Industrie sieht technische Defizite in Regierungsentwurf
Kostenlose Warteschleifen: Werden Prepaid-Nutzer ausgeschlossen?
Nach Willen der Bundesregierung sollen Warteschleifen bei Telefon-Hotlines künftig kostenlos sein. Eine entsprechende Gesetzesänderung wird bereits intern diskutiert. Die Industrie sieht in dem Entwurf jedoch technische Mängel und warnt künftig könnten Prepaid-Nutzer keine Telefon-Hotlines mehr anrufen.
Bei diesen Handys erhielten die Anrufer keine Rechnung, daher ließen sich auch Wartezeiten nicht herausrechnen. Die Nutzung von Service-Hotlines mit solchen Telefonen sei künftig damit nicht mehr möglich, sagte Jürgen Grützner, der Geschäftsführer des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) dem Tagesspiegel. Er kündigte eine Sperrung solcher Rufnummern für Prepaid-Handybesitzer an. Betroffen seien davon rund sechs Millionen Kunden. Grützner sagte zudem, dass die Reform den Verbraucher keine Kosten ersparen würde. Stattdessen würden dem Kunden neue Kosten entstehen. Die nötige Umstellung der Abrechnungssysteme werde Millionen kosten. Prospekte, Telefonbücher, Broschüren müssten neu gedruckt werden. "Diensteanbieter wie Fluggesellschaften, Versicherer oder Banken werden die Kosten auf die Kunden umlegen", sagte Grützner.
Verbraucherschützer empört
Verbraucherschützer reagierten auf die Äußerungen Grützners empört. "Wo ein politischer Wille ist, da gibt es auch eine technische Lösung", sagte Christian Fronczak, Sprecher des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (vzbv), dem Tagesspiegel. Die Bundesregierung hatte in der vergangenen Woche beschlossen, im Rahmen der Novellierung des Telekommunikationsgesetzes kostenpflichtige Warteschleifen bei Service Hotlines künftig zu verbieten.


Ab März 2010 tritt das überarbeitete Telekommunikationsgesetz mit neuen Regelungen für Preisgrenzen bei Service-Rufnummern in Kraft. Handynutzer zahlen nur pro Minute und das nicht zu knapp. Bei den Mehrwert-Rufnummern bleibt alles beim Alten.
Wirtschaftsminister Rainer Brüderle will Warteschleifen bei Service-Hotlines nun doch gebührenfrei gestalten. Damit gibt er dem Druck von Parteikollegen und Verbraucherschützern nach.
Verbraucher zahlen bei Telefon-Hotlines künftig nur noch die Kosten des eigentlichen Gespräches. Warteschleifen sollen per Gesetzesänderung kostenfrei werden.
"Alle Mitarbeiter befinden sich derzeit in einem Gespräch": Diesen oder einen ähnlichen Satz hört der Nutzer immer dann, wenn er sich in einer Warteschleife befindet. Für diese Zeit werden künftig wenigstens keine Gebühren mehr fällig.
Warteschleifen selbst gehören bald zwar nicht der Vergangenheit an, aber zumindest die Kosten für die Wartezeit. Die Anbieter sind mit dieser Regelung nicht glücklich. Zurecht?
Warteschleifen sollen kostenlos werden, Analog-TV per Satellit wird abgeschaltet - das neue Jahr wartet mit einigen Veränderungen für Verbraucher auf. Die Änderungen im Überblick.
Das Gesetz, das Verbraucher künftig vor teuren Warteschleifen schützt, ist in Kraft getreten. Doch noch gilt eine Übergangsregelung von einem Jahr. Daneben erhalten Verbraucher mehr Rechte bei Umzug und Anbieterwechsel.





Beiträge
insgesamt 3 BeiträgeAbgesehen davon, dass es mich mehr als nur wundert, dass ausgerechnet ein FDP-geführtes Bundeswirtschaftsministerium einen solchen Gesetzesentwurf einbringt, möchte ich Ihnen kurz schildern, warum er auf...
Sehe ich genauso wie zwoelfsieben - irgendwie wird das sicherlich kompensiert. Die Nachricht klingt zwar zunächst gut, aber wer glaubt denn bitteschön, dass das nicht an den "Kunden" in irgendeiner Form...
Die Angelegenheit mit den kostenlosen Wartschleifen ist doch eh ein Witz. Wie sollte sich ohne diese ein Callcenter finanzieren? Ergo, werden die sich schon was einfallen lassen, um die gebührenpflichtige...