nutzen und sich nicht Navigationsgerät und Smartphone zulegen will, kann einen Blick auf das nüvifone A50 riskieren. Für den Preis gibt es aber im Smartphone-Bereich bereits bessere Alternativen, etwa das Samsung Galaxy S.

Das Garmin Asus nüvifone A50 ist in Deutschland exklusiv bei O2 erhältlich. Der Netzbetreiber bietet das Gerät SIM-Lock frei für 469 Euro an. Der Preis ist dabei bei einer Anzahlung von 49 Euro auch in 24 Monatsraten von je 17,50 Euro zahlbar.

Kommentare zu diesem Artikel

Das nüvifone A50 ist das erste Gerät auf dem deutschen Markt aus der Herstellerkooperation zwischen Garmin und Asus. Es soll Smartphone und Navigationsgerät miteinander vereinen.

Jetzt ist Ihre Meinung gefragt. Diskutieren Sie im Forum zu diesem Artikel.

Jetzt Diskutieren!
  • Jan K. schrieb Uhr
    AW: Navi und Handy: Garmin Asus nüvifone A50 im Test

    @vouagereschädigen!: Du beziehst dich sicher auf diesen Satz: "Ebenfalls nicht ganz gut gelungen ist die Anordnung des SIM-Karten Schachtes, denn die SIM-Karte kann nicht bei eingelegtem Akku gewechselt werden."

    Es ging darum dass man bei ausgeschaltetem Gerät den Akku erst entfernen muss, um an die SIM-Karte zu gelangen. Da gibt es mittlerweile auch Lösungen, dass der Schacht nicht mehr vom Akku verdeckt wird. Ein Risiko kann ich beim Wechsel der SIM-Karte beim ausgeschalteten Handy nicht erkennen.

    Grüße aus der Redaktion.
  • vouagereschädigen! schrieb Uhr
    AW: Navi und Handy: Garmin Asus nüvifone A50 im Test

    Wer war diese intellegente typ was hat diese bericht geschrieben? Sim Karte rausnehmen ohne Batterei zu entfernen!??? Wo gibst so was?????????? Das ist risiko um gerät oder SIM zu beschädigen! Oder Nur schreiben was!Aber was ist doch egal.

DSL- & LTE-Speedtest

Testen Sie mit unserem Speedtest Ihre tatsächliche DSL- oder LTE-Geschwindigkeit. Test auch mit Smartphone und Tablet möglich.

Jetzt Testen!

Der große Android-Update-Fahrplan

Welche Android-Version ist für mein Smartphone oder Tablet-Computer aktuell? Der große Android-Update-Fahrplan bringt Licht ins Dickicht der Versionen.

Jetzt ansehen!

article
27216
Navi und Handy: Garmin Asus nüvifone A50 im Test
Navi und Handy: Garmin Asus nüvifone A50 im Test
Das nüvifone A50 von Garmin Asus will moderne Smartphones und Navigationsgeräte miteinander koppeln.
http://www.netzwelt.de/news/84257-navi-handy-garmin-asus-nuevifone-a50-test.html
2010-10-06 17:04:53
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2010/hp-all--one-pc-compaq-6000-pro-all--one1003.jpg
News
Navi und Handy: Garmin Asus nüvifone A50 im Test