Sie sind hier:
 

Dell M101z: AMD-Subnotebook mit Windows 7 im Test
Dell bietet mit dem M101z ein schickes Notebook auf Basis der AMD-Nile-Plattform an.

von Markus Franz Uhr veröffentlicht

Diesen Artikel weiterempfehlen
SHARES

Seit jeher gibt sich Dell zurückhaltend, wenn es um den Einsatz von AMD-Prozessoren geht - der Hersteller setzt für seine Notebooks traditionell auf die Intel-Chips. Mit einem kleinen Subnotebook auf Basis der AMD Nile-Plattform macht Dell nun eine Ausnahme, um ein starkes Notebook zu geringem Preis anzubieten.

Es gab eine Zeit, da war AMD ein echter Konkurrent für Intel: PCs mit Athlon-Prozessoren standen in jedem Media Markt und Intel war mit der Centrino-Plattform stets im hochpreisigen Segment unterwegs, zu seinen besten Zeiten hat AMD sogar den Grafikspezialisten ATI übernommen.

Heute sieht der PC-Markt völlig anders aus: Intel beherrscht sowohl die hochpreisigen Geräte mit seinen Chips, als auch die günstigen Sub- und Netbooks. AMD hat im Mai 2010 eine neue Abwandlung seiner Vision-Reihe vorgestellt, mit der im Segment der ultraleichten Notebooks wieder Boden gut gemacht werden soll: AMD Neo mit integrierter HD-Grafik ist für Geräte mit bis zu acht Stunden Akkulaufzeit gedacht, mit einer dedizierten Grafikkarte soll das Gespann bei gleicher Taktfrequenz mehr als die doppelte Leistung der Kombination aus Intel- sowie Nvidia-Chip liefern. Netzwelt hat sich das Subnotebook Dell M101z mit Neo-Plattform genauer angesehen.

Preis und Farben des M101z

Dell möchte in den Vereinigten Staaten und Europa verstärkt die junge Kundschaft ansprechen, die für gute Notebooks nicht viel Geld ausgeben möchte. Der Einstiegspreis des M101z von 429 Euro in der Basisvariante macht das Notebook für diejenigen Käufer interessant, denen ein kleines Netbook zu geringe Leistung bietet, ein großes 15-Zoll-Notebook aber deutlich zu teuer ist. Die Ausführung in Schwarz ist dabei im Grundpreis enthalten, für 29 Euro mehr kann der Kunde sein Gerät in Peacock Blue (entspricht Türkis), Tomato Red oder Lotus Pink gestalten. Dabei wird wie üblich nur der Deckel entsprechen lackiert.

Verarbeitung

Beim M101z ist Dell das Design des Gehäuses erstaunlich gut gelungen: Das Dell M101z ist dem Notebook Inspiron 14R sehr ähnlich, vom Akku zum Touchpad verjüngt sich das Gerät merklich. Gegenüber anderen Netbooks ist das M101z zwar deutlich dicker, dafür packt Dell in das Subnotebook aber auch einen großen Akku mit sechs Zellen. Die Abmessungen liegen insgesamt bei 29,2 mal 20,5 mal 2,43 bis 3,5 Zentimetern, das Gesamtgewicht bewegt sich mit etwas mehr als 1,5 Kilogramm im durchaus tragbaren Mittelfeld.

Dell M101z im Test

Bild 1 von 7
Das Dell Inspiron M101z ist ein Subnotebook mit AMD-Architektur. Die Deckelfarbe ist wählbar, der Preis beginnt bei 429 Euro.

Am Testgerät der Redaktion konnten keinerlei Produktionsfehler festgestellt werden, auch der Lack auf dem Display-Deckel sitzt fest. Das Display ist sehr verwindungssteif, obwohl es auf Grund der schlanken LED-Hintergrundbeleuchtung sehr dünn ausgefallen ist. Der Deckel wippt im geöffneten Zustand kaum nach, leider lässt er sich aber nicht so weit wie bei anderen Notebooks öffnen - eine hintere Kante verhindert das zu weite Aufklappen.

Bei der Tastatur hat der Hersteller ganze Arbeit geleistet: Die Tasten sind griffig und ihre Verarbeitung wirkt sehr wertig. Da sie alle dieselbe Größe haben und die rechte Umschalttaste ebenfalls groß ausgefallen ist, kommen auch Vielschreiber mit dem M101z schnell zurecht. Ganz anders ist die Qualität unter der Tastatur: Die Lackierung der Handballenauflage zieht Abdrücke sehr stark an, das absolut glatte Touchpad lässt sich nicht ohne Mühe bedienen - etwas mehr Wiederstand täte hier gut. Die beiden Maustasten sind äußerst schwammig und wackeln stark - das kann Dell eigentlich besser. Zumindest sind sie im Betrieb sehr leise.

Prozessor, Grafik, Bildschirm

Der tragbare Computer M101z von Dell läuft mit dem AMD-Prozessor Athlon II Neo K125 und 1,7 Gigahertz Taktfrequenz. Die günstigste Variante der Notebook-CPU enthält nur einen Kern, kommt dafür aber mit sehr sparsamen 12 Watt aus. Wer das Dell 101z in der Variante für 479 Euro oder gar das Spitzenmodell für 549 Euro bestellt, erhält mit dem Prozessor K325 natürlich zwei Kerne. Zu der Grafikkarte ATI Mobility Radeon HD 4225 gibt es keine Steigerung bei den teureren Ausführungen.

Der Arbeitsspeicher beginnt bei zwei Gigabyte und endet bei vier Gigabyte, die Festplatte mit 250 Gigabyte oder sogar 320 Gigabyte reicht in jedem Fall aus. Da die Festplatte kein SSD-Speicher ist, ist das M101z prinzipiell anfällig für Erschütterungen.

Das Display bietet bei der Größe von 11,6 Zoll eine Auflösung von 1.366 mal 768 Pixeln und ist wie von Dell bekannt als TFT-Display mit TrueLife-Technik und LED-Beleuchtung ausgelegt. Da die Oberfläche sehr stark spiegelt, ist Arbeiten bei direkter Sonneneinstrahlung oder einer anderen hellen Lichtquelle kaum möglich - trotzdem gefällt manchen Anwendern das so genannte Glossy-Display.

Die maximale Lautstärke der Lautsprecher ist im Dell M101z sehr gut, Musik lässt sich damit deutlich lauter als mit den meisten Netbooks abspielen. Im Display-Deckel ist eine Webcam mit 1,3 Megapixel standardmäßig integriert. Da Dell im Auslieferungszustand neben der eigenen Software auch Skype installiert, kann der Käufer direkt mit Videokonferenzen loslegen.

Dell M101z mit MS Windows 7

Bild 1 von 6
Der Desktop sieht nach dem ersten Start sehr aufgeräumt aus.

Microsoft Windows 7 in 64-Bit

Einige potentielle Käufer anderer Netbooks schrecken die Linux-Distributionen als Betriebssystem sicher ab, daher hat sich Dell für ein "ausgewachsenes" Betriebssystem entschieden: Das Dell M101z wird mit Microsoft Windows 7 Home Premium ausgeliefert. Dabei ist einerseits bemerkenswert, dass es sich nicht um die stark abgespeckte Starter Edition handelt und gleichzeitig Windows im 64-bit-Modus installiert wurde. Die meisten Konkurrenten im unteren Preissegment setzen noch auf 32-bit-Technik, auch wenn der Wechsel zur neueren Generation für die meisten Anwender überhaupt keine direkten Vor- oder Nachteile mit sich bringt.

Nutzer, die ein alternatives Betriebssystem auf dem Dell M101z installieren möchten, haben ein Problem: Es gibt kein optisches Laufwerk. Zwar lassen sich auf dem Gerät HD-Filme mit bis zu 1080p ruckelfrei ansehen, eine Blu-Ray-Disc kann aber so nicht ohne externes Laufwerk abgespielt werden. Microsoft Windows 7 kann die Energiesparfunktionen des Prozessors offenbar sehr gut ausnutzen: Beim Test der Akku-Laufzeit mit ausgeschaltetem WiFi und Bluetooth wurden beim Lesen von Text deutlich über sechs Stunden erreicht.

Kartenleser und HDMI-Port

Das Dell M101z besitzt eine gehobene Zahl von Anschlüssen: An der rechten Seite sitzen zwei Schnittstellen für USB-Geräte, von denen eine auch dann mit Strom versorgt wird, wenn das Notebook ausgeschaltet ist - so lassen sich Smartphones oder MP3-Player sehr leicht aufladen. Die Audioanschlüsse mit Ausgang für die Kopfhöhrer und Mikrofon-Eingang befinden sich ebenso auf der rechten Seite wie der Stromanschluss. Links am Gehäuse sitzen zwei weitere USB-Anschlüsse, ein HDMI-Port für hochauflösendes Bild- und Tonmaterial sowie der obligatorische Stecker für kabelgebundenes Gigabit-Ethernet. Ein Kartenleser für SD, SDHC und MMC-Speicher darf natürlich auch nicht fehlen. Offenbar ist damit der Platz für Anschlüsse schon ausgereizt, da Dell den VGA-Anschluss und den Kensington-Lock an die Rückseite des Gehäuses verlegt hat.

Um Kabelsalat aus dem Weg zu gehen, kommuniziert das M101z mit WiFi-Netzwerken nach den Standards 802.11G und der schnelleren N-Variante. Zusätzlich ist standardmäßig ein Bluetooth-Modul an Bord (Version 3.0). Gegen Aufpreis baut Dell in den vorhandenen Schacht des M101z ein UMTS-Modul ein.

Fazit

Das Dell M101z positioniert sich preislich irgendwo zwischen Netbook und Subnotebook, besonders das im Gehäuse fehlende optische Laufwerk und der kleine Preis ordnen das M101z eher in die erste Kategorie ein. Die Kombination aus leistungsfähiger AMD-Neo-Plattform mit Microsoft Windows 7 Home Premium und sehr solider Verarbeitung machen das Dell M101z eher zu einem Subnotebook. Im Test überzeugte das Gerät durch seine lange Akkulaufzeit ebenso wie durch satten Sound. Lediglich beim Touchpad, immerhin eine der wichtigsten Komponenten im täglichen Einsatz, handelt sich das Gerät einige Minuspunkte ein.

Kommentare zu diesem Artikel

Seit jeher gibt sich Dell zurückhaltend, wenn es um den Einsatz von AMD-Prozessoren geht - der Hersteller setzt für seine Notebooks traditionell auf die Intel-Chips. Mit einem kleinen Subnotebook auf Basis der AMD Nile-Plattform macht Dell nun eine Ausnahme, um ein starkes Notebook zu geringem Preis anzubieten.

Jetzt ist Ihre Meinung gefragt. Diskutieren Sie im Forum zu diesem Artikel.

Jetzt Diskutieren!
  • Diggsagg schrieb Uhr
    AW: Dell M101z: AMD-Subnotebook mit Windows 7 im Test

    Sieht jedenfalls schon mal sehr interessant aus! Da ihr es ja schon erwähnt habt, würde mich vor allem mal die Tastatur interessieren, da ich selbst Vieltipper bin und darauf gerne achte. Für meine kreative Schreibe habe ich ein 13" MacBook, was sich super tippen lässt, die Tastatur am iMac ist ja fast genauso. Das MacBook ist mit seinen Maßen ja eigentlich auch schon ein Sub-Notebook, auch wenn es ein optisches Laufwerk hat. Ich muss aber sagen, dass ich das eigentlich nie benutze, eben aus dem Grund, weil es ja "nur" ein Sub-Notebook ist und keine vollwertige Workstation ersetzen soll. Bei mir ist alles mögliche an Daten auf externe Platten ausgelagert, von denen dann auch mal was installiert wird. Von daher würde mir ein optisches Laufwerk beim DELL gar nicht fehlen. Na ja, und optional kann man sich ja entsprechende, portable Peripherie noch besorgen.

DSL- & LTE-Speedtest

Testen Sie mit unserem Speedtest Ihre tatsächliche DSL- oder LTE-Geschwindigkeit. Test auch mit Smartphone und Tablet möglich.

Jetzt Testen!

Der große Android-Update-Fahrplan

Welche Android-Version ist für mein Smartphone oder Tablet-Computer aktuell? Der große Android-Update-Fahrplan bringt Licht ins Dickicht der Versionen.

Jetzt ansehen!

article
27017
Dell M101z: AMD-Subnotebook mit Windows 7 im Test
Dell M101z: AMD-Subnotebook mit Windows 7 im Test
Das Dell M101z, eine Mischung aus Netbook und Subnotebook mit AMD-Prozessor, bietet eine solide Performance unter Windows 7.
http://www.netzwelt.de/news/84039-dell-m101z-amd-subnotebook-windows-7-test.html
2010-09-15 16:20:41
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2010/erste-exemplare-iphone-4-weisen-display-fehler-gelber-farbe--quelle-engadget989.jpg
News
Dell M101z: AMD-Subnotebook mit Windows 7 im Test