Apache: Konfiguration des Servers mit Modul-Konzept

Suche nach Ordnern und die Protokolle

In der Konfiguration muss sich der Nutzer aber nicht darauf beschränken, für jeden Ordner eigene Regeln zu vergeben. Die Stärke des Apache HTTP Server ist es, dass er innerhalb der Direktiven mit Wildcards sowie speziellen Suchfunktionen auch schematische Regeln verarbeiten kann, die gleich auf mehrere Ordner und Dateien passen. Mittels "DirectoryMatch" beziehungsweise "FileMatch" und einem regulären Ausdruck als Suchbegriff hat jeder die Möglichkeit, zum Beispiel alle Ordner mit einem bestimmten Schlüsselwort von der Auslieferung im Web auszuschließen. Wildcards sind praktisch Platzhalter, die man etwa bei Dateitypen einsetzt.

Auch ein Blick auf den Eintrag "ErrorLog" lohnt sich: Der Wert dieser Direktive gibt an, wo der Apache Server die Fehlermeldungen speichert. Ein gelegentlicher Blick in die Datei ist absolut wichtig, damit man Betrugs- und Angriffsversuche auf den Webserver erkennen kann und beim Absturz sieht, ob ein Modul dafür verantwortlich war. "LogFormat" legt fest, welche Daten der Apache in die Logs schreibt. Praktisch alle Open-Source-Tools zur Analyse von Server-Logs verstehen sich auf das Apache-Logfile-Format.

HTTP-Web-Server, Hosts und Module

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Mehr Websites in einem HTTP-Server

Wer die Apache-Konfiguration einmal verstanden hat, kann sich an die beliebteste Funktion des beliebtesten HTTP-Servers machen: Dem gleichzeitigen Betrieb mehrerer getrennter Webseiten über eine einzige IP und einen einzigen Server. Dazu dienen die sogenannten virtuellen Hosts, die extrem billiges Webhosting wie bei 1&1 oder Strato erst möglich gemacht haben. Im Normalfall verweist jede Domain im DNS auf die eigene IP-Adresse, sodass ein Surfer auf "www.netzwelt.de" immer beim Server mit der IP 195.71.130.31 landet.

Bei kleineren Webprojekten ist ein einzelner Server aber natürlich nicht ausgelastet mit den Zugriffen der oft wenigen hundert Besucher am Tag. Daher kann Apache jetzt weitere Domains über die gleiche IP betreiben, sodass auch Anfragen an "www.netzwelt.com" bei 195.71.130.31 landen und dort andere Inhalte erscheinen. Eigentlich sehen alle HTTP-Anfragen für den Apache gleich aus, da sie ja über die selbe IP ablaufen - wäre da nicht das kleine Feld namens "Host", in dem alle gängigen Browser die angefragte Domain eintragen. So kann der Apache auch bei identischen IPs erkennen, welche Website denn vom Surfer gewünscht ist.

In der httpd.conf teilt der Begriff "NameVirtualHost *:80" dem Server mit, alle Anfragen auf Port 80 auf Basis der virtuellen Hosts zu unterscheiden. Der Nutzer kann nach der Direktive dann beliebig viele virtuelle Hosts nach dem Schema "<VirtualHost *:80> ServerName www.netzwelt.de </VirtualHost>" definieren. Neben dem "ServerName" muss der Nutzer natürlich noch eine separate Direktive mit "DocumentRoot" zu dem Eintrag hinzufügen. Virtuelle Hosts funktionieren nicht nur an Hand einer Domain, sondern auch IPs (was aber sehr selten ist). Konkurrierende Server-Programme wie Microsoft IIS bieten ähnliche Methoden an, im Apache ist die Konfiguration aber sehr einfach und auch tausende Hosts schwächen die Stabilität nicht.

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