Urheberrecht in der Fotografie

Netzwelt-Wissen: Fotos im Internet veröffentlichen

Wer Fotos in den eigenen Blog, die Webseite oder in das soziale Netzwerk stellt und die Rechte der Fotografierten und Fotografen nicht beachtet, handelt sich schnell eine Abmahnung von den Betroffenen ein. Deshalb sollten Nutzer darauf achten, einige Regeln bei der Veröffentlichung von Bildmaterial einzuhalten.

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Nicht jede Person darf vom Fotografen ohne Einwilligung abgelichtet werden. (Bild: sxc.hu)
Nicht jede Person darf vom Fotografen ohne Einwilligung abgelichtet werden. (Bild: sxc.hu)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Nicht jeder darf fotografiert werden
  2. 2Der Urheber und das Verwertungsrecht
  3. 3Lizenzbedingungen genau studieren
  4. 4Viele kostenlose Bilder im Netz
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So stellen viele Nutzer in soziale Netzwerke wie etwa Facebook oder Bilddatenbanken wie Flickr Fotos von der letzten Party oder dem vergangenen Urlaub ein. Doch selbst Freunde könnten sich gestört fühlen, im Internet beim Alkoholkonsum oder nur leicht bekleidet am Strand gezeigt zu werden. Deshalb sollten sich Fotografen in vielen Fällen noch vor dem Druck auf den Auslöser und der Veröffentlichung versichern, dass die abgebildete Person damit einverstanden ist.

Nicht jeder darf fotografiert werden

Grundsätzlich darf niemand fotografiert oder gefilmt werden, der nicht ausdrücklich eine Erlaubnis erteilt hat. Sind die Aufnahmen auf privatem Raum wie etwa der Wohnung des Abgebildeten entstanden, ist das heimliche Fotografieren seit kurzem sogar nach §201a des Strafgesetzbuchs (StGB) strafbar. Durch das so genannte "Recht am Bild", das in §22 des Kunsturhebergesetzes (KUG) festgelegt ist, bedarf auch die Verbreitung oder Veröffentlichung der Bilder einer Einwilligung.

Um dies im Ernstfall vor Gericht auch nachweisen zu können, sollte sich der Fotograf oder Filmer von der abgebildeten Person ein Model Release-Vertrag unterschreiben lassen. Damit gibt der Fotografierte ausdrücklich seine Zustimmung, dass die entstandenen Fotos veröffentlicht werden dürfen. Bei der Abbildung von Minderjährigen muss ein erziehungsberechtigtes Elternteil den Vertrag unterzeichnen.

Posiert die Person jedoch vor der Kamera oder lässt sich für die Fotografie bezahlen, dürfen die entstandenen Bilder nach §22 und 23 KUG auch ohne Einwilligung veröffentlicht werden. Auch Bilder von Konzerten, Versammlungen oder Sportveranstaltungen bedürfen keiner Genehmigung, sofern die Personen nicht einzeln abgelichtet wurden.

Auch prominente Personen wie etwa die Bundeskanzlerin, der Papst oder Popstars dürfen ohne Einwilligung fotografiert und veröffentlicht werden, sofern sie sich im öffentlichen Raum aufhalten und nicht die Privat- oder Intimsphäre gestört wird. Ein Schnappschuss über den Gartenzaun des Anwesens eines Filmstars auf Mallorca ist also nicht erlaubt.

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