Nutzer müssen sich auf neue Methoden einstellen
BKA und Bitkom: Online-Kriminalität steigt weiter an
Die Online-Kriminalität nimmt in Deutschland weiter zu. Laut Kriminalstatistik stieg die Zahl der Fälle 2009 um 23 Prozent. Das Bundeskriminalamt (BKA) und der Branchenverband Bitkom beobachten dabei eine steigende Professionalität der Täter sowie neue Angriffsmethoden und Objekte.

"Die im Cybercrime aktiven Täter sind höchst innovativ, flexibel und reagieren auf neue Sicherungstechniken mit neuen oder angepassten Begehungsweisen", sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke. Seine Organisation beobachte konspirativ und arbeitsteilig vorgehende, international agierende Tätergruppen. Angriffsziele seien dabei nicht mehr nur Desktop-Computer und Laptops mit Internetzugang, sondern durch die vermehrte Nutzung auch Smartphones. Dabei geht es den Tätern vor allem um Profit: Auf den heimischen Rechnern würden Konten via Online-Banking leergeräumt, von infizierten Smartphones teuere Premium-SMS verschickt. 2009 entstand dadurch ein Gesamtschaden von 12 Millionen Euro, für dieses Jahr wird ein Anstieg auf 17 Millionen Euro prognostiziert.
Kooperation mit der Wirtschaft
Bei der Bekämpfung der steigenden Internetkriminalität will das BKA stärker mit der Wirtschaft kooperieren. Künftig sollen regelmäßig Konsultationen mit dem Branchenverband Bitkom stattfinden. Das gaben beide Organisationen in einer gemeinsamen Erklärung bekannt. Zugleich erteilten sie zehn Sicherheitstipps an Nutzer, um sich vor den Gefahren der Online-Kriminalität zu schützen.
Am Rande der Veröffentlichung der Polizeilichen Kriminalstatistik für 2009 und der Kooperation von Bitkom und BKA ist auch die Debatte um die Vorratsdatenspeicherung wieder entbrannt. Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung nutzte die Statistik als Vorlage, um die Maßnahme zu diskreditieren. Die ab dem 01. September 2009 vorgenommene sechsmonatige Protokollierung sämtlicher Internet-Einwahlen und E-Mails habe laut der Statistik im Vergleich zum Vorjahr weder zu einem Rückgang der registrierten Internetdelikte, noch zu einer verbesserten Aufklärung der Internetkriminalität geführt. Die Aufklärungsquote sei sogar gesunken. "Mit dieser Kriminalstatistik wird nun amtlich, dass wir heute ohne Vorratsdatenspeicherung keineswegs unsicherer leben als zuvor", sagte Michael Ebeling vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung.
Das Bundeskriminalamt verteidigt dagegen die Maßnahme. "Zahlreiche Beispielfälle belegen, dass wir ohne den Zugriff auf Vorratsdaten eine erhebliche Sicherheitslücke haben", sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke der "Rheinischen Post" bereits im Juni 2010 unter Verweis auf die polizeiliche Erhebung.

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