Macht und Medien: Die einflussreichsten Autoren im Netz
Lisa Stone: Gründerin des Netzwerk für Frauen
In der von mächtigen Männern geprägten IT-Branche sind Frauen immernoch eine Ausnahme, gleiches gilt für die Blogszene. Neben Arianna Huffington ist Lisa Stone eine der einflussreichsten weiblichen Autoren im Netz: Sie erreicht mit ihrer Plattform BlogHer monatlich über 14 Millionen Frauen. In den Vereinigten Staaten hat sie so etwas wie den Status von Alice Schwarzer in Deutschland erreicht, nur, dass sie eben für die Ideen von Frauen in der digitalen Welt konsequent eintritt. Auf BlogHer schreibt sie mit zwei Kolleginnen und einer kleinen Zahl von Gastautoren über die Liebe, Feminismus, Familie, Gesundheit und natürlich Mode.
Auf BlogHer diskutieren täglich Millionen Frauen, die Seite ist ein Zwitter aus sozialem Netzwerk und Weblog mit angeschlossener Unterhaltung- und Weiterbildungsfunktion. Neben BlogHer selbst organisiert Lisa Stone die sogenannten BlogHer Konferenzen: Dort diskutieren führende Bloggerinnen und viele andere weibliche Vertreter des Web 2.0 über Konzepte, die Ziele und Möglichkeiten des digitalen Publizierens.
Alborz Fallah: Leitmedium für Autos & Technik
In Europa sind vor allem die großen US-Blogs bekannt, aber auch auf der anderen Seite des Globus gibt es eine sehr aktive Blogging-Community: Zu den Stars in Australien gehört definitiv Alborz Fallah, der durch die Berichterstattung auf der von ihm gegründeten Plattform Car Advice die Autobranche in Down Under gehörig umgekrempelt hat. Statt der klassischen Print-Medien versorgen die Autokonzerne den Blogger oft schon vor den Konkurrenten mit Informationen über neue Fahrzeuge. Spektakulär ist an dem Blog, dass die Mitarbeiter sehr viel Wert auf die multimediale Aufbereitung der Inhalte legen: Zu jedem Test erscheinen dutzende Fotos in hoher Qualität, die ganze Seite wirkt weniger wie ein Blog als vielmehr wie ein Hochglanzprodukt.
Kreml: Artikel über den Zustand der Politik(er)
Der ehemalige Direktor einer Werbeagentur in Norwegen, Rustem Adagamow, schreibt in seinem Blog über die Zustände von politisch motivierter Verfolgung, exzessiver Polizeigewalt und die Demonstrationen der Opposition in Russland. Er wird von der offiziellen Pressestelle des Kreml aber trotzdem nicht verschmäht, sondern als gleichberechtigter Journalist zu jeder Pressekonferenz eingeladen. Er hat offenbar einen sehr guten Draht zur Chefin des PR-Stabs, Natalia Timakowa. Sogar der Präsident soll sein Fotoblog lesen.
In Russland werden Blogs schon viel stärker als Element der politischen Berichterstattung wahrgenommen als in Deutschland. Das mag auch daran liegen, dass Rustem Adagamow statt der Politik stets den Politiker als Mensch sieht und ablichtet. Gleichzeitig bloggt sogar der Präsident Dimitrij Medwedew selbst, was sicher der gesamten Blogszene in Russland eine gehörige Portion Verständnis eingebracht hat.
Fazit
Natürlich gibt es neben den vorgestellten Personen noch hunderte andere Blogger, die außerordentlich gut vernetzt sind und bei Politik und Wirtschaft Gehör finden. Egal, ob es um das Medium Internet selbst, unsere Politiker und Abgeordneten, die Finanzbranche oder einfach nur Autos oder Schnäppchen geht - stets lohnt sich ein Blick auf den Menschen, der hinter einem Blog steht. Nicht selten verdienen sie mit dem Blog gutes Geld, mit steigender Besucherzahl kommen meist freie oder sogar angestellte Redakteure dazu. Damit wird der eine oder andere Blog dann beinahe wieder zu einem Medium mit klassischer redaktioneller Struktur.
