Hersteller kündigt Neuerungen im Ovi Store an
Nokia: Weniger Smartphones, mehr Apps
Der finnische Handy-Hersteller Nokia hat eine grundlegende Überarbeitung seines Applikations-Portals Ovi Store angekündigt. Kundenfreundlicher und bekannter soll die Nokia Verkaufsplattform für Smartphone-Applikationen werden. In Zukunft will der Hersteller zudem weniger Smartphones auf den Markt bringen und sich stärker auf einzelne Modelle konzentrieren.

Das kündigte Michael Gubelmann, Nokia-Verantwortlicher für die Schweiz, in einem Interview mit Pressetext an. "Uns ist wichtig, in Zukunft weniger Smartphones zu bringen, dafür mit einer perfekten Performance", sagte Gubelmann. Statt also weiter bis zu 25 neue Modelle im Jahr auf den Markt zu werfen, will Nokia stärker in das Geschäft mit mobilen Applikationen einsteigen. "Wir werden verschiedene Updates bringen, um den Ovi-Store noch kundenfreundlicher zu machen, mehr lokale Applikationen anbieten und sehr werbefokussiert arbeiten", erklärt Gubelmann und räumte dabei auch Fehler in der Vergangenheit ein. "Man muss fairerweise eingestehen, dass wir mit Apps später gestartet sind als andere Anbieter", ergänzt er. Zudem hatte der Ovi Store mit heftigen Startschwierigkeiten zu kämpfen.
Hoffnungen auf MeeGo
Dass diese sich nicht wiederholen, dafür soll das neue Betriebssystem MeeGo sorgen, dass Nokia gemeinsam mit Intel entwickelt. Erstes Smartphone auf MeeGo-Basis wird das Nokia N9 sein. "Wir glauben, dass ein schnelleres und einfaches Betriebssystem auch dem Ovi-Store dabei hilft, zu wachsen", sagte Gubelmann. Das im App-Geschäft noch Wachstum möglich ist, zeigt eine Studie des Bundesverband Digitale Wirtschaft. Rund 95 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass in den nächsten zwei Jahren mobile Endgeräte deutlich für die Werbewirtschaft an Bedeutung gewinnen. Dabei gelten kostenlose Applikationen mit Werbefinanzierung als das vielversprechendste Modell.
Neben Nokia planen auch weitere Hersteller ihr Geschäft mit Applikationen zu verstärken. BlackBerry Hersteller Research in Motion (RIM) kaufte jüngst das Software-Unternehmen Cellmania, die nun an App-Store des Herstellers mitarbeiten.
