Vorbild aus der Natur
Wissenschaft: Forscher entwickeln Solarzelle mit Selbstheilungskraft
Nicht nur die menschliche Haut sondern auch Solarzellen werden durch längere Sonneneinstrahlung geschädigt. Die Folge: Im Laufe der Zeit sinkt ihr Wirkungsgrad. Der Verlust kann dabei durchaus über zehn Prozentpunkte betragen. Forscher haben nun eine Technik entwickelt, mit der sich die Zellen selbst erneuern können.

Das Team der renommierten privaten Technischen Universität Massachusetts Institute of Technology (MIT) ließ sich dabei von der Pflanzenwelt inspirieren. Schließlich seien diese in der Lage, Tag für Tag Sonnenlicht in Energie zu wandeln - ohne nennenswerte Schäden davon zu tragen. Das Geheimnis: Im Prinzip zerstört eine Pflanze regelmäßig ihre Moleküle zur Umwandlung der Sonnenstrahlen und baut aus den Bestandteilen neue. Dieser Prozess dauerte zumeist nur 45 Minuten, erklärte der Kopf des Teams, Professor Michael Strano. Ihm und seinem Team ist es gelungen, diesen Prozess im Labor nachzustellen.
Rekonstruktion dauert derzeit noch 14 Stunden
Sie entwickelten eine Molekülstruktur, die in der Lage ist, Licht in Energie umzuwandeln und sich schnell zerlegen und wieder zusammensetzen, nur durch Zugabe einer speziellen Lösung. Der Erneuerungsprozess wurde in einer Prototypenzelle getestet und dauert derzeit bis zu 14 Stunden. Den Wirkungsgrad ihrer Zelle geben die Forscher mit rund 40 Prozent an. Damit übertrifft ihr Verfahren nach eigenen Aussagen am Markt befindliche Modelle um rund die Hälfte. Die Forscher wollen diesen aber noch deutlich steigern. Theoretisch sei ein Wirkungsgrad von 100 Prozent möglich, heißt es am MIT.
Bis es soweit ist, wird es aber sicher noch ein wenig dauern. Schließlich ist die Natur den Forschern schon ein ganzes Stück voraus. "Wir imitieren hier Tricks, die die Natur in allen Einzelheiten über Millionen von Jahren entwickelt hat", gibt Strano zu bedenken.

Sagen Sie Ihre Meinung!