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Harman/Kardon SB 15/230: 600-Euro-Soundbar im Test
Kräftiger Bass, aggressive Höhen

von Florian Friedrich Uhr veröffentlicht

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Netzwelt hat einen ganzen Fuhrpark an Soundbars in den Hörraum geschleppt, um das Können der neuesten Modelle zu überprüfen. Neben Yamaha und Pioneer liefert Harman/Kardon mit der SB 15/230 eine der optisch am dezentesten wirkenden Soundbars, die durch einen schicken Subwoofer ergänzt wird. Doch was hat 600 Euro teure Gespann klangtechnisch auf dem Kasten?

Netzwelt hat einen ganzen Fuhrpark an Soundbars in den Hörraum geschleppt, um das Können der neuesten Modelle zu überprüfen. Neben Yamaha und Pioneer liefert Harman/Kardon mit der SB 15/230 eine der optisch am dezentesten wirkenden Soundbars, die durch einen schicken Subwoofer ergänzt wird. Doch was hat 600 Euro teure Gespann klangtechnisch auf dem Kasten?

Wohnzimmerverträgliche Ausmaße von 11 x 92,1 x 8,8 Zentimetern: die Harman/Kardon-Soundbar SB 15/230.

Optik und Aufstellung

Die kompakte Röhre lässt sich gut vor Flachbildfernsehern platzieren und harmoniert prima mit jedem schwarzen TV-Modell. Der Subwoofer, der mit seiner Hochglanzoptik sehr hochwertig wirkt aber nicht zu jeder Inneneinrichtung passt, sieht im Vergleich mit der Soundbar ziemlich groß und klobig aus. Wer ihn dezent in der Ecke verstecken möchte, wird dabei auf keinerlei Schwierigkeiten mit (zu kurzen) Kabeln stoßen, da der Sub über eine drahtlose Funkanbindung verfügt. Wer partout keinen Subwoofer in den eigenen vier Wänden stehen haben möchte, kann auch zu Modellen ohne Basswürfel greifen, etwa zur sehr guten und bassstarken Canton DM 90.

Die Hochglanzoptik des Basswürfels bekommt allerdings leichte Kratzer, wenn man ihn genau unter die Lupe nimmt: Die Oberfläche ist kratzempfindlich und die Beschriftung geht ab, wenn mit einem Tuch poliert wird. Für 600 Euro kann man eben nicht die allerbeste Verarbeitung erwarten.

Ausstattung und Handhabung

Spartanisch mit Anschlüssen bestückt: Rückseite der Soundbar.

Das Gerät der US-amerikanischen Firma konzentriert sich ausschließlich auf die Wiedergabe des TV-Tons, weshalb die Soundbar nicht gerade vor Anschlussmöglichkeiten platzt. Auf der Rückseite stehen lediglich ein koaxialer Digitaleingang und ein analoger Stereoeingang zur Verfügung. Auch in Sachen Bedienung geht Harman/Kardon eher "unkonventionelle" Wege und verzichtet komplett auf eine Fernbedienung - unverständlich. Dafür ist das System lernfähig und lässt sich auf bereits vorhandene Fernbedienungen, etwa die des Fernsehers, programmieren.

Was sich auf dem Papier wie eine gute Idee anhört, entpuppt sich in der Realität allerdings als Stolperstein, da es kaum Tasten gibt, die auf dem eigentlichen Gerät nicht irgendwelche Funktionen auslösen. Nur die Lautstärketaste funktioniert von Anfang an reibungslos. Zusätzlich fällt auch noch die magere Ausstattung mit Decodern auf, da die Soundbar lediglich PCM-Mehrkanalton akzeptiert. Mit Dolby Digital oder DTS kann sie nichts anfangen, spielt man diese Signale dennoch zu, passiert rein gar nichts. Der Stromverbrauch hält sich im Betrieb mit 24 Watt in Grenzen, mit diesem Wert liegt Harman/Kardon im vorderen Mittelfeld aller getesteten Soundbars.

Hörtest Surround und Stereo

Mit PCM-Signalen präsentiert sich das Duo von seiner guten Seite. Selbst actionreiche Kinokost kommt dank des potenten Subwoofers richtig schön knackig rüber. Mit 110 dBSPL kommt gehöriger Druck auf, das schaffen nur wenige Soundbars mit Subwoofer-Unterstützung. Wenn es aus dem Frequenzkeller hinaus in den Mitten- und Höhenbereich geht, fällt das netzwelt-Fazit nicht mehr ganz so rosig aus, da E-Gitarren beispielsweise etwas zu aggressiv klingen.

Besser sieht es hingegen mit der Stimmwiedergabe aus, Dialoge in Filmen waren aus nahezu allen Positionen gut verständlich. Auch die Räumlichkeit bei Mehrkanalton verblüffte die netzwelt-Tester: Sitzt man mittig, kommen seitliche Effekte genau dort zur Geltung, wo sie vom Sounddesigner geplant wurden. Sogar Töne, die von hinten kommen sollen, klingen teilweise recht glaubwürdig. Leider ist die Lautstärkeregelung nicht besonders feinfühlig ausgelegt, was vor allem bei niedrigen Lautstärken stört. Denn selbst die leiseste Lautstärkestufe macht schon ordentlich Radau.

Harman/Kardon SB 15/230

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Chartübersicht des Harman/Kardon SB 15/230 Lautsprecherfrequenzgangs.

Fazit

Einerseits sieht das Harman/Kardon-Duo optisch sehr dezent und edel aus, und auch die Räumlichkeit des Systems sowie der tiefe Bass sind vorzeigbar. Auf der anderen Seite ist die Verarbeitung nur mittelprächtig, die Ausstattung spartanisch und der Klang im Hochtonbereich etwas zu aggressiv. Ob das 600 Euro wert ist, muss jeder selbst entscheiden.

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Netzwelt hat einen ganzen Fuhrpark an Soundbars in den Hörraum geschleppt, um das Können der neuesten Modelle zu überprüfen. Neben Yamaha und Pioneer liefert Harman/Kardon mit der SB 15/230 eine der optisch am dezentesten wirkenden Soundbars, die durch einen schicken Subwoofer ergänzt wird. Doch was hat 600 Euro teure Gespann klangtechnisch auf dem Kasten?

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Die schicke Soundbar SB 15/230 von Harman/Kardon überzeugt mit satten Bässen aus dem separaten Subwoofer, lässt allerdings bei der Höhen-Wiedergabe Federn.
http://www.netzwelt.de/news/83853-harman-kardon-sb-15-230-600-euro-soundbar-test.html
2010-09-07 14:14:18
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2010/wohnzimmervertraegliche-ausmasse-11-x-921-x-88-zentimetern-harmankardon-soundbar-sb-15230--quelle-netzwelt-1941.jpg
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