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E-Books: Reader und Buchshops im Überblick
Reader mit integriertem Shop setzen sich durch

von Mirko Schubert Uhr veröffentlicht

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Fast drei Millionen Deutsche spielen mit dem Gedanken, sich noch in diesem Jahr mindestens ein E-Book zu kaufen. Beim derzeitigen Angebot herrscht jedoch Unsicherheit, welche Geräte sich auch in Zukunft durchsetzen werden. Netzwelt hat getestet, welche E-Book Reader den längsten Lesespaß garantieren.

Immer mehr Deutsche sind daran interessiert, dicke Bücher unterwegs durch schlanke digitale Alternativen zu ersetzen. Beim derzeitigen Angebot herrscht jedoch Unsicherheit, welche Geräte sich auch in Zukunft durchsetzen werden. Netzwelt hat getestet, welche E-Book Reader in Verbindung mit digitalen Buch-Shops den längsten Lesespaß garantieren.

In Kürze wird der Sony Reader in beiden Ausführungen aktualisiert. (Quelle: sony.de)

Laut einer Studie des Branchenverbands Bitkom spielen fast drei Millionen Deutsche mit dem Gedanken, sich in diesem Jahr mindestens ein E-Book zu kaufen. Der Verband führt das zunehmende Interesse am digitalen Bücherschrank auf die steigende Anzahl der Lesegeräte wie E-Book Reader und Tablet-PCs zurück. Viele Hersteller locken derzeit mit lukrativen Angeboten.

Viele Käufer sind sich aber unsicher, welches Angebot auch in der Zukunft für den digitalen Lesegenuss sorgen wird. Interessant sind dabei insbesondere Geräte, die durch die Unterstützung vieler gängiger Dateiformate zahlreiche, in unterschiedlichen Shops erworbene Bücher anzeigen können. Zudem möchte der Leser in den Online-Buchläden ein breites Spektrum an deutschsprachigen Büchern kaufen und auch in Bestsellern schmökern können.

Keine Shop-Anbindung: Sony Reader PRS-300 und PRS-600

Sony bietet in Deutschland derzeit zwei digitale Lesegeräte, die bereits im Oktober 2010 aktualisiert werden sollen. Der Sony Reader PRS-600 Touch Edition verfügt über einen sechs Zoll großen Touchscreen, der allerdings bei hellen Lichtverhältnissen stark spiegelt. Neben 512 Megabyte internem Speicher verfügt das Gerät über zwei Stechplätze für einen MemoryStick MS DUO und eine SD-Karte. Mit einer Akkuladung kann der Nutzer auf dem PRS-600 etwa 7.500 mal umblättern. Die Touch Edition ist derzeit zu einem Straßenpreis von etwa 260 Euro erhältlich.

Mit dem Sony Reader PRS-300 Pocket Edition bietet das Unternehmen ein etwas kleineres und leichteres Gerät, dass jedoch in keine Hosentasche passt. Das E-Ink-Display hat eine Bildschirmdiagonale von fünf Zoll und stellt bis zu acht Graustufen dar. Das Gerät verfügt über 512 Megabyte internen Speicher für etwa 350 Bücher. Auf eine Speichererweiterung verzichtet Sony jedoch ganz. Der Akku kann mit einer Ladung etwa 6.800 Seiten darstellen. Die Pocket Edition kostet derzeit etwa 170 Euro.

Auf beiden Geräten lässt sich die Software leicht und intuitiv bedienen. Sony setzt bei den E-Books insbesondere auf das ePub-Format mit oder ohne digitalem Kopierschutz (DRM). Aber auch PDF- und BBeB-Bücher sowie Textdateien im DOC-, RTF- und TXT-Format werden unterstützt. Außerdem können JPG-, PNG- und BMP-Bilder dargestellt werden. Der PRS-600 unterstützt zusätzlich Musikdateien im MP3- und AAC-Format.

Zur Synchronisation der E-Books, Bilder und Audiodateien ist das Programm "Sony eBook Library" im Lieferumfang enthalten. Auch der Datenabgleich über die Software Adobe Digital Editions ist möglich, um auch die Unterstützung des etablierten Adobe-DRM-Schutz zu gewährleisten. Beide Geräte enthalten aber weder ein WLAN-Modul noch eine UMTS-Verbindung. Daher muss der Nutzer auf die USB-Schnittstelle zurückgreifen.

Durch die fehlende Funkverbindung bietet Sony keinen integrierten Online-Shop für die Lesegeräte an. Seit längerer Zeit pflegt das Unternehmen allerdings Partnerschaften zu den deutschen Buchhändlern Thalia, Libri und Mayersche. Die Online-Shops bieten viele elektronische Bücher im ePub-Format mit DRM-Schutz an. Libri.de bietet außerdem Bücher im PDF- und MOBI-Format an.

Zum Test: Sony Reader PRS-600 Touch Edition

Zum Test: Sony Reader PRS-300 Pocket Edition

Deutliche Schwächen: iRiver Story

Der koreanische Hersteller iRiver bietet seit November 2009 den E-Book Reader iRiver Story auch für deutsche Kunden. Das Gerät erinnert an den Amazon Kindle 2 und verfügt neben einem sechs Zoll großem E-Ink-Display über eine vollwertige Tastatur. Mit zwei Gigabyte fällt der interne Speicher üppig aus, der zusätzlich durch eine SD-Karte erweitert werden kann.

Der iRiver Story zeigt insbesondere beim Betriebssystem noch deutliche Schwächen. (Quelle: iriver.com)

Die Software des Geräts zeigt zwar einen großen Funktionsumfang, ist aber in vielen Dingen noch verbesserungswürdig. So ist die deutsche Übersetzung an vielen Stellen unzureichend. Außerdem werden PDF-Dateien nicht fehlerlos dargestellt. Auch fiel im Test die Vergrößerungsfunktion bei einigen E-Books aus.

Das freie ePub-Format und PDF-Dateien zeigt der iRiver Story sowohl mit als auch ohne DRM-Schutz an. Außerdem unterstützt das Gerät Text- und Office-Dokumente im MOBI-, HTML-, TXT-, DOC-, XLS- und PPT-Format. Zudem enthält das Lesegerät einen kompletten Audio-Player für MP3-, WMA- und OGG-Dateien. Auch die Aufnahme von Sprachnotizen und Musik ist möglich.

Die Synchronisation erfolgt ausschließlich über das mitgelieferte USB-Kabel, da WLAN und UMTS nicht unterstützt werden. Eine entsprechende Software legt der Hersteller nicht bei, unterstützt aber die Synchronisation mit dem Adobe-Programm Digital Editions. Eine Shop-Anbindung ist ebenfalls nicht vorhanden. Deutschsprachige E-Books können aber in vielen Online-Shops gekauft und auf das Gerät übertragen werden.

Zum Test: iRiver Story

Nur deutsche Klassiker: Pocketbook 302 und 360

Der ukrainische Hersteller Pocketboot verfährt mit eigenen Geräten ähnlich wie Sony: Das Pocketbook 302 verfügt über einen sechs Zoll großen Touchscreen, der mit dem Finger oder mitgelieferten Stift bedient werden kann. Der ein Gigabyte große Speicher kann über eine MicroSD-Karte erweitert werden. Eine besonders kleine Alternative bietet das Pocketbook 360 mit einem fünf Zoll großen E-Ink-Display. Hier bietet der Hersteller nur 512 Megabyte Speicher, der ebenfalls erweitert werden kann. Die Geräte sind derzeit für etwa 285 respektive 200 Euro erhältlich.

In Verbindung mit Bookland.net stehen für das Pocketbook 302 einige deutsche Klassiker zum Download bereit. (Quelle: pocketbookreader.com)

Beide Lesegeräte unterstützen Bücher in den Formaten ePub und PDF mit oder ohne digitalem Kopierschutz. Außerdem liest das Gerät die Buchformate RTF, TXT, HTML, RC, CHM, DOC, FB2, TCR und DJVU. Der Bildbetrachter unterstützt JPG-, PNG-, BMP- und TIFF-Dateien. Die Musikwiedergabe beschränkt sich bislang jedoch auf dem linux-basierten Betriebssystem auf MP3-Dateien.

Die Synchronisation erfolgt beim Pocketbook 302 über die eingebaute WLAN-Schnittstelle. Beim Pocketbook 360 muss sich der Anwender mit einer USB-Verbindung begnügen. Dafür stellt der Hersteller eine eigene Software für den PC bereit. Aber auch Adobe Digital Editions wird von beiden Geräten zur Synchronisation von DRM-geschützten Büchern unterstützt.

In Zusammenarbeit mit dem Online-Portal Bookland.net bietet Pocketbook in beiden Geräten einen integrierten Buchshop an. Jedoch beschränken sich die deutschsprachigen Inhalte ausschließlich auf kostenlose Klassiker. Aktuelle Bestseller bietet der Buchshop nicht an.

Zum Test: Pocketbook 302

Zum Test: Pocketbook 360

Zwangsbindung: Amazon Kindle 3, Wi-Fi und DX

Das Online-Kaufhaus Amazon bietet seit längerer Zeit das eigene Lesegerät Kindle an. Nach einer Aktualisierung Ende August 2010 stehen den Kunden drei Versionen zur Verfügung. Der Kindle 3 und der Kindle Wi-Fi bieten jeweils ein sechs Zoll großes Display und eine vollwertige Tastatur. Der Kindle DX wird hingegen mit einem 9,7 Zoll großen Display ausgeliefert und ist damit auch für das Lesen von Zeitungen und Zeitschriften geeignet.

Amazon bietet für den Kindle nur englischsprachige Literatur im eigenen Format. (Quelle: amazon.com)

Alle drei Geräte sind mit vier Gigabyte internem Speicher ausgestattet, lassen sich jedoch nicht mehr erweitern. Während der Kindle 3 und Kindle DX über ein kostenloses UMTS-Netz E-Books beziehen, müssen Nutzer auf dem Kindle Wi-Fi über das WLAN-Netz Daten austauschen. Dafür kostet das Gerät nur 139 US-Dollar, während der Kindle 3 für 189 und der Kindle DX für 379 US-Doller erhältlich ist.

Die vorwiegend englischsprachigen Bücher aus dem integrierten Kindle Store bietet Amazon im eigenen Format AZW. Zwar werden weitere Formate wie TXT, MOBI, PRC, HTML und teilweise PDF unterstützt. Das bekannte ePub-Format spart der Hersteller jedoch aus. Daher können nur selten elektronisch Bücher von anderen deutschen Buchhändlern auf dem Kindle gelesen werden.

"Es sind derzeit über 450.000 englischsprachige Titel für Nutzer in Europa verfügbar", sagt dazu Veronika Merkle, Pressesprecherin von Amazon.de. "Darüber hinaus sind mehr als 1,8 Millionen Bücher, die vor 1923 veröffentlicht wurden und nicht mehr urheberrechtlich geschützt sind, kostenlos erhältlich. Es gibt vereinzelte deutschsprachige Titel, Kindle ist aber nach wie vor ein Gerät vornehmlich für englischsprachige Titel. Aber es ist unser Plan, jedes Buch in jeder Sprache innerhalb von 60 Sekunden verfügbar machen. Konkrete Ankündigungen haben wir noch nicht gemacht."

Zum Test: Amazon Kindle DX

Bald bei Libri: Acer LumiRead

Auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin stellte Acer mit dem LumiRead seinen ersten E-Book-Reader vor. Das Gerät verfügt ebenfalls über einen sechs Zoll großen Bildschirm und eine vollwertige QWERTZ-Tastatur. Der Speicher des Geräts beträgt zwei Gigabyte und soll über einen MicroSD-Steckplatz erweitert werden können. Der LumiRead soll in einer WLAN-Variante ab Ende September 2010 beim Buchhändler Libri.de ab 199 Euro erhältlich sein.

Auf dem LumiRead von Acer wird künftig der Buchshop Libri.de integriert  

Eine zweite Version soll E-Books aus dem integrierten Shop auch über das UMTS-Netz übertragen. Der LumiRead UMTS + WiFi soll voraussichtlich ab Oktober erhältlich sein. Das Gerät unterstützt E-Books im ePub- und PDF-Format mit oder ohne Adobe-DRM-Schutz. Auch MOBI-, HTML-, CHM-, RTF-, DOC- und TXT-Dateien werden auf dem Lesegerät angezeigt. Die Dateien können über den DLNA-Standard mit anderen Geräten im Heimnetzwerk ausgetauscht werden.

Acer hat bereits mit mehreren Händlern Verträge für den Vertrieb von E-Books unterzeichnet. In Deutschland wird dies Libri.de sein, amerikanische Nutzer können auf den Shop von Barnes&Noble zugreifen. Anwender können die Bücher direkt auf dem Gerät erwerben. Da der LumiRead über den am häufigsten eingesetzten DRM-Schutz verfügt, können Nutzer auch elektronische Bücher aus anderen Shops auf dem Gerät lesen.

Libri.de verfügt derzeit über mehr als 178.000 E-Books, die vorwiegend in deutscher Sprache bereit stehen. Die meisten elektronischen Bücher liegen im eigenen MobiPocket-Format vor, nur etwa 8.000 Bücher sind im freien ePub-Format erhältlich. Darunter befinden sich auch viele aktuelle Bestseller. Die Zahlung erfolgt über eine Kreditkarte, Bankeinzug oder auf Rechnung.

Über die neu eingerichtete Schnittstelle "ebookS" liefert libri.de die Bücher direkt auf den E-Book Reader. Auch auf weiteren Geräten wird diese Schnittstelle künftig verfügbar sein. So soll es künftig auch eine iPad-App für den Buchshop geben. Die erworbenen Bücher können auf bis zu sechs Geräten gelesen werden.

Thalia und buch.de: Thalia Oyo

Die Buchhandelskette Thalia bringt ab Oktober 2010 in Kooperation mit Medion einen eigenen E-Book Reader unter dem Namen "Oyo" für 139 Euro auf den Markt. Das Gerät verfügt über einen sechs Zoll großen Touchscreen und enthält zwei Gigabyte internen Speicher. Dieser lässt sich mit einer MicroSD-Karte erweitern. Mit einer Akkuladung kann der Nutzer etwa 8.000 mal blättern.

In zwei Versionen enthält der Oyo entweder den Thalia-Buchshop oder das Angebot von buch.de. (Quelle: thalia.de)

Das Gerät unterstützt das freie ePub-Format mit oder ohne DRM-Schutz von Adobe. Außerdem kann der Nutzer auch PDF-, TXT- und HTML-Dateien lesen. Der Bildbetrachter zeigt Bilder im JPG-, PNG- und BMP-Format an. Ein Musikplayer spielt außerdem MP3-Dateien ab. Die Synchronisation erfolgt über das WLAN-Netz oder USB. Künftig will Thalia auch eine Ausführung mit eingebautem UMTS-Modul anbieten.

Thalia bietet viele deutschsprachige E-Books in einem eigenen Online-Shop an, die direkt auf dem Gerät über die WLAN- oder UMTS-Verbindung gekauft werden können. Derzeit erweitert das Unternehmen das Angebot elektronischer Bücher. Zum Verkaufsstart des Oyo sollen laut Thalia mehrere 100.000 E-Books bereitstehen. Die meisten Bestseller der gedruckten Ausgaben sind ebenfalls als E-Books im Online-Shop von Thalia abrufbar. Die Bezahlung erfolgt per Kreditkarte, Bankeinzug oder Rechnung.

Auch buch.de wird in Kooperation mit Thalia den E-Book Reader anbieten. Das Unternehmen bietet derzeit etwa 40.000 deutschsprachige E-Books und will bis zum Verkaufsstart im Oktober sein Angebot auf etwa 100.000 ausweiten. Schon jetzt seien etwa 90 Prozent der Print-Bestseller auf buch.de erhältlich. Neben den üblichen Zahlungsmodalitäten werden hier auch PayPal sowie Clickandbuy angeboten.

Mit eigenem Buchshop: Txtr Reader

Nachdem die Veröffentlichung des Txtr Readers vor einem knappen Jahr auf unbestimmte Zeit verschoben wurde, besteht nun wieder neue Hoffnung auf einen baldigen Verkaufsstart. Sollte das Gerät die derzeitigen Tests bestehen, könnte es laut dem Berliner Unternehmen noch im Oktober anlässlich der Frankfurter Buchmesse veröffentlicht werden.

Der Txtr Reader wird künftig den bestehenden eigenen Online-Shop integrieren. (Quelle: txtr.com)

Das Lesegerät hat ebenfalls ein sechs Zoll großes E-Ink-Display. Die Bedienung erfolgt über einige Steuertasten am Bildschirmrand. Über internen Speicher verfügt der Txtr Reader nicht, das Unternehmen legt jedoch eine acht Gigabyte große SD-Speicherkarte bei. Txtr legt besonders viel Wert auf offene Schnittstellen und präsentiert den Txtr Reader mit einem linux-basierten Betriebssystem.

Der Txtr Reader unterstützt das ePub- und PDF-Format mit oder ohne Adobe-DRM-Schutz. Außerdem sollen einige nicht näher benannte Office-Dokumente auf dem Gerät angezeigt werden können. Neben dem Lesen von Büchern soll der Anwender auch die Möglichkeit haben, Dokumente mit anderen Nutzern auszutauschen. Die Übertragung der Dokumente sowie der Kauf von Büchern wird über den eingebauten EDGE-Empfänger über das E-Plus-Netz nur teilweise kostenlos erfolgen.

Seit mehreren Jahren bietet Txtr einen eigenen Online-Shop, der auch auf dem E-Book Reader Einzug halten soll. Derzeit enthält der Txtr Store über 90.000 Bücher, von denen jedoch bislang etwa nur 20.000 in deutscher Sprache erhältlich sind. Alle Bücher liegen im ePub-Format mit dem Kopierschutz von Adobe vor. Neben Kreditkarten akzeptiert Txtr auch PayPal. Zum Verkaufsstart des digitalen Lesegeräts sollen außerdem etwa eine Million kostenlose Bücher bereitstehen, darunter die gesamte Bibliothek des Projekt Gutenberg.

Alternative: iBookstore und das Apple iPad

Mit dem Verkaufsstart des iPad hat Apple nicht nur die Geräteklasse der Tablet-PCs in großen Schritten vorangebracht. Mit der iPad- und iPhone-App iBooks und dem dazugehörigen iBookstore stieg der Hersteller auch in das Geschäft mit den digitalen Büchern ein. Das iPad zeichnet sich im Gegensatz zu herkömmlichen E-Book Readern dadurch aus, dass es mehr als nur einen Anwendungsbereich abdeckt.

Apple bietet mit der App iBooks auf dem iPad, iPhone und iPod touch eine gute Alternative. (Quelle: apple.com)

Anwender sollten sich aber darüber im Klaren sein, dass der 9,7 Zoll große Multitouch-Bildschirm in der Sonne sehr stark spiegelt. Dies versucht Apple über eine starke Leuchtkraft des Geräts zu kompensieren. Das Lesen bei Dämmerung oder im Dunkeln bewerkstelligt das iPad allerdings gut.

iBooks unterstützt derzeit ausschließlich ePub- und PDF-Dateien ohne DRM-Schutz und schließt damit jegliche Konkurrenz, die mit dem Adobe-DRM arbeiten, aus. Bücher aus dem Apple iBookstore liegen als ePub mit einem eigenen Kopierschutz vor. Somit können die dort gekauften E-Books auch nicht auf anderen Geräten - abgesehen von iPad, iPhone und iPod touch - angezeigt werden.

Der iBookStore enthält derzeit über 37.000 deutschsprachige Bücher, die neben Text und Bildern auch Musik- und Videodaten enthalten können. Auch Bestseller-Autoren führt Apple im Programm auf, jedoch erscheinen viele der Bücher häufig erst zwei Monate nach der Veröffentlichung der gedruckten Bücher. Die eigenen Top-Listen der kostenpflichtigen und kostenlosen Bücher erschweren zudem die Suche nach aktuellen Bestsellern. Wie im iTunes Store akzeptiert Apple nur Kreditkarten und Clickandbuy.

Trend zur direkten Shop-Anbindung

Immer mehr Hersteller bieten ihre digitalen Lesegeräte in Verbindung mit einem integrierten Shop an. Dabei zeigen insbesondere die kommenden E-Book Reader Thalia Oyo, Acer LumiRead und der Txtr Reader großes Potenzial, da die verknüpften Buchhändler bereits jetzt mit einem großen Angebot an deutschsprachigen Büchern aufwarten können. Schlusslicht bleibt der Amazon Kindle, der weiterhin vorwiegend englischsprachige Bücher anbietet.

Die Buchhändler Thalia, buch.de und libri.de vertreiben auch die aktuellen Bestseller. Die Verlage geben eine E-Book-Fassung jedoch zumeist erst ein bis zwei Monate nach dem Verkaufsstart der Taschenbücher und Hardcover heraus. Die Unternehmen sind aber zuversichtlich, dass sich dies in Zukunft angleichen wird.

ePub-Format und Adobe-DRM setzen sich durch

Als Standard setzt sich immer weiter das freie ePub-Format durch, dass auf fast allen aktuellen Lesegeräten unterstützt wird. Da viele Online-Shops als Kopierschutz Adobe-DRM bevorzugen, können die meisten erworbenen Bücher auch auf anderen Geräten gelesen oder von verschiedenen Shops erworben werden.

Zudem bietet Adobe mit "Digital Editions" ein gutes kostenloses Programm zum Lesen und Synchronisieren der digitalen Bücher an. Da die Software Adobe Air nutzt, werden viele Betriebssysteme wie Windows, Mac OSX und Linux unterstützt. Die meisten E-Book Reader erkennt das Programm über eine USB-Verbindung automatisch.

Kommentare zu diesem Artikel

Fast drei Millionen Deutsche spielen mit dem Gedanken, sich noch in diesem Jahr mindestens ein E-Book zu kaufen. Beim derzeitigen Angebot herrscht jedoch Unsicherheit, welche Geräte sich auch in Zukunft durchsetzen werden. Netzwelt hat getestet, welche E-Book Reader den längsten Lesespaß garantieren.

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  • Adobe Digital Editions schrieb Uhr
    AW: E-Books: Reader und Buchshops im Überblick

    Hallo, in der aktuellen Version (1.7.1, aber auch davor) ist Adobe Digital Editions (ADE) *keine* Air Anwendung. Unterstützt wird ausschließlich Windows und Mac, d.h. *kein* Linux Support. Das Programm ist Flash basiert, unterliegt also auch dessen Sicherheitsproblemen. Der Adobe DRM für für epub gilt als geknackt. Details sind im engl. Wikipedia zu finden.
  • Diggsagg schrieb Uhr
    AW: E-Books: Reader und Buchshops im Überblick

    Wieso braucht man einen eBook-Reader, wenn man z.B. auf seinem Handy PDF's lesen kann? Im übrigen lässt einen waschechten Bücherwurm sowas alles kalt: Es geht nichts über ein richtiges Buch in den Händen und vor der Nase. Da stimmt die Athmosphäre und preisgünstiger ist es sowieso. Na ja, mal eine kleine pdf-Datei auf dem Handy zu lesen, mag ja durchaus mal vorkommen - aber ein ganzes Buch auf diese Weise zu lesen, geht ja auch am Sinn vorbei. ;) Was ein richtiges Buch angeht, gebe ich dir natürlich recht. Ich bin selbst Autor und Bücherwurm, lese regelmäßig und finde auch, dass nichts über ein schönes Hardcover oder auch ein Paperback geht. Das Lesen macht einfach mehr Spaß, wenn man richtig in einem Buch blättern kann. Außerdem besteht dabei noch die Möglichkeit, die gelesenen Bücher bei Ebay oder sonstwo wieder zu verkaufen - was ja bei Dateien auf einem Reader wohl eher nicht mehr gegeben ist. Ich habe zwar auch schon mal an einen Reader gedacht und kann mir gut vorstellen, dass es da einen enormen Unterschied zwischen E-Ink-Display und "normalem" Monitor gibt, aber wie Jörn schon sagte, sind die Preise für E-Books momentan (noch) nicht wirklich attraktiv, und die Auswahl ist auch noch nicht so groß. Was die Mobilität angeht, muss man natürlich auch unterscheiden: Bei Sach- und Lehrbüchern, die man vielleicht ständig in Uni, Schule oder beruflich dabei haben sollte, macht so ein Reader natürlich richtig Sinn. Bei Belletristik ist es ja eher so, dass man immer ein Buch nach dem anderen liest und nicht dauernd mehrere Romane mit sich rumschleppt. Ich bin jedenfalls gespannt darauf, wie sich das alles weiterentwickelt, werde aber erstmal noch nicht den Kauf eines Readers planen. Wie gesagt, ein richtiges Buch ist mir immer noch wesentlich lieber.
  • Ernest schrieb Uhr
    AW: E-Books: Reader und Buchshops im Überblick

    Juhuu! Ich habe ein lustiges kleines Tool gefunden, mit dem man ein Net-/Notebook wie einen eBook Reader relativ bequem nutzen und dabei Dokumente lesen kann, ohne an Genickstarre zu leiden. Das kleine Freeware-Progrämmchen "iRotate" ermöglicht das Drehen des Bildschirms um 90°, 180° und 270°. Je nach Vorlieben wählt man entweder 90° oder 270°. Die Maussteuerung wird der Bildschirmumstellung angepasst, sodaß man nicht "querdenken" muß. Ebenso einfach lässt sich die Bildschirmansicht wieder in den Ursprungszustand zurück versetzen. "iRotate" installiert sich bei deutsch-sprachiger Systemspracheinstellung automatisch in Deutsch und kann für folgende Windows-Versionen angewendet werden: Vista, XP, 2000, NT, ME, 9x Somit profitieren auch User von Net-/Notebooks mit älteren Windows-Betriebssystemen von der Bildschirmrotation. "iRotate" ist die kostenlose Alternative zur kostenlastigen Anschaffung eines eBook Readers. Ganz klar ist ein Net-/Notebook nicht so handlich und leicht wie ein eBook Reader. Jedoch kann man immerhin seine Dokumente wie gewohnt in Farbe lesen (was bis heute noch kein eBook Reader kann) - und das ist ja auch schon mal was. Downloadlink: Download iRotate 1.38 Beta kostenlos Freeware - Bildschirm drehen per Shortcut
  • Herby0815 schrieb Uhr
    AW: E-Books: Reader und Buchshops im Überblick

    Was für ein OS läuft auf dem Thalia-OYO ?
  • Code46 schrieb Uhr
    AW: E-Books: Reader und Buchshops im Überblick

    @Jörn Stimmt, die Farbdisplays lassen wirklich noch auf sich warten, sofern es sich um ein E-Ink-Display handeln soll. Einige Geräte verfügen bereits über einen Browser, wie etwa der Pocketbook 302 und 360. Allerdings werden Webseiten in vielen Fällen noch nicht mit heutigen Standards dargestellt. Wörterbücher sind in fast jedem E-Book Reader eingebaut. Oder zumindest ein Englisch-Englisch-Wörterbuch. @Dieter Viele Hersteller bieten ihre Software auch für Mac OSX an. Alle Geräte, die Adobe Digital Editions unterstützen, können sowohl mit Windows als auch Mac OSX und Linux synchronisiert werden. Das liegt an Adobe Air, auf dem Digital Editions aufbaut.
  • Jörn schrieb Uhr
    AW: E-Books: Reader und Buchshops im Überblick

    Okay, ein Notebook habe ich auch und damit wird man immer mehr machen können als mit einem ebook-Reader. Jedoch muss ich mein Notebook nicht immer mit mir rumtragen und will es auch nicht. Auch will auch ich nicht, um ein Buch zu lesen, jedes mal mein Notebook anschalten. Ebenso ist das Lesen in der Bahn oder generell unterwegs, im Café und Abends im Bett mit einem Reader sicherlich bequemer. Letztlich ist das Display zum Lesen (von längeren Texten bzw. für einen längeren Zeitraum) viel besser geeignet (einige Displays sollen bereits die Schärfe von Gedrucktem aufweisen).
  • Ernest schrieb Uhr
    AW: E-Books: Reader und Buchshops im Überblick

    Vorteile schon jetzt: Es wird sich viel geschleppe erspart. Ja stimmt. Meine derzeitige Lösung sieht aktuell so aus, daß ich meine PDF's auf einem Netbook habe. Das ist klein, leistungsfähig und nicht allzu schwer. Weiterer Vorteil: Ich habe alles direkt zur Verfügung und kann nichts vergessen mitzunehmen (z.B. eBook Reader vergessen). Office haben sowieso die meisten auf dem Net-/Notebook, womit ein einzelner eBook Reader daher für mich überflüssig ist. Nicht zuletzt hat eine Net-/Notebook-Festplatte eine vielfach höhere Speicherkapazität, als ein eBook Reader. Aber gut: Muß man selber wissen, was man benötigt.
  • Dieter schrieb Uhr
    AW: E-Books: Reader und Buchshops im Überblick

    Interessanter Artikel. Allerdings würde mich bei den Geräten interessieren, wie man seinen Bücher mit einem Computer synchronisiert. Das jeder Hersteller eine Lösung für Windows anbietet glaube ich gerne, aber wie sieht es bei Mac OS X oder Linux aus?
  • Jörn schrieb Uhr
    AW: E-Books: Reader und Buchshops im Überblick

    Sollten ebooks irgendwann "wesentlich" günstiger als ihre Printausgaben werden, dann sind Reader + ebooks bestimmt günstiger als der Kauf der Printausgaben (wenn man nicht nur ein Buch im Jahr ließt *g*). Haptisch wird es in der Zukunft bestimmt noch einiges zu erleben geben. Irgendwann wird sich ein Reader wie ein Buch anfühlen. PDF's möchte ich auf meinem kleinen Handy-Display nicht lesen. Vorteile schon jetzt: Es wird sich viel geschleppe erspart. Als Student könnte ich Lehrbücher etc. mit mir rumtragen und zwar ohne 20Kg Marschgepäck. Die Bücher lassen sich schnell durchsuchen. Man kann quasi immer alle wichtigen Bücher und Dokumente bei sich haben, wenn mal schnell etwas nach geschlagen werden muss. Das erspart viel Zettelwirtschaft. In Zukunft werden bestimmt auch Verknüpfungen von Büchern/Dokumenten untereinander möglich sein, sodass Verweisen schnell nachgegangen werden kann. Allerdings gibt es noch keine Reader, denn ich ich mir kaufen würde. Wo ist das Farbdisplay und der Internetzugung (Browser)? Ein Reader würde mich vor allem wegen englischsprachiger Literatur interessiern, aber eben nur mit eingebauten Wörterbuch oder noch besser mit Verbindung zu dict.cc (im Buch einfach ein Wort anklicken und die Übersetzung bekommen *träum*).
  • Ernest schrieb Uhr
    AW: E-Books: Reader und Buchshops im Überblick

    Huch! Für so einen eBook-Reader muß man um die € 120,- latzen (da fangen die Dinger erstmal an. Die Geräte von Sony starten bei ca. € 200,-). Und: Wieso braucht man einen eBook-Reader, wenn man z.B. auf seinem Handy PDF's lesen kann? Im übrigen lässt einen waschechten Bücherwurm sowas alles kalt: Es geht nichts über ein richtiges Buch in den Händen und vor der Nase. Da stimmt die Athmosphäre und preisgünstiger ist es sowieso.

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E-Books: Reader und Buchshops im Überblick
E-Books: Reader und Buchshops im Überblick
Digitale Bücher sind auch in Deutschland immer mehr im Kommen. Netzwelt hat die derzeitige Marktsituation der digitalen Bücher getestet.
http://www.netzwelt.de/news/84011-e-books-reader-buchshops-ueberblick.html
2010-09-12 11:56:53
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E-Books: Reader und Buchshops im Überblick