Masse gegen Klasse
Im Test: Ninety-Nine Nights 2
Dass Non-Stop-Action und bunte, bildschirmfüllende Spezialeffekte nicht unbedingt ein gutes Spiel ausmachen, beweist das stumpfe Hack&Slay "Ninety-Nine Nights 2" von Konami. Die Zahl der aufgebotenen Widersacher scheint grenzenlos, die Abwechslung tendiert bereits nach wenigen Minuten gegen Null ...
Einer gegen 1.000 - im Falle von "Ninety-Nine Nights 2" keine Übertreibung, aber auch kein sonderlich großes Problem für die Helden Galen, Sephia und Co, die sich mit mehreren Waffen und destruktiver Magiebegabung auf die Dämonenhorden des Herrn der Nacht stürzen und diese mühelos zu fein Gehacktem verarbeiten. Dies ist durchaus wörtlich zu nehmen. Mit rotem Pixelsaft und anderer Effekthascherei wird nicht gespart, weshalb "Ninety-Nine Nights 2" zu Recht das USK-ab-18-Siegel verpasst wurde.
Trauriger Rekord: Durch hirnloses Tastenhämmern stieg während des Tests der Treffer-Zähler in absurde Höhen und lag am Ende einer Combo bei knapp 6.000 Hits und 1.400 gemeuchelten Bösewichtern in nicht mal vier Minuten ...
Doch nicht einmal Splatter-Fans dürften an dem Machwerk von Konami langfristig Freude empfinden: Das stumpfe und ermüdende Malträtieren des Gamepads und die nicht vorhandene Künstliche Intelligenz der Gegner, die oftmals keinerlei Gegenwehr zeigen, langweilt schnell. Als ähnlich abwechslungsarm erweisen sich die Animationen der Widersacher. Und wenn die wenigen Bewegungsmuster dann auch noch von Dutzenden von Soldaten synchron ausgeübt werden, bekommt "Ninety-Nine Nights 2" eine unfreiwillige Komik ...
Da kommt es ganz gelegen, dass der Spielablauf stark gescriptet ist und an bestimmten Punkten Zwischensequenzen einstreut werden - mit teils kuriosen Folgen. Sucht man im passiven Gegner-Pulk etwa einfach die Flucht nach vorne, sind die zuvor scharenweise vorhandenen Schergen nach einem kurzen Filmchen wie vom Erdboden verschluckt. Dadurch ergattern die Helden zwar keine roten Orbs, die zwischen den Missionen in das Aufrüsten von Charakter, Waffen oder Fertigkeiten investiert werden können, die Finger jedoch werden wenigstens für kurze Zeit entlastet.
Video: Ninety-Nine Nights 2
Apropos Orbs: Neben den Bösewichtern sorgen auch Truhen für die roten Energiekugeln, die fast schon inflationär ergattert werden können. Gegeizt dagegen haben die Designer mit den Vasen, die die Lebensenergie spendieren. In Verbindung mit den weit voneinander entfernten Speicherpunkten kann das schon mal zu Frustanfällen führen, wenn der Charakter kurz vor einer Begegnung mit den teils gewaltigen Bossgegnern ins matschige Pixelgras beißt - und die Hälfte des Levels noch einmal in Angriff nehmen muss. Immerhin ist beim nächsten Start die Energieleiste wieder aufgefüllt.
Im Test: Ninety-Nine Nights 2
Mehr Gegner, mehr Blut - weniger Abwechslung: "Ninety-Nine Nights 2" verkommt schnell zum öden Dauergekloppe. (Bild: Konami)
"Ninety-Nine Nights 2" erzählt von fünf Helden, die sich gegen den "Herrn der Nacht" auflehnen. (Bild: Konami)
Einer gegen alle: "Ninety-Nine Nights 2" hetzt dem Spieler Heerscharen von Gegnern auf den Hals. (Bild: Konami)
Darf's ein bisschen mehr sein? "Ninety-Nine Nights 2" konfrontiert Xbox-360-Spieler nicht nur mit vielen, sondern auch großen Gegnern. (Bild: Konami)
Davon abgesehen ärgert "Ninety-Nine Nights 2" immer wieder mit Aussetzern und anderen technischen Macken, die bei einem modernen Spiel einfach nicht vorkommen dürfen. Streckenweise ist der Titel viel zu einfach, dann wieder unverschämt schwer - immer aber stets brutal monoton.
Datenblatt
| Ninety-Nine Nights 2 | |
| Spielname | Ninety-Nine Nights 2 |
| Hersteller | Q Entertainment |
| Vertrieb | Konami |
| Genre | Action |
| Erhältlich ab | 09.09.2010 |
| Preis | ca. 30 Euro |
| EAN Code | 4012927034286 |
| Schwierigkeit | Für Fortgeschrittene |
| Alter | ab 18 Jahren |
| Multiplayer | 1-2 |
| Sonstiges | |
| Bewertung Grafik | befriedigend |
| Bewertung Steuerung | befriedigend |
| Bewertung Sound | befriedigend |
| Bewertung Spielspass | ausreichend |
| Bewertung Gesamt | ausreichend |
| System | Xbox 360 |
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