Digitale Unterschrift kann gestohlen werden

Neuer Personalausweis: CCC enttarnt weitere Sicherheitslücken (Update)

Das WDR-Fernsehen will zusammen mit dem Chaos Computer Club (CCC) in der heutigen Ausgabe der Sendung "Bericht aus Brüssel" weitere Sicherheitslücken beim kommenden neuen Personalausweis enthüllen. Demnach lässt sich der PIN-Code durch Angreifer auslesen, manipulieren und die digitale Unterschrift des jeweiligen Besitzers stehlen.

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Ist er sicher oder nicht. Der WDR enthüllt neue Sicherheitslücken zum kommenden neuen Personalausweis. (Bild: Bundesministerium des Inneren)
Ist er sicher oder nicht. Der WDR enthüllt neue Sicherheitslücken zum kommenden neuen Personalausweis. (Bild: Bundesministerium des Inneren)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Angriffe auf Testmodelle waren erfolgreich
  2. 2Update 14.57 Uhr: Chaos Computer Club greift Regierung an
  3. 3Update 23. September 2010: BSI weist Kritik zurück
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Damit wäre einem Missbrauch des neuen Personalausweises Tür und Tor geöffnet: Durch eine Änderung der PIN-Nummer werden die Zusatzfunktionen des Ausweises, etwa das Tätigen von Behördengängen oder das sichere Einkaufen online, für den rechtmäßigen Besitzer gesperrt, da sie nur bei Eingabe der korrekten PIN-Nummer zur Verfügung stehen. Die Angreifer können dagegen auf Kosten des Opfers online Einkaufen gehen und in seinem Namen Verträge abschließen. Denn auch die digitale Unterschrift des Nutzers soll mit Hilfe von Spionagesoftware ausgelesen werden können.

Angriffe auf Testmodelle waren erfolgreich

Demonstrieren will der WDR die vom Chaos Computer Club entdeckten Sicherheitslücken in der Sendung "Bericht aus Brüssel". Diese wird heute, 22. September 2010, um 21.55 Uhr ausgestrahlt. Darin wollen die Hacker des Chaos Computer Clubs die Angriffsmöglichkeiten an ersten Testmodellen des neuen Ausweises demonstrieren. Den Diebstahl der elektronischen Unterschrift zeigen sie an einem Schweizer Ausweis, der ein mit dem deutschen Ausweis vergleichbares System verwendet. 

Die Organisation hatte bereits vor einigen Wochen mit dem ARD Magazin plusminus erste Sicherheitslücken enttarnt und vor der Verwendung so genannter Basis-Lesegeräte gewarnt. Das für die Einführung des neuen Personalausweises zuständige Bundesinnenministerium sowie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie hatten die im Bericht geäußerten Bedenken zurückgewiesen und den Ausweis weiterhin für sicher erklärt. Der neue Personalausweis soll in Deutschland am Anfang November für 28,80 Euro erhältlich sein.

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