Landgericht Hamburg will in Rechtsstreit entscheiden
Gema vs. YouTube: 600 Musikvideos stehen auf der Kippe (Update: Reaktionen beider Parteien)
Das Landgericht Hamburg will am heutigen Freitag, dem 27. August, sein Urteil im Rechtsstreit zwischen dem Videoportal YouTube und der Musikverwertungsgesellschaft Gema verkünden. Die Gema hatte die Sperrung von rund 600 Musikvideos ihrer Künstler auf der Internet-Plattform per Einstweilliger Verfügung beantragt.
Inhaltsverzeichnis
- 1YouTube weist Vorwürfe zurück
- 2Update 14:15 Uhr: Gema unterliegt vor Gericht
- 3Update 15.32 Uhr: Reaktionen beider Parteien
Zuvor waren Verhandlungen zwischen beiden Seiten über die Verlängerung eines Nutzungsvertrages im Mai 2010 gescheitert. Der alte Nutzungsvertrag war im März 2009 ausgelaufen. Seit dem sind Lieder deutscher Musiker aus Sicht der Gema illegal über YouTube abrufbar. Entsprechenden Aufforderungen zum Löschen beziehungsweise Sperren kam die Tochter des Internetkonzerns Google bislang nicht nach, weshalb die Gema im Juli Klage vor dem Landgericht Hamburg einreichte. Unterstützt wird sie dabei von acht internationalen Musikverbänden.
YouTube weist Vorwürfe zurück
Die Internet-Plattform YouTube hat dagegen die Vorwürfe zurückgewiesen. Sie habe Abkommen mit Musikverwertungsgesellschaften in aller Welt und würde auch gerne mit der Gema in Deutschland einig werden. Allerdings zu einem Preis, bei dem das Portal nicht durch jeden Klick Geld verliere, erklärte der Konzern in einem Statetement Ende Mai nach Abbruch der Verhandlungen.
Wie das Landgericht Hamburg entscheidet ist nicht abzusehen. Immerhin liegen zwischen der mündlichen Anhörung und der Urteilsverkündung nun gut vier Wochen. In den USA war zuletzt der Medienkonzern Viacom mit einer Urheberrechtsklage gegen das Video-Portal gescheitert. Die Berufung in dieser Verhandlung läuft. Youtube wird immer wieder mit Vorwürfen über Urheberrechtsverletzungen konfrontiert. Dies hat dazu geführt, dass die Seite bereits umfangreiche Prüfmechanismen entwickelt hat.


YouTube hat wieder einmal Ärger mit der Musikverwertungsgesellschaft Gema. Die Organisation will per Gerichtsurteil 600 Videos auf dem Portal sperren lassen. Die Chancen hierfür stehen gut.
BITKOM und GEMA haben eine Einigung über die Vergütung von Musik in Streaming-Diensten getroffen. Der Branchenverband BITKOM rechnet nun mit neuen Streaming-Diensten in Deutschland.
Erst kürzlich einigte sich die GEMA mit dem Hightech-Verband BITKOM auf einen Tarif für kostenpflichtige Streamingportale. Nun legte die Verwertungsgesellschaft nach - mit einer Vergütungsregelung für kostenlose Streamingdienste.
Einigung im langjährigen Rechtsstreit? Die Entscheidung im Prozess zwischen YouTube und der GEMA steht kurz bevor.
Die GEMA gewinnt vor dem Landgericht Hamburg gegen YouTube. Neue Verhandlungen sind nun wahrscheinlich.
Die GEMA will keine Sperrungen weiterer YouTube-Musikvideos erwirken. Ziel seien keine weiteren Klagen, sondern ein Vertrag, sagte GEMA-Chef Harald Heker dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Auch Google forderte eine Rückkehr an den Verhandlungstisch.
Der Rechtsstreit zwischen YouTube und der GEMA geht weiter. Die Musikverwertungsgesellschaft hat Berufung gegen das Urteil des Hamburger Landgerichts eingereicht. Grund seien intransparente Verhandlungen. Inzwischen legte auch YouTube Berufung ein.





Beiträge
insgesamt 6 BeiträgeDas ganze leidige Thema wäre vom Tisch wenn man einen Tarif ähnlich BAT für Musikauthoren und Komponisten (Erstrechteinhaber) einführen würde und nicht weiter Komponisten mangels Einkommen am Leben zu Null...
Ergänzung: Bin gerade mal wieder auf Youtube gewesen und auf dem offiziellen Apocalyptica Bereich gelandet (super Band übrigends, wer Metal mag und Apocalyptica mit Sandra Nasic "Path" noch nicht kennt, unbedingt...
Im Endeffekt ist Youtube ja eine Art kostenlose Werbeplattform für die Musiker. Wer keine Lust hat Musik zu kaufen wirds auch nicht tun, wenns Youtube nicht gibt. Während andererseits derjenige mit Interesse am Kauf...
Ich hoffe das youtube genauso gegen hält wie google. Warum soll alles in deutschland immer schnell verboten werden? Andere Länder dürfen mehr?
Da stellt sich doch unweigerlich die Frage, wenn "Abkommen mit Musikverwertungsgesellschaften in aller Welt" funktionieren, warum dann nicht auch in Deutschland? Die GEMA ist stur bis zum Erbrechen, weshalb sich sogar...