Kaum qualitativ hochwertige Zeitungs-Apps
E-Paper: Entwicklung auf dem iPad geht nur langsam voran
Seit dem Verkaufsstart des Apple iPad hoffen viele Zeitungsverleger den Aufschwung durch digitale Versionen ihrer Print-Produkte zu erzielen. Innerhalb der ersten drei Monate veröffentlichten deshalb bereits viele Verlage ihre Zeitungen als App für den Tablet-PC. Netzwelt hat sich die Entwicklung der E-Paper-Lösungen näher angesehen.
Inhaltsverzeichnis
- 1Axel Springer: iKiosk, Welt und Iconist
- 2Spiegel: Themenbezogene Zeitung
- 3Condé Nast: Hochglanz-Modemagazin kostenlos
- 4Focus: Online-Auftritt verschönert
- 5Verlage müssen nachbessern
- 6BDZV: Erwartungen der Nutzer sehr hoch
- 7Wired: Erfolge aus Amerika
Die Verkäufe der Zeitungen und Zeitschriften sowie das Anzeigengeschäft gehen immer weiter zurück. Laut dem Quartalsabschluss des Bundesverbands deutscher Zeitungsverleger (BDZV) schließt dabei insbesondere der Einzelverkauf mit einem deutlichen Minus ab. Deshalb hoffen viele Verleger darauf, deutlich mehr Einnahmen durch Einzelausgaben und Abonnements von digitalen Zeitungen auf Tablet-PCs wie dem iPad zu erzielen.
Axel Springer: iKiosk, Welt und Iconist
Die Qualität der Zeitungs-Apps unterscheidet sich dabei sehr stark voneinander. So bietet die Axel Springer AG gleich drei Apps von der PDF-Zeitung bis hin zum Hochglanzmagazin. Der so genannte iKiosk fasst dabei die Tagespresse des Verlags zusammen. Zwölf Zeitungen, von der Bildzeitung über die Welt bis hin zur Berliner Zeitung und dem Hamburger Abendblatt, sind im Angebot. Die Ausgaben liegen im PDF-Format vor und sind nicht an das iPad angepasst.
Der Nutzer kann alle Zeitungen nach dem Herunterladen der kostenlosen App 30 Tage kostenlos testen. Danach besteht die Möglichkeit, die gewünschten Ausgaben zu abonnieren. Die Abos sind nur geringfügig günstiger als das Druckerzeugnis. So erhält der Leser etwa die Bildzeitung für 30 Tage zu einem Preis von 12,99 Euro. Einzelausgaben kann der Nutzer nicht kaufen. Auch kann er nicht in alten Ausgaben blättern.
Mit der Zeitung "Die Welt" hat sich der Verlag wesentlich mehr Mühe gegeben und bietet neben einem Inhaltsverzeichnis der Kategorien eine Auswahl einzelner Artikel, die auf einer Zeitungs-ähnlichen Oberfläche zusammengestellt sind. Auch Fotogalerien und vereinzelte Videos sind in die Ausgaben eingebunden. Nach einem 30-tägigen Testzeitraum kostet das Monats-Abo 11,99 Euro.
Ein speziell für das iPad entwickeltes Lifestyle-Magazin bietet die Axel Springer AG mit "The Iconist". Die erste Ausgabe der vierteljährlich erscheinenden App enthält 15 Artikel und stellt neben einer grafisch ausgefeilten Navigation hochauflösende Videos, Bilder und Animationen dar. Die App stürzt jedoch häufig beim Wechsel zum nächsten Artikel ab. Das Magazin finanziert sich über großflächige Werbung. "The Iconist" ist im AppStore für 4,99 Euro erhältlich.

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Zitat: Die Abos sind nur geringfügig günstiger als das Druckerzeugnis. Genau das ist immer noch das Problem bei dem ganzen E-Book-Kram. Die Konsumenten greifen (zu Recht)...