Modern und doch retro
Im Test: Metroid - Other M
Einfach anders oder total retro? Nintendo und Tecmo konfrontieren im neuen "Metroid"-Ableger "The Other M" die Weltraumritterin Samus Aran mit ihrer Vergangenheit - erzählerisch wie spielerisch.
Metroid: Other M: Metroid: Other M: E3 2010 (Plattformen: Nintendo WII). Zum Video: Metroid: Other M
Mit Abschluss der "Metroid Prime"-Trilogie des texanischen Nintendo-Entwicklers Retro Studios schien die Erzählung um die Weltraum-Kopfgeldjägerin Samus endgültig abgeschlossen zu sein: Sämtliche Fieslinge waren besiegt, die Galaxis war gerettet.
Aber der Schein trügt: Anstatt einen wohlverdienten Urlaub genießen zu können, stolpert die berühmte Heldin im gelb-roten Kampfanzug direkt in ihr nächstes Abenteuer - diesmal unter der Regie von Team Ninja, einer Entwickler-Truppe des japanischen Spieleherstellers Tecmo.
Ein mysteriöses Notsignal führt Samus zu einer verlassenen Forschungsstation, auf der allerlei glitschiges und parasitäres Ungetier sein Unwesen treibt. Außerdem wird die kesse Action-Braut hier mit ihrer Vergangenheit konfrontiert: Ebenfalls auf der Station unterwegs ist ein Einsatztrupp aus Weltraum-Militärs - und der steht ausgerechnet unter dem Kommando von Samus' früherem Vorgesetzten. Diese ehemalige Vaterfigur besteht darauf, nicht nur seine Einheit, sondern außerdem die hübsche Kopfgeldjägerin herumzukommandieren. Darum darf Samus ihr reichhaltiges Repertoire an Spezialfähigkeiten nicht von Anfang an einsetzen: Erst nach und nach gibt der strenge Offizier sämtliche Superschüsse und Bomben frei.
Aber das sind längst nicht alle Veränderungen, mit denen sich Heldin und Spieler anfreunden müssen: Anders als die "Metroid Prime"-Episoden wird in "Other M" nicht aus der Shooter-typischen Ego-Perspektive geballert und gerätselt. Vielmehr ist dieser Titel die Symbiose aus Samus' jüngsten Abenteuern und jenen Episoden, die sie zu seligen 8-Bit- und 16-Bit-Tagen bestritt: In dieser Zeit wetzte man noch durch seitwärts scrollende Jump&Shoot-Welten.
Wie damals beobachtet man die traditionsreiche Heldin jetzt vor allem von außen, die Kamera wechselt dabei zwischen der klassischen Seitenperspektive und anderen, moderneren Einstellungen hin und her. Will man die Korridore, Hallen und Gewächshäuser der Raumstation näher in Augenschein nehmen, zoomt das Geschehen in die aus "Metroid Prime" bekannte Ich-Sicht: Zwar kann man sich aus diesem Blickwinkel ab sofort nur noch auf der Stelle drehen und umschauen, aber dafür weiterhin aus allen Rohren feuern und insbesondere zielsuchende Raketen auf die Reise schicken. Rückt der Dame dabei eines der verunglückten Stations-Experimente zu dicht auf die Panzerung, dann kehrt das Spiel selbstständig in die normale Spiel-Perspektive zurück und lässt die Heldin ein Ausweich- oder Abwehrmanöver ausführen.

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