Graphen erforscht

Physik-Nobelpreis: "Und wieder überrascht uns Kohlenstoff" (Update)

Der diesjährige Physik-Nobelpreis geht an die beiden russischen Wissenschaftler Andre Geim und Konstantin Novoselov. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften heute, am 5. Oktober, in Stockholm mit. Die beiden Forscher der Universität Manchester erhalten den Preis für ihre Entdeckung und Erforschung des Materials Graphen.

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Hierbei handelt es sich um eine besonders kleine Kohlenstoff-Verbindung, die aus Graphit gewonnen wird und nur ein Atom umfasst. Lange Zeit dachte die Wissenschaft, dass solch dünne Verbindungen nicht stabil genug seien. Geim und Novoselov gelang jedoch nicht nur die Gewinnung von Graphen, sondern sie entdeckten in verschiedenen Experimenten auch die nahezu unglaublichen Eigenschaften des Stoffes. 

Dünn, stark, transparent, leitfähig

Graphen sei nicht nur dünn und stabil, sondern auch äußert leitfähig, erklärte die Akademie. Elektrizität leitet der Stoff genauso gut wie Kupfer, beim Leiten von Wärme übertrifft es alle anderen bisher bekannten Materialien. Zudem ist es lichtdurchlässig. Dies ermögliche in Zukunft eine Reihe neuer Anwendungen und Produkte, etwa schnellere Rechner, hitzebeständigere Kunststoffe und neuartige Touchscreens.

Die Arbeit der beiden Wissenschaftler sei daher als Grundlagenforschung anzusehen, die nun ein neues spannendes Feld der Quantenphysik eröffne. Oder wie das Komitee es ausdrückte: "Kohlenstoff, die Basis allen Lebens auf der Erde, hat uns wieder einmal überrascht." Der 36-jährige Novoselov und der 51-jährige Geim arbeiteten bereits seit mehreren Jahren zusammen, zum ersten Mal trafen sich die beiden Nobelpreisträger in den Niederlanden und nun in Großbritanien. Gebürtig stammen die beiden aus Russland. Den Stoff Graphen entdeckten sie in Manchester erstmals vor sechs Jahren.

Update 05.10.2010: Statement der Preisträger

Die Preisträger zeigten sich nach der Bekanntgabe glücklich und überrascht. "Ich persönlich hätte nicht damit gerechnet den Nobelpreis zu gewinnen. Deshalb habe ich letzte Nacht auch sehr gut geschlafen", sagte Andre Geim. Sein Kollege Novoselov blickte dagegen auf die langjährige gemeinsame Forschung zurück: "Wir haben sieben fantastische Jahre zusammen an diesem neuem Material Graphen gearbeitet." Er dankte zudem den ganzen Team und der Universität Manchester für die langjährige Unterstützung.

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