Halbgötter in Schwarz

Im Test: Guitar Hero: Warriors of Rock

Um dem fortschreitenden Verfall des Musikspielgenres entgegenzuwirken, ziehen die Hersteller in diesem Herbst andere Saiten auf - mitunter sogar echte. Mithilfe neuer Instrumente soll die alte Leidenschaft für das Abrocken im Wohnzimmer wieder geweckt werden. Bei der "Guitar Hero"-Reihe, Begründer des einstigen Booms, bleibt jedoch vorerst alles beim Alten. Zwar entwarfen die Macher ein neues Gitarrendesign, bei dem die komplette Technik im Hals der Plastikklampfe untergebracht ist, wodurch der Korpus nach Lust und Laune ausgetauscht werden kann. Der sechste Ableger "Warriors of Rock" (Band-Auskopplungen nicht mit eingerechnet) setzt allerdings nach wie vor aufs Knöpfchendrücken im Akkord.

?
?



Guitar Hero: Warriors of Rock - Launch Trailer: Unterlegt vom Titel "Uprising" von Muse wird in diesem Video Guitar Hero: Warriors of Rock vorgestellt. Spieler erhalten so einen Eindruck von der Präsentation und dem Spielgeschehen des Musik-Titels. Guitar Hero: Warriors of Rock ist für die PlayStation 3 und die Xbox 360 erhältlich. Zum Video: Guitar Hero: Warriors of Rock - Launch Trailer

Werbung

Dafür umfasst die Tracklist satte 90 Rockhymnen, unter anderem von Interpreten wie Black Sabbath, Children of Bodom, Dire Straits, Linkin Park, Rammstein oder Muse. Nicht immer A-Ware, aber auch keine B-Seiten. Zusätzlich können online über 300 Lieder aus der "Guitar Hero Music Libary" gegen Bares heruntergeladen und einzelne Songs aus vorangegangen Ablegern der Reihe importiert werden.

Weil sich konzeptionell nichts gegenüber dem erstklassigen "Guitar Hero 5" geändert hat und noch immer farbige Töne am Fließband auf den entsprechenden Plastikinstrumenten nachgespielt werden wollen, darf man sich der einzig nennenswerten Neuerung widmen: dem Quest-Modus. Darin wird von der Schlacht zwischen dem Halbgott des Rock, seinen acht Auserwählten und einer mechanischen Bestie erzählt.

Doch bis die glorreichen Acht dem Vieh in der Hölle entgegentreten und ihm in einem Rock-Duell drei fingerbrechende Megadeth-Songs um die Ohren hauen, müssen sie erst einmal zahlreiche Aufgaben und bestimmte Songs bestehen - und dabei buchstäblich die nordische Heavy-Metal-Bär-Sau, den Zombie-Punk oder die Teufelsjungfer rauslassen. Die Verwandlung zum "Warrior of Rock" gehört sicherlich zu den Highligts im Spiel - ebenso wie die Tatsache, dass Zungenmonster und Kiss-Bassist Gene Simmons im englischsprachigen Original als Erzähler fungiert. Und beim Abstieg in die Tiefen der Metal-Hölle wartet auf halbem Wege die in sieben Kapitel unterteilte Rock-Oper "2112" der Pro-Rocker Rush. Nach 20 Minuten krampfen die Finger - und schmerzen die Ohren. Denn die Kanadier leiern gelangweilt und unsynchronisiert die Geschichte ihres Konzeptalbums von 1976 herunter.

Deutlich mehr haben sich die Grafiker verausgabt, die "Warriors of Rock" jenen epischen Kitsch angedeihen haben lassen, der lange Zeit auf Metal-Covern die sonderbarsten Stilblüten trieb. Auch die Animationen der einzelnen Figuren können sich sehen lassen und wurden - wie etwa bei Queens "Bohemian Rhapsody" - speziell an den Song angepasst. Auf mehrstimmigen Gesang wie beim Konkurrenten "Rock Band" muss man jedoch verzichten.

Im Test: Guitar Hero: Warriors of Rock

  • Bild 1 von 12
  • Bild 2 von 12
  • Bild 3 von 12
  • Bild 4 von 12
  • Bild 5 von 12
  • Bild 6 von 12
  • Bild 7 von 12
  • Bild 8 von 12
  • Bild 9 von 12
  • Bild 10 von 12
  • Bild 11 von 12
  • Bild 12 von 12

"Warriors of Rock" stemmt sich mit einem aberwitzigen Abenteuer, optischem Feuerwerk und überzeichneten Figuren gegen den neuen Realismus im Musik-Genre. Doch selbst die grellste Bühnenshow kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die "Guitar Hero"-Reihe spielerisch auf der Stelle tritt und ein leicht erweiterter Multiplayer-Modus nicht als Innovation durchgehen kann.

Datenblatt

Guitar Hero: Warriors of Rock
SpielnameGuitar Hero: Warriors of Rock
HerstellerActivision Blizzard
VertriebActivision Blizzard
GenreSonstiges / Besonderes
Erhältlich ab24.09.2010
Preisca. 60 Euro
EAN Code5030917088070
SchwierigkeitFür Einsteiger, Fortgeschrittene und Profis
Alterab 0 Jahren
Multiplayer2-8
SonstigesInstrumente erforderlich
Bewertung Grafiksehr gut
Bewertung Steuerungsehr gut
Bewertung Soundsehr gut
Bewertung Spielspassgut
Bewertung Gesamtgut
SystemXbox 360
SystemPlayStation3
SystemWii

Nachricht bereitgestellt von teleschau - der mediendienst

Mehr zum Thema »

Links zum Thema


Alle netzwelt-Specials

Android Android Base Lutea 3 im Test

Das Base Lutea 3 ist ein kostengünstiges Smartphone mit Android 4.0. Nur 200 Euro will der Hersteller für das Gerät mit Dual-Core-Chip und NFC...



Forum