Vorgestellt
Parallels: Freie und kommerzielle Tools zur Virtualisierung
In der Regel wird der Wettbewerb um Kunden in der IT-Branche mit harten Bandagen ausgetragen: Konzerne wie Microsoft oder Oracle stehen mit ihren Produkten einer immer größeren Konkurrenz aus dem Lager der Open-Source-Community gegenüber, die mit günstiger und sicherer Software wie Linux oder OpenOffice bei vielen Mittelständlern längst schon die Desktops erobert haben. Auch professionelle Investoren sind sich nur selten einig, ob der kommerzielle Vertrieb von Software oder deren kostenlose Abgabe und die Zahlung für Support der richtige Weg ist. Es gibt kaum eine Firma, die den Spagat zwischen beiden Welten schafft.

Inhaltsverzeichnis
- 1Parallels und SWSoft
- 2Linux, Windows und Mac
- 3Server und Virtuozzo
- 4Fazit
Eine Ausnahme gibt es im Bereich der Virtualisierung: Die US-Firma Parallels Inc. mit Hauptsitz in Seattle ist seit Jahren führend darin, kommerzielle Programme mit offenen Open-Source-Tools zu verbinden und damit ihren Kunden eine große Palette an Lösungen anzubieten. So gerne das Unternehmen freie Software nutzt, so verschlossen geht es mit Informationen über sich selbst um: Erst Ende 2007 wurde über Journalisten der Öffentlichkeit bekannt, dass Parallels und die Firma SWSoft zusammengehören - das war in Finanzkreisen schon längt vermutet worden, da es bei Sitz und wichtigen Personen stets viele Überscheidungen gab.
Parallels und SWSoft
SWSoft wurde bereits 1997 gegründet und gehört zu den Pionieren im Bereich Virtualisierung, allerdings nur im Bereich professioneller Server. Dort hat die Firma über die Jahre hinweg beinahe alle wichtigen Trends besetzt: Von der Paravirtualisierung, der vollen Virtualisierung von Betriebssystemen oder Anwendungen, bis hin zur effizienten Kontrolle von virtuellen Servern, deren Management und der Live-Migration auf andere physische Maschinen wurden hunderte Programme und Varianten angeboten. Mit Parallels, das eigentlich eine Tochter von SWSoft war, konzentrierte sich der Konzern dagegen auf das andere wichtige Kundensegment.
Für Endanwender ist weniger ausgefeilte Technik, als leichte Bedienbarkeit, Stabilität und Sicherheit wichtig. Parallels war einer der ersten Anbieter, der sich dabei auf den Apple Mac konzentriert hat: Die Anwendung "Parallels Desktop for Mac" wurde schnell beliebt, da sie für wenig Geld die Nutzung von Microsoft Windows direkt unter dem Apple-Betriebssystem gestattet hat. Bezeichnend dabei ist, dass Parallels Desktop for Mac nur einen Tag nach der Ankündigung des Boot-Managers Boot Camp durch Apple präsentiert hat.
Seit 2008 gehören beide Firmen jetzt auch offiziell zusammen: Die US-Firma SWSoft hat sich entschieden, den eigenen Namen sterben zu lassen und alle Produkte unter die Marke Parallels zu stellen.
