Viel Design, wenig Bass
Pioneer HTP-SB300: Minimalistische Soundbar im Test
Wenn die schwachen Einbaulautsprecher des Fernsehers nerven, aber kein Platz für eine Surroundanlage vorhanden ist, bieten sich Soundbars als Alternative an. Ob Pioneers 500 Euro teure HTP-SB300 inklusive kleinem Subwoofer ein patentes Mittel ist, zeigt der netzwelt-Test.

Inhaltsverzeichnis
- 1Einsatzgebiete und Design
- 2Ausstattung und Handhabung
- 3Hörtest Surround und Stereo
- 4Fazit
Einsatzgebiete und Design
Was manche moderne Flachbildfernseher für Töne abgeben, muss man als mittelschwere Frechheit bezeichnen: Mal sind Dialoge klar verständlich, dafür fehlt es Filmen mit Action an jeglichem Tiefgang. Mal scheppert es heftig und Musikvideos quäken fürchterlich. Da hilft nur eines: eine Surroundanlage. Oder - falls Platzmangel herrscht oder die Frau Gemahlin Wohnzimmerverschandelung befürchtet - eine Soundbar. Die lassen sich bequem unterhalb des Fernsehers montieren, simulieren einhüllenden Klang und sehen zudem auch noch gut aus.
Video
Soundbar Pioneer HTP-SB 300: Mit einem Straßenpreis von derzeit knapp über 400 Euro stellt die Soundbar HTP-SB300 von Pioneer eine günstige Möglichkeit dar, Surround-Sound ins Wohnzimmer zu bringen ohne dafür gleich meterweise Kabel verlegen zu müssen. Im Test zeigen sich jedoch deutliche Schwächen. Zum Video: Soundbar Pioneer HTP-SB 300
Zu den optisch dezenten Exemplaren zählt Pioneers HTP-SB300 für 500 Euro Listenpreis, der im Internet bereits um rund 70 Euro unterboten wird. Das kompakte Design und die edle Optik passen hervorragend zu den aktuellen Hochglanzmodellen der Flachbildfernseher, obwohl Pioneer selbst seit 2009 keine Fernseher mehr herstellt.
Mit Abmessungen von 11 x 90 x 9,5 Zentimetern fällt die Soundbar ziemlich zierlich aus, und das gilt auch für den sehr kompakten und unauffälligen Subwoofer, der mit seinen 18 x 41 x 21 Zentimetern fast schon putzig aussieht.
Ausstattung und Handhabung
Pioneer setzt auf ganzer Linie auf digitale Zuspielsignale. Neben zwei HDMI-Eingängen und einem -Ausgang stehen noch ein koaxialer sowie ein optischer Digitaleingang zur Verfügung, was für eine Soundbar beachtlich ist. Kehrseite der Medaille: Analoge Quellen bleiben bei den Japanern leider komplett auf der Strecke.
Im Gegensatz zu einigen Konkurrenzmodellen haben die Japaner ihrem Powerriegel auch keine Multimedia-Extras wie zum Beispiel eine USB-Schnittstelle spendiert. Dies lässt sich jedoch verschmerzen, wenn der Fernseher über eine entsprechende Funktionen verfügt.

Die Fernbedienung ist handlich, weist für eine Soundbar ohne eigenen Abspieler aber erstaunlich viele Tasten auf. Die wenigsten davon gehören zur HTP-SB300 selbst, die meisten Tasten steuern auf Wunsch einen angeschlossenen Zuspieler oder das Display. Hundertprozentig passt die Fernbedienung in optischer Hinsicht nicht zum Rest des Systems, und durch ihr geringes Gewicht wirkt sie zusätzlich auch noch etwas billig. Dafür verbraucht die Soundbar nur 23 Watt im Betrieb.
Hörtest Surround und Stereo
Bei der Wiedergabe von TV-Ton wird netzwelt schnell klar, dass die Soundbar diese Disziplin gut beherrscht - abgesehen von einem etwas zu sonoren Grundton. Stimmen sind jederzeit und in fast jeder Sitzposition klar verständlich. Stereomusik bereitet grundsätzlich ebenfalls Freude, da das Stereopanorama schön weitläufig ist. Allerdings kommt der Grundton etwas zu dumpf rüber. Als größte Schwäche ist jedoch schnell der Subwoofer ausgemacht, der es nicht schafft, den Kick der Bassdrum richtig druckvoll in den Raum zu hämmern. Kein Wunder, bei dieser geringen Größe. Bei Kinomaterial sieht es nicht viel besser aus, denn auch hier kann der kleine Sub nicht den nötigen Druck aufbauen, worunter der Heimkinogenuss stark leidet. Über Zimmerlautstärke hinaus wird er zunehmend unbrauchbarer.
Pioneer HTP-SB300
Dieses Design wird auch die Frau Gemahlin mögen: Pioneer-Soundbar HTP-SB300.
Klein und leicht zu verstecken: der Pioneer-Subwoofer. Leider ist er nicht allzu bassstark ...
Fazit
Wer nur Platz für einen besonders kleinen Subwoofer hat, sollte sich mit dem hier vorgestellten Pioneer-Paket genauer beschäftigen. Viel Bass bringt der kleine Subwoofer allerdings nicht, weder Musik noch Film machen so besonders viel Spaß. Deshalb rät netzwelt Interessenten, lieber ganz auf einen Subwoofer zu verzichten und das Geld besser in eine bassstarke Alternative wie die Canton DM 90 zu investieren. Die ist zwar deutlich teurer, kommt dafür aber ganz ohne Basswürfel aus.

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