"Wir sind wieder wer"

Kommentar: Fünf Gründe für das Comeback von Nokia

Wenn eine Firma ein Problem hat, weil sie zwei oder drei Quartale hintereinander sinkende Marktanteile berichten muss, dann hat sie bald noch ein weiteres Problem. Dann nehmen nämlich die Analysten, Blogger und Kommentatoren Witterung auf. Zuerst berichtet einer, dass es bei der Firma Probleme gebe. Dann berichten auch andere. Wenn dann noch ein Topmanager entlassen wird, und die neue Produktvorstellung misslingt, dann schreiben alle darüber und analysieren genüsslich die "große Krise bei der einst so stolzen Firma".

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Stephen Elop, der neue Chef von Nokia, war vorher für das Business-Geschäft von Microsoft zuständig. Er könnte helfen, Nokias Geschäfte in den USA wieder auszubauen. (Bild: Nokia)
Stephen Elop, der neue Chef von Nokia, war vorher für das Business-Geschäft von Microsoft zuständig. Er könnte helfen, Nokias Geschäfte in den USA wieder auszubauen. (Bild: Nokia)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Touchscreens verschlafen, Apps vergessen
  2. 2Topmanager wechseln im Monatsrhythmus
  3. 31. Nokia hat Zeit
  4. 42. Nokia hat Geld
  5. 53. Nokia hat die Auswahl
  6. 64. Nokia hat Erfahrung
  7. 75. Nokia ist der Außenseiter
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Die negative Presse wirkt sich auch auf den Umsatz aus. Kunden werden misstrauisch und befürchten, das Unternehmen könnte bald pleite gehen oder die Produkte seien nicht mehr so gut. Deshalb kaufen sie die Produkte nicht mehr, was die Krise endgültig zur Krise macht. So oder so ähnlich geht es zurzeit Nokia. Das Unternehmen ist mit großem Abstand Marktführer und fährt Quartal für Quartal Gewinne ein. Trotzdem reden alle so, als sei Nokia schon dem Abgrund nahe.

Touchscreens verschlafen, Apps vergessen

Das soll nicht heißen, dass bei Nokia alles ganz glatt liefe. Der finnische Mobilfunkriese, der mit dem Nokia Communicator sozusagen den Urvater aller Smartphones entwickelt hatte, ist in den letzten Jahren ein bisschen ins Stolpern geraten. Er hat den Trend zu den Touchscreens verschlafen. Aber, wer außer Apple, Samsung und HTC hat das nicht? Außerdem hat Nokia die ganze Begeisterung für Apps auf dem Smartphone unterschätzt. Das war wohl ein Fehler.

Auch die neuen Geräte wie das N8 haben bei ersten Berichten nicht so berauschend abgeschnitten. Technisch gut, aber ohne Ausstrahlung, das ist der Tenor vieler Berichte. Das Problem von Nokia ist also nicht unbedingt ein Qualitätsproblem. Die Geräte sind nicht oder nur marginal schlechter als die von Apple oder HTC. E-Mails versenden, Facebook-Accounts aktualisieren, mit Outlook synchronisieren oder im Internet surfen, den ganzen Kram erledigt ein Nokia-Smartphone genau so wie die anderen. Es handelt sich also in der Hauptsache um eine Imagefrage. Das Image von Nokia ist eindeutig angeschlagen. 

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