Industrie sieht technische Defizite in Regierungsentwurf

Kostenlose Warteschleifen: Werden Prepaid-Nutzer ausgeschlossen?

Nach Willen der Bundesregierung sollen Warteschleifen bei Telefon-Hotlines künftig kostenlos sein. Eine entsprechende Gesetzesänderung wird bereits intern diskutiert. Die Industrie sieht in dem Entwurf jedoch technische Mängel und warnt künftig könnten Prepaid-Nutzer keine Telefon-Hotlines mehr anrufen.

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Bei diesen Handys erhielten die Anrufer keine Rechnung, daher ließen sich auch Wartezeiten nicht herausrechnen. Die Nutzung von Service-Hotlines mit solchen Telefonen sei künftig damit nicht mehr möglich, sagte Jürgen Grützner, der Geschäftsführer des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) dem Tagesspiegel. Er kündigte eine Sperrung solcher Rufnummern für Prepaid-Handybesitzer an. Betroffen seien davon rund sechs Millionen Kunden. Grützner sagte zudem, dass die Reform den Verbraucher keine Kosten ersparen würde. Stattdessen würden dem Kunden neue Kosten entstehen. Die nötige Umstellung der Abrechnungssysteme werde Millionen kosten. Prospekte, Telefonbücher, Broschüren müssten neu gedruckt werden. "Diensteanbieter wie Fluggesellschaften, Versicherer oder Banken werden die Kosten auf die Kunden umlegen", sagte Grützner.

Verbraucherschützer empört

Verbraucherschützer reagierten auf die Äußerungen Grützners empört. "Wo ein politischer Wille ist, da gibt es auch eine technische Lösung", sagte Christian Fronczak, Sprecher des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (vzbv), dem Tagesspiegel. Die Bundesregierung hatte in der vergangenen Woche beschlossen, im Rahmen der Novellierung des Telekommunikationsgesetzes kostenpflichtige Warteschleifen bei Service Hotlines künftig zu verbieten.

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