Spiel soll später erscheinen

Schießbefehl ausgesetzt: DDR-Shooter 1378(km) zurückgezogen

Der umstrittene Ego-Shooter 1378(km) wird nicht wie geplant zum Tag der deutschen Einheit am 3. Oktober erscheinen. Das teilte der Autor des Spiels Jens M. Stober und die Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, an der das Spiel entstanden ist, mit. Das Spiel soll stattdessen Anfang Dezember erscheinen.

Auftrag ausgeführt: Der DDR-Grenzer hat einen Zivilisten beim Versuch in den Westen zu fliehen erschossen. Inzwischen wurden alle Screenshots zum Spiel von der Webseite entfernt. (Bild: 1378km.de)
Auftrag ausgeführt: Der DDR-Grenzer hat einen Zivilisten beim Versuch in den Westen zu fliehen erschossen. Inzwischen wurden alle Screenshots zum Spiel von der Webseite entfernt. (Bild: 1378km.de)
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Zuvor wird es eine Beta-Version für Spieler ab 18 Jahre geben. Diese soll dazu dienen, dass Spiel an Hand des Feedback zu überarbeiten. Die endgültige Version soll dann bei einer Veranstaltung an der Staatlichen Hochschule Karlsruhe im Dezember präsentiert werden. Zugleich soll es dabei eine Diskussion über das Spiel mit hochkarätigen Gästen geben. Das teilte der Student Jens M. Stober auf der Homepage des Spiels mit. 

Autor entschuldigt sich bei den Opfern

Zugleich entschuldigte sich Stober bei allen Opfern des DDR-Regimes, die sich durch die Ankündigung des Spiels verletzt gefühlt haben. "Dass sich Opfer der Todesgrenze oder deren Angehörige verletzt fühlen, bedauere ich zutiefst. Es war keineswegs meine Absicht jemanden zu verletzen", sagte Stober.

Die Staatliche Hochschule für Gestaltung, an der Stober das Spiel in Rahmen seines Studiums entwickelt hatte, nahm ihren Studenten in Schutz. "Jens M. Stober widmet sich sozialen und politischen Themen und deren Vermittlung im Besonderen an die junge Generation. Sein Ziel ist es, die junge Generation mit ihrem Leitmedium anzusprechen und dabei geschichtliches Wissen zu vermitteln. Das Computerspiel 1378(km) vermittelt die Brutalität einer Grenze, die von einem undemokratischen Regime gegen seine Bürgerinnen und Bürger errichtet wurde, es verharmlost diese aber in keiner Weise", erklärte das Rektorat in einer Pressemitteilung.

Angesichts der aufgeladenen Atmossphäre - die Ankündigung des Spiels hatte starke Proteste vor allem bei Opferverbänden ausgelöst - soll das Spiel aber nun zu einem späteren Zeitpunkt erscheinen, um die Diskussion über das Spiel und das Thema wieder zu versachlichen.

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