Kommentar: Computertechnik für Hi-Fi-Fans

Bit für Bit zur Musikbibliothek

Doch richtig faszinierend sind tatsächlich die Festplatten-Server, bei denen die Musik von CD auf eine Festplatte gerippt wird. Das ist praktisch, wenn die ganze Musikbibliothek auf einer Festplatte liegt. Doch diesen Komfort hat ja auch jeder, der seine Musikbibliothek auf dem PC per iTunes oder Media Player verwaltet. Das Entscheidende ist, dass die Klangqualität der von CD auf Festplatte gerippten Musik im Idealfall besser ist als beim CD-Player. Wenn nämlich die CD Bit für Bit auf die Festplatte kopiert wurde, dann gibt es beim Auslesen der Musik von Festplatte nicht die bei CD-Laufwerken üblichen Probleme wie Lesefehler oder Jitter (Taktzittern bei der Übertragung von Digitalsignalen), die die Klangqualität beeinträchtigen können. Zumindest anspruchsvolle Highend-Hörer behaupten das.

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So kann man sich als Anwender von der CD eine Art Masterkopie in optimaler Klangqualität auf die Festplatte rippen und davon je nach Bedarf und Situation wiederum Kopien in MP3- oder jedem beliebigen anderen Format erstellen. Wer zum Joggen geht, befüllt seinen MP3-Player mit komprimierter Musik, der klassische audiophile Hörer setzt sich vor seine mannshohen Lautsprecher und genießt die Mahler-Symphonie in bestmöglicher Klangqualität. Daneben kann man mit den Geräten auch Musik aus dem Web auf die Festplatte laden oder Internet-Radio hören.

Neue Chancen für die Musikindustrie

Die Verbreitung schneller Internetverbindungen ermöglicht auch neue Geschäftsmodelle bei den Musik-Labels und Internetshops. Sie können die Musik in unterschiedlichen Formaten und Qualitäten liefern. Nehmen wir als Beispiel die erwähnte Mahler-Symphonie. Die meisten würden das Stück nach wie vor in der herkömmlichen CD-Qualität (44,1 kHz/16 Bit) bestellen. Der audiophile Musikhörer mit den mannshohen Lautsprechern würde diese als hochauflösende SACD herunterladen. Wer auf Surround-Klang steht, lädt sich die Symphonie als 7.1-Aufnahme herunter. Andere wiederum legen keinen großen Wert auf Highend und kaufen sich die Musik im MP3-Format. Zusätzlich könnte man dann wählen, ob man ein umfangreiches Booklet mit Fotos und Informationen oder einfach nur eine Liste mit den Titeln haben möchte. Für all dies gäbe es dann entsprechend gestaffelte Preise.

Dadurch, dass man kein physisches Medium wie eine CD oder eine SACD hat, ist man bei der Wahl der Formate völlig frei. Sollten die Techniker in Zukunft ein neues Surround-Format oder eine noch bessere Aufnahmetechnik entwickeln, ist das auch kein Problem, denn letztlich lädt man übers Internet nur Dateien herunter. Wenn nötig, könnte man dann den Mediaserver per Software-Update für das neue Audioformat fit machen.

Tablet-PCs als Fernbedienung

Das ideale Zusatzgerät für den Mediaserver wäre übrigens ein Tablet-Rechner à la iPad. Diese Geräte würden dann als große Fernbedienung mit Display mutieren. Sie haben die ideale Größe, um die CD-Cover, die Song-Titel und weitere Bilder oder Informationen, die üblicherweise im Booklet einer CD abgedruckt sind, darzustellen. Das Gejammer über die Mini-Booklets in der CD hätte ein Ende.

Wer die neue Technik ausprobieren will, muss allerdings im Moment noch relativ viel Geld hinlegen. Es ist ein Irrtum zu glauben, diese Musiksysteme seien günstig, weil schließlich PC-Komponenten verwendet werden. Der Musikserver Naim HDX beispielsweise kostet 6.500 Euro.

Mit 2.000 Euro deutlich günstiger und als Einstiegssystem interessant ist das Komplettsystem Caruso des Herforder Herstellers T+A. Der Caruso vereint FM-Radio, Verstärker, DVD-Laufwerk und Lautsprecher. Eine externe Festplatte mit dem Musiksammlung lässt über die Netzwerk-Buchse anschließen. Daneben gibt der Caruso auch Videos wieder. Es ist nicht schwer vorauszusagen, dass nach den Musikbranche auch die Videos auf der Festplatte landen werden.