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LG W2220P im Test: Günstiger Monitor mit IPS-Panel
22 Zoll großer Monitor im 16:10-Format mit Pivot-Funktion

von Jan Johannsen Uhr veröffentlicht

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LG hat ein Verfahren entwickelt, hochwertige IPS-Panels günstiger herzustellen. Der Verbraucher profitiert davon zum Beispiel beim W2220P, der sich zudem als sehr ergonomisch erweist. Der Preis fällt allerdings so gering aus, dass irgendwo ein Haken lauern muss.

Anstelle des üblichen TN-Panels verwendet LG beim W2220P die hochwertigere IPS-Technik. Durch sie sollen Helligkeit, Kontrast und Farbwiedergabe über den gesamten Blickwinkel des 22 Zoll großen Monitors gleichmäßig erscheinen. Der niedrige Preis weckt aber den Verdacht, dass der Hersteller an anderer Stelle gespart hat. Netzwelt hat überprüft, ob irgendwo ein Haken lauert.

IPS-Panel mit gutem Bild und zu großer Auflösung

LG verbaut in dem umgerechnet 55,88 Zentimeter großen W2220P ein IPS-Panel. Gegenüber den weit verbreiteten TN-Displays ist die Zellstruktur der "In Plane Switching"-Technologie so aufgebaut, dass die Flüssigkristalle einheitlich ausgerichtet sind. Hierdurch fallen Farbwiedergabe, Helligkeit und Kontrast über den gesamten Blickwinkel gleichmäßig aus.

Der W2220P verfügt nach Herstellerangaben über vertikale und horizontale Blickwinkel von 178 Grad. Diese Angaben bestätigen sich im Test, gleiches gilt für die beschriebenen Eigenschaften des IPS-Panels, dessen maximale Auflösung 1.920 x 1.200 Pixel betragen soll. Dieser Wert lies sich nach der Installation des auf CD mitgelieferten Treibers auch auswählen. Anschließend funktionierte allerdings die Übertragung des Bildsignals nur noch digital und bei höheren Auflösungen als 1.650 x 1.050 Pixeln erschien immer nur ein Ausschnitt des Desktops auf dem Bildschirm.

Die Anzeige des LG W2220P weist weder Pixelfehler noch andere Störungen wie einen Moiré-Effekt auf. Die Geometrie erweist sich als nahezu einwandfrei und Verzerrungen treten nur in einem sehr kleinen Rahmen auf. Der Bildschirm überzeugt mit einem kräftigen Schwarz und angenehm natürlich wirkenden, aber trotzdem intensiven Farben - inklusive eines sauberen Farbverlaufs.

Schrift lässt sich auf dem W2220P gut lesen. Gleichzeitg arbeitet der Bildschirm mit einer sehr hohen Geschwindigkeit beim Ein- und Ausschalten der einzelnen Pixel: Schlieren entstehen bei Bewegungen so gut wie nie. Einzig der Kontrast bietet Anlass zur Kritik. Er könnte ihn dunklen Bereichen noch deutlicher ausfallen.

LG W2220P im Test

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22 Zoll großer Monitor mit IPS-Panel.

Die Hintergrundbeleuchtung des W2220P übernehmen herkömmliche Leuchtstoffröhren. Nach Angaben von LG erreicht die Helligkeit des Bildschirms 300 Candela pro Quadratmeter. Das maximale Kontrastverhältnis soll bei 1.000:1 liegen und die Reaktionszeit fünf Millisekunden betragen.

Beweglicher Bildschirm mit Sensortasten

Der LG W2220P erweist sich als beweglicher, als die meisten anderen Bildschirme in seiner Preisklasse. Der Nutzer kann den Monitor um fünf Grad nach vorne und um 25 Grad nach hinten neigen sowie ihn auf seinem Standfuß um jeweils 150 Grad zur Seite drehen. Zusätzlich lässt sich die Anzeige um 90 Grad ins Hochformat kippen. Nach der Installation eines kleinen Programms für die so genannte Pivot-Funktion richtet der Anwender den Bildschirminhalt mit einer Tastenkombination wieder richtig aus.

Die Bedienung des Bildschirms erfolgt über fünf Sensortasten, die sich unten auf der Vorderseite des Gehäuses befinden. Die Bedienelemente geben keine spürbare Rückmeldung, ob sie eine Eingabe verstanden haben, reagieren aber auf ruhige Berührungen ziemlich präzise. Schnelle Bewegungen registrieren sie nur selten. Wichtig ist, dass der Finger den kleinen Sensorpunkt komplett abdeckt.

Der Nutzer kann beim W2220P neben den üblichen Werten wie Bildposition, Kontrast und Helligkeit auch die Farbtemperatur, die Schärfe, Takt und Taktrate sowie den Gamma-Wert verstellen. Zusätzlich verfügt der Bildschirm über fünf Farbschemata: Film, Text, Foto, sRGB und einen benutzerdefinierten Modus.

Das Menü wirkt erst auf der zweiten Ebene hinter dem Startbildschirm übersichtlich. Bei der Navigation hilft eine kleine Symbolleiste, die die aktuellen Bedeutungen der Sensortasten anzeigt. Noch angenehmer würde sich die Bedienung gestalten, wenn das Menü direkt über den Sensortasten und nicht in der Bildschirmmitte erscheinen würde.

Viele Anschlüsse und hoher Stromverbrauch

Der großflächige Standfuß des LG W2220P verleiht dem Bildschirm einen festen Halt und ist schnell montiert: Aufstecken und einklicken. Der Monitor schmückt sich mit mehreren Prüfzeichen. Dazu gehören neben dem obligatorischen CE-Logo auch die Auszeichnung "Geprüfte Sicherheit" des TÜV.

LG stattet den W2220P mit zahlreichen Anschlüssen aus. Im Einzelnen handelt es sich um einen analogen VGA- und je einen digitalen DVI- und HDMI-Anschluss. An einem Audio-Ausgang kann der Nutzer Kopfhörer anschließen.

Die Stromversorgung des W2220P erfolgt über ein internes Netzteil. Der Energieverbrauch fällt höher aus, als bei anderen Bildschirmen mit Leuchtstoffröhren zur Hintergrundbeleuchtung. Bei maximaler Helligkeit lag die Stromaufnahme im Test in der Regel zwischen 65 und 70 Watt, in der Spitze erreichte sie aber auch 80 Watt.

Fazit: Guter und günstiger Bildschirm mit einem Haken

LG bietet mit dem W2220P einen Bildschirm mit guter Bildqualität, durchschnittlicher Bedienung und umfangreicher Ausstattung sowie Ergonomie zu einem sehr günstigen Preis an. Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers beträgt 269 Euro. Im Internet bieten Händler den Bildschirm für rund 220 Euro an.

Als einziger Haken am W2220P erwies sich im Test der hohe Stromverbrauch. Er fiel fast doppelt so groß aus wie bei anderen Bildschirmen mit herkömmlicher Hintergrundbeleuchtung und erreichte beinahe den vierfachen Wert eines LED-Monitors. Das schadet nicht nur der Umwelt, sondern kann sich auf Dauer auch im Geldbeutel bemerkbar machen.

LG W2220P Award
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LG W2220P im Test: Günstiger Monitor mit IPS-Panel
LG W2220P im Test: Günstiger Monitor mit IPS-Panel
Das klingt zu gut, um wahr zu sein: Ergonomischer 22-Zoll-Monitor W2220P von LG mit IPS-Panel für deutlich unter 300 Euro - da muss doch irgendwo ein Haken sein.
http://www.netzwelt.de/news/83888-lg-w2220p-test-guenstiger-monitor-ips-panel.html
2010-09-02 15:22:08
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2010/samsungs-sp-a-800-b-sieht-nur-gut--sondern-begeistert-brillanten-farben-scharfer-zoomoptik-hohem-kontrast-bidl-av-top-messtechnik-gmbh970.jpg
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