Das freie Pendant zu Twitter können Nutzer selbst betreiben
StatusNet: Alternative Software für Kurznachrichten
Durch das sogenannte Microblogging verbreiten sich manche Informationen im Netz wie ein Lauffeuer: Sobald eine interessante Nachricht über ein Ereignis oder eine Webseite bei Twitter eingestellt wurde, kann jeder andere Nutzer diese beliebig oft "retweeten", also in seine eigenen Kurznachrichten übernehmen. Durch diese virtuelle Abstimmung werden nur wirklich wichtige News von der Netzgemeinde wahrgenommen, der ganze Rest geht in einem Grundrauschen unter. Twitter hat schon bei mehreren Katastrophen und Veranstaltungen bewiesen, dass der Dienst Neuigkeiten viel schneller als die klassischen Medien verbreiten kann.
Inhaltsverzeichnis
- 1StatusNet - Privat oder öffentlich
- 2Installation auf einem Webserver
- 3Erste Nachrichten und die Profile
- 4Funktionen für den Administrator
- 5Passende Software für StatusNet
- 6Fazit
Entsprechend groß ist seit etwa drei Jahren der Hype um das junge kalifornische Unternehmen Twitter. Was in der Öffentlichkeit aber gerne vergessen wird ist die Tatsache, dass Twitter eigentlich ein monolithisches System ist, das als Webdienst genauso Nachteile hat wie die Pendants im Bereich der Software: Immer dann, wenn man von einem einzigen Anbieter abhängig ist, führt ein Ausfall von dessen Infrastruktur zu Problemen.
Da die Software von Twitter nicht öffentlich zugänglich ist, kann niemand die tatsächliche Sicherheit sowie den Datenschutz des Dienstes überprüfen. Die Open-Source-Community greift diese Punkte mit StatusNet an: Die Plattform soll Twitter komplett ersetzen, sie läuft dezentral und der Code ist frei einsehbar.
StatusNet - Privat oder öffentlich
Die Idee, eine freie Alternative zu Twitter zu schaffen, ist schon 2007 während des Wahlkampfs von Barack Obama entstanden. Damals stiegt die Benutzerzahl von Twitter dramatisch an und immer öfter war nur noch der "Fail-Wale" zu sehen, der Dienst also komplett überlastet. Dieses Problem löst StatusNet mit dem Open-Microblogging-Protocoll: Jeder, der sich eine eigene Version von StatusNet installiert hat, kann Nachrichten mit anderen Nutzern austauschen, wofür kein zentraler - und damit anfälliger - Server notwendig ist.
Richtig Fahrt hat StatusNet, dessen frühere Bezeichnung Laconica war, aber erst mit dem Start der Plattform Identi.ca aufgenommen: Der Dienst gilt als Referenz für die Funktionsfähigkeit von StatusNet, jeden Tag gibt es dort tausende neue Kurznachrichten. Da Identi.ca auf StatusNet aufbaut, kann jeder Experte einen Blick in den Quellcode werfen - die Software steht unter der anerkannten GNU Affero Public License. So ist auch der Datenschutz wesentlich besser abgesichert als bei Twitter: Würden Identi.ca oder andere Anwender von StatusNet Schindluder mit den Benutzerdaten treiben, wäre das längt bekannt geworden. Durch das offene Entwicklungsmodell werden Sicherheitslücken tendenziell auch sehr viel schneller aufgedeckt.

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