Treffen der Comic-Kosmen
Im Test: Kingdom Hearts: Birth by Sleep
Wenn "Final Fantasy"-Charaktere zusammen mit Disney-Größen wie Mickey, Goofy und Donald das Schwert schwingen, dann greift sich manch Rollenspiel-Fan an den Kopf. Andere wiederum lieben diese ungewöhnliche Liaison amerikanischer und japanischer Comic- und Zeichentrick-Kultur: Bei Square Enix' "Kingdom Hearts"-Reihe zeigen sich die Comic-Kosmen versöhnlich.
Obwohl das bisher schönste und technisch aufwendigste "Kingdom Hearts", ist "Birth by Sleep" keine Fortsetzung der beiden PS2-Episoden, sondern deren Vorgeschichte: Terra, Aqua und Ventus gehören zum Orden der Keyblades - einem Geheimbund aus Kämpfern und Magiern, die mit ihren Schlüsselschwertern dafür sorgen, dass die kitischigen Disney-Welten nicht von dunklen Mächten korrumpiert werden. Je nachdem, für welchen der Charaktere man sich vor Spielbeginn entscheidet, nimmt das Abenteuer einen anderen Verlauf. Jeder Durchgang dauert etwa 15 Stunden.
Während die schöne Aqua die unterschiedlichen Disney-Kosmen durchstreift, um Gutes zu tun, fühlt sich Terra ständig zwischen Licht und Dunkel hin- und hergerissen. Soll er der bösen Königin aus "Schneewittchen" dabei helfen, das Aschenputtel zu beseitigen - oder sie retten? Der blutjunge Ventus dagegen stürzt sich Hals über Kopf ins Abenteuer, weil er seinen Freunden helfen will - aus eigenem Antrieb und ganz ohne offiziellen Auftrag des Ordens.
Wie für die Serie typisch wird in Echtzeit gekämpft und gehext: Ein ganzer Fundus von Zaubersprüchen, Spezialangriffen und Gegenständen wird per Menü angesteuert und dann eingesetzt, um fiesem Schatten-Gesocks und mythischen Kreaturen den Garaus zu machen.
Video: Kingdom Hearts: Birth by Sleep
Aber trotz eingängiger Steuerung ist "Birth by Sleep" kein Leichtgewicht: Eine ganze Flut aus Online-Manuals macht den Einsatz der Manöver schwerer als er eigentlich ist. Hier wäre ein langsames Schritt-für-Schritt-Heranführen sinnvoller gewesen. So richtig Mühe haben sich die Entwickler aber bei der Gestaltung von Disneys Zeichentrickklassikern gegeben: Ob Aschenputtel, Dornröschen oder Schneewittchen - die Welten der Disney-Prinzessinen wurden originalgetreu in wunderschöne 3D-Spielplätze verwandelt.
Im Test: Kingdom Hearts: Birth by Sleep
Comic, Kitsch und Keyblades: Das neue "Kingdom Hearts" bietet eine ungewöhnliche Mischung aus "Final Fantasy"- und Disney-Helden. (Bild: Square Enix)
Terra ist nur ein von drei Helden, mit denen das Abenteuer "Birth by Sleep" bewältigt werden kann. (Bild: Square Enix)
Gelungener Mehrspielermodus: Bis zu sechs Teilnehmer können sich auf dem "Kommandobrett" austoben. (Bild: Square Enix)
Prachtvolle Kulissen, fantastische Melodien und die zahlreichen Intro-Filme lassen den Fan über spielerische Schwächen sowie erzählerische Ungereimtheiten hinwegsehen. Extrem-Rollenspieler und Tüftler freuen sich über zahllose Möglichkeiten, um die bereits auf normalen Schwierigkeitsgrad knallharten Gefechte in den Griff zu kriegen. Für alle anderen gibt's den zahmen Einsteiger-Schwierigkeitsgrad. Als zusätzliches Leckerli locken Multiplayer-Modi wie eine Duell-Arena oder das brettspielartige "Kommandobrett" - allerdings nur im lokalen Netzwerk.
Datenblatt
| Kingdom Hearts: Birth by Sleep | |
| Spielname | Kingdom Hearts: Birth by Sleep |
| Hersteller | Square Enix Europe |
| Vertrieb | Koch Media |
| Genre | Rollenspiel |
| VÖ Datum | 10.09.2010 |
| Preis | ca. 40 Euro |
| EAN Code | 5021290041578 |
| Schwierigkeit | Für Einsteiger und Fortgeschrittene |
| Alter | ab 6 |
| Multiplayer | 2-6 |
| Sonstiges | |
| Bewertung Grafik | sehr gut |
| Bewertung Steuerung | gut |
| Bewertung Sound | sehr gut |
| Bewertung Spielspass | sehr gut |
| Bewertung Gesamt | sehr gut |
| System | PSP |
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